
Mit bestimmten Handy-Codes lassen sich Funktionen eines Smartphones direkt über die Telefontastatur aufrufen. Die Kombinationen aus Zahlen, Sternchen (*) und Raute (#) ermöglichen unter anderem die Anzeige der IMEI-Nummer, die Einrichtung einer Rufumleitung oder die Abfrage des Prepaid-Guthabens. Viele dieser Tastenkombinationen stammen noch aus der Zeit des GSM-Mobilfunks, werden aber auch auf modernen Android-Smartphones und iPhones verwendet.
Allerdings funktioniert nicht jeder Handy-Code auf jedem Gerät. Entscheidend sind das Betriebssystem, der Smartphone-Hersteller und der jeweilige Mobilfunkanbieter. Neben den GSM- und USSD-Codes gibt es spezielle Gerätecodes sowie Sicherheits- und Entsperrcodes für die SIM-Karte.
Die wichtigsten Handy-Codes und Tastenkombinationen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt häufig verwendete Handy-Codes und ihre Funktionen. Netzbezogene Befehle werden in der Regel über die Telefon-App eingegeben und anschließend mit der Anruftaste bestätigt.
| Handy-Code | Funktion |
|---|---|
*#06# | IMEI-Nummer des Smartphones anzeigen |
*#21# | Status der sofortigen Rufumleitung abfragen |
**21*Rufnummer# | Alle eingehenden Anrufe sofort umleiten |
##21# | Sofortige Rufumleitung löschen |
##002# | Alle eingerichteten Rufumleitungen löschen |
*#61# | Rufumleitung bei Nichtannahme prüfen |
*#62# | Rufumleitung bei Nichterreichbarkeit prüfen |
*#67# | Rufumleitung bei besetzter Leitung prüfen |
*43# | Anklopfen aktivieren |
#43# | Anklopfen deaktivieren |
*#43# | Status der Anklopffunktion abfragen |
#31#Rufnummer | Eigene Rufnummer für einen einzelnen Anruf unterdrücken, sofern unterstützt |
*100# | Prepaid-Guthaben abfragen, beispielsweise bei der Telekom |
Welche Arten von Handy-Codes gibt es?
Handy-Codes lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Während einige Tastenkombinationen unmittelbar auf dem Gerät verarbeitet werden, steuern andere Funktionen des Mobilfunkanschlusses.
| Codeart | Bedeutung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| GSM-Code / Netzcode | Steuerbefehl für einen Mobilfunkdienst | Rufumleitung, Anklopfen, Rufnummernanzeige |
| USSD-Code | Kommunikation zwischen Handy und Mobilfunknetz | Guthabenabfrage, Tarif- und Servicefunktionen |
| Gerätecode | Herstellerspezifischer Befehl | Geräteinformationen, Test- und Diagnosemenüs |
| SIM-Kartencode | Sicherheitscode für die SIM-Karte | PIN, PIN2, PUK, PUK2 |
| Entsperrcode | Code zur Aufhebung einer Gerätesperre | SIM-Lock oder Net-Lock |
Ein herstellerspezifischer Gerätecode wird hingegen nicht zwangsläufig über das Mobilfunknetz verarbeitet.
GSM-Codes und Netzcodes für Telekom, Vodafone und o2
Mit GSM-Codes können bestimmte Leistungsmerkmale direkt über die Telefontastatur gesteuert werden. Dazu gehören Rufumleitungen, Anrufsperren, die Rufnummernübermittlung und Anklopfen.
Die klassischen GSM-Steuercodes werden teilweise auch bei Verbindungen über LTE oder 5G unterstützt. Ob sie funktionieren, hängt jedoch von der technischen Umsetzung des Netzbetreibers, dem Gerät und dem gebuchten Tarif ab.
Für die einzelnen Funktionen bietet der telespiegel ausführliche Anleitungen:
- Netzcode – Anrufumleitung einrichten und deaktivieren
- Netzcode – Anrufsperre für eingehende und ausgehende Anrufe
- Netzcode – Anklopfen, Makeln und Konferenzschaltung
- Netzcode – Rufnummernübermittlung und Rufnummernanzeige
- Netzcode – Prepaid-Guthaben abfragen
Rufumleitung per Handy-Code einstellen
Eine besonders häufig verwendete Tastenkombination ist die Rufumleitung. Eingehende Anrufe lassen sich unter anderem automatisch auf eine andere Telefonnummer oder auf die Mailbox weiterleiten.
Für eine sofortige Rufumleitung wird folgender Code verwendet:
**21*Rufnummer#
Anstelle von „Rufnummer“ wird die gewünschte Zielnummer eingetragen. Nach Eingabe des vollständigen Codes erfolgt die Bestätigung über die Anruftaste.
Mit ##21# lässt sich diese Rufumleitung wieder löschen.
Eine wichtige weitere Tastenkombination ist ##002#. Damit werden sämtliche eingerichteten Rufumleitungen gelöscht, sofern der Mobilfunkanbieter den Befehl unterstützt.
Das betrifft gegebenenfalls auch Rufumleitungen zur Handy-Mailbox. Wer den Code verwendet, sollte deshalb anschließend die Mailbox-Einstellungen kontrollieren.
Rufnummer unterdrücken und anonym anrufen
Wer seine Mobilfunknummer bei einem einzelnen Telefonat nicht übermitteln möchte, kann bei unterstützten Anschlüssen vor der Zielrufnummer die Tastenkombination #31# eingeben.
Beispiel: #31#01701234567
Die Rufnummer wird dann für diesen Anruf gegenüber dem Angerufenen unterdrückt. Die Funktion ist abhängig vom Netzbetreiber und den Einstellungen des Anschlusses.
Alternativ lässt sich die Rufnummernunterdrückung dauerhaft über die Einstellungen vieler Smartphones aktivieren.
USSD-Codes: Funktionen direkt über das Mobilfunknetz aufrufen
USSD ist die Abkürzung für „Unstructured Supplementary Service Data“. Das Verfahren ermöglicht den Austausch kurzer Anfragen und Antworten zwischen Mobiltelefon und Mobilfunknetz.
Ein häufiges Beispiel ist die Abfrage des Prepaid-Guthabens. Hierfür kann bei der Telekom der Code *100# verwendet werden.
Nach der Eingabe und Bestätigung über die Anruftaste übermittelt das Mobilfunknetz die entsprechende Information. USSD-Funktionen benötigen grundsätzlich keine mobile Internetverbindung, allerdings eine geeignete Mobilfunkverbindung und die Unterstützung durch den Anbieter.
Neben Guthabenabfragen können USSD-Codes abhängig vom Anbieter auch für Tarifinformationen und weitere Servicefunktionen eingesetzt werden.
GSM-Codes bei Telekom, Vodafone und o2: Nicht alle Steuercodes sind bei sämtlichen Anbietern identisch. Insbesondere Guthabenabfragen, tarifbezogene Funktionen und spezielle Servicecodes können sich unterscheiden. Bei Discountanbietern sind zusätzlich Einschränkungen möglich.
Gerätecodes für Android-Smartphones und Samsung-Handys
Neben netzbezogenen Handy-Codes existieren spezielle Tastenkombinationen für Geräteinformationen, Diagnosen und technische Einstellungen.
Bei Android-Smartphones werden solche Codes häufig auch als Secret Codes, Service Codes oder Dialer Codes bezeichnet.
Ein bekanntes Beispiel ist:
*#*#4636#*#*
Dieser Code kann auf unterstützten Android-Geräten ein Informations- oder Testmenü öffnen. Dort werden je nach Modell etwa Informationen zur Telefonverbindung, zum Mobilfunknetz oder zu weiteren Geräteeigenschaften angezeigt. Die Unterstützung ist allerdings nicht einheitlich. Auf manchen Android-Versionen und Geräten hat die Eingabe keine Wirkung.
Auch Samsung und andere Smartphone-Hersteller verwenden eigene Servicecodes. Sie sind nicht grundsätzlich mit den Codes anderer Hersteller kompatibel.
Ausführliche Informationen:
Vorsicht bei geheimen Android-Codes: Einige im Internet verbreitete Tastenkombinationen stammen von älteren Smartphone-Generationen. Bestimmte Codes können Servicefunktionen starten, Systemeinstellungen verändern oder sogar Daten löschen. Unbekannte Codes sollten deshalb nicht auf Verdacht ausprobiert werden.
Handy-Codes für das iPhone
Auch auf dem iPhone lassen sich bestimmte Tastenkombinationen über die Telefon-App eingeben. Dazu gehört beispielsweise *#06#, um die IMEI-Nummer anzuzeigen.
Netzbezogene Codes für Rufumleitungen oder andere Leistungsmerkmale können ebenfalls funktionieren, wenn der Mobilfunkanbieter und das iPhone diese unterstützen.
Anders als bei zahlreichen Android-Smartphones sind die Möglichkeiten, technische Servicemenüs über Tastencodes aufzurufen, beim iPhone begrenzt.
Viele Funktionen lassen sich stattdessen unmittelbar in den iOS-Einstellungen verwalten. Die Rufweiterleitung befindet sich etwa unter „Einstellungen – Apps – Telefon – Rufweiterleitung“, sofern diese Option für den Mobilfunkanschluss verfügbar ist.
SIM-Kartencodes: PIN, PUK und weitere Sicherheitscodes
Neben den GSM- und Gerätecodes gibt es Sicherheitscodes, die den Zugriff auf die SIM-Karte regeln.
Die bekanntesten sind die PIN und die PUK. Die PIN schützt die SIM-Karte vor unbefugter Nutzung. Wird sie mehrfach falsch eingegeben, ist zur Entsperrung in der Regel die PUK erforderlich.
| Sicherheitscode | Bedeutung |
|---|---|
| PIN | Persönliche Geheimnummer zum Entsperren der SIM-Karte |
| PIN2 | Zusätzlicher Sicherheitscode für bestimmte SIM-Funktionen |
| PUK | Entsperrcode nach mehrfach falscher PIN-Eingabe |
| PUK2 | Entsperrcode für die PIN2 |
| Geräte-PIN | Schutz der Bildschirmsperre, unabhängig von der SIM-PIN |
Weitere Erklärungen und die Tastenkombinationen zum Ändern der PIN enthält der Ratgeber SIM-Kartencodes: PIN, PUK und Super-PIN.
Gerätecode, Netzcode und SIM-Lock: Was bedeuten die Begriffe?
In Verbindung mit Handy-Codes tauchen verschiedene weitere Bezeichnungen auf. Diese stammen teilweise aus der Zeit klassischer Mobiltelefone.
Gerätecode: Ein Gerätecode kann eine Sicherheitsnummer zum Entsperren des Mobiltelefons oder ein spezieller Diagnosebefehl des Herstellers sein. Welche Bedeutung gemeint ist, hängt vom Zusammenhang ab.
Netzcode: Mit einem Netzcode werden bestimmte Funktionen des Mobilfunkanschlusses gesteuert. Bei einer Geräteentsperrung kann der Begriff dagegen auch einen Freischaltcode für eine Netzsperre bezeichnen.
SIM-Lock: Diese Sperre beschränkt die Nutzung eines Mobiltelefons auf bestimmte SIM-Karten oder Anbieter. Für die Entfernung kann bei älteren Geräten ein spezieller Entsperrcode erforderlich sein.
Net-Lock und Subset-Code: Diese Begriffe bezeichnen unterschiedliche technische Sperrstufen, mit denen ein Gerät auf bestimmte Mobilfunknetze oder definierte SIM-Karten-Gruppen beschränkt werden kann.
Subsidy-Kennwort: Die Bezeichnung „Subsidy Password“ stammt insbesondere aus dem Bereich früherer subventionierter Mobiltelefone. Gemeint ist ein Freischaltkennwort, das zur Entfernung einer entsprechenden Netz- oder Anbietersperre benötigt werden kann.
Solche Entsperrcodes sind nicht mit einer universellen GSM-Tastenkombination gleichzusetzen. Der richtige Freischaltcode hängt vom jeweiligen Gerät und der eingerichteten Sperre ab.
Weitere Informationen bietet der telespiegel-Ratgeber zu Gerätecodes und SIM-Lock.
Handy-Code eingeben: So funktioniert es
Die meisten GSM- und USSD-Codes werden auf dieselbe Weise verwendet.
- Telefon-App auf dem Smartphone öffnen.
- Das Ziffernfeld aufrufen.
- Den gewünschten Handy-Code einschließlich aller Sternchen und Rauten eingeben.
- Falls erforderlich, die Anruftaste betätigen.
- Auf die Bestätigung des Mobilfunknetzes oder die Anzeige der gewünschten Information warten.
Bei einigen Gerätecodes erscheint die entsprechende Information bereits unmittelbar nach der Eingabe, ohne dass die Anruftaste gedrückt werden muss.
Bei Dual-SIM-Smartphones kann außerdem entscheidend sein, über welche SIM-Karte der Befehl ausgeführt wird.
Häufige Fragen zu Handy-Codes
Was sind die wichtigsten Handy-Codes?
Zu den bekanntesten Handy-Codes gehören *#06# für die Anzeige der IMEI-Nummer, *#21# für die Statusabfrage der sofortigen Rufumleitung und ##002# zum Löschen sämtlicher Rufumleitungen. Weitere Codes ermöglichen das Aktivieren und Deaktivieren der Anklopffunktion sowie die Abfrage des Prepaid-Guthabens.
Was bedeutet Stern-Raute-Stern-Raute beim Handy?
Die Zeichenfolge *#*# wird bei bestimmten Android-Gerätecodes verwendet. Solche Codes können herstellerspezifische Informations- und Testfunktionen aufrufen. Die genaue Funktion hängt von der vollständigen Tastenkombination und dem Smartphone-Modell ab.
Was ist der Unterschied zwischen GSM-Code und USSD-Code?
GSM-Steuercodes werden insbesondere für Leistungsmerkmale wie Rufumleitung oder Anklopfen eingesetzt. USSD ermöglicht den interaktiven Austausch von Serviceinformationen mit dem Mobilfunknetz, beispielsweise zur Guthabenabfrage. Beide Verfahren verwenden häufig ähnliche Tastenkombinationen.
Funktionieren GSM-Codes auch unter 4G und 5G?
Viele klassische Mobilfunk-Steuercodes lassen sich auch mit modernen Smartphones und aktuellen Mobilfunkanschlüssen verwenden. Die Unterstützung hängt jedoch nicht allein vom Funkstandard, sondern vor allem von der Implementierung durch den Mobilfunkanbieter und das Gerät ab.
Was tun, wenn ein Handy-Code nicht funktioniert?
Zunächst sollte die Tastenkombination auf Tippfehler überprüft werden. Außerdem muss der Mobilfunkanbieter die betreffende Funktion unterstützen. Bei manchen Smartphones werden bestimmte Codes nicht verarbeitet. In solchen Fällen können die entsprechenden Einstellungen möglicherweise direkt über das Smartphone-Menü oder den Kundenservice des Anbieters vorgenommen werden.
Kann ein Handy-Code das Smartphone entsperren?
Ein allgemeingültiger Code zum Entsperren aller Smartphones existiert nicht. Je nach Sperre werden die Geräte-PIN, das Passwort, die PUK der SIM-Karte oder ein anbieter- beziehungsweise geräteabhängiger Freischaltcode benötigt. GSM-Steuercodes ersetzen diese Sicherheitsmechanismen nicht.
Was ist ein SMS-Kurzcode?
Ein SMS-Kurzcode ist eine verkürzte Rufnummer, über die insbesondere Unternehmen Informations- oder Servicenachrichten versenden und empfangen. Solche Kurzwahlnummern sind nicht mit GSM-Steuercodes oder USSD-Codes identisch. Die Verfügbarkeit und mögliche Kosten richten sich nach dem jeweiligen Dienst und Mobilfunkanbieter.
Sicherheitshinweise zu Handy-Codes
Handy-Codes sind praktisch, können aber auch unerwünschte Änderungen verursachen. Das gilt primär für Rufumleitungen, Anrufsperren sowie herstellerspezifische Diagnose- und Servicefunktionen. Eine Rufumleitung auf eine fremde Telefonnummer kann dazu führen, dass eingehende Anrufe nicht mehr auf dem eigenen Smartphone ankommen. Bei bestimmten Rufumleitungen können außerdem Verbindungskosten entstehen.
Besondere Vorsicht ist bei Codes geboten, die über SMS, Messenger oder unbekannte Webseiten verbreitet werden. Nicht jede als „geheimer Handy-Code“ bezeichnete Tastenkombination ist seriös oder für das jeweilige Smartphone geeignet.
Wer ausschließlich Informationen über sein Gerät benötigt, sollte möglichst die regulären Einstellungen verwenden. Unbekannte Reset- oder Servicecodes sollten nicht ausprobiert werden.