Browser: Programme zum Navigieren durch das WWW

Das Internet ist eine Fundgrube an Informationen, Unterhaltung und Präsentationen. Die Angebote sind überwiegend, aber nicht nur, auf Webseiten und Portalen zusammengefasst. Um eine solche Webseite wie zum Beispiel telespiegel.de aufzurufen, ist ein Programm erforderlich. Dieses Programm heißt in der Fachsprache Browser bzw. Webbrowser. Beispiele sind Internet Explorer/Edge, Firefox, Chrome, Safari usw.

Was ist ein Browser?

Internetseiten bestehen grundsätzlich aus einem HTML-Gerüst, Stilauszeichnungen wie CSS und Informationen, die statisch oder dynamisch eingespeist sind. Alle drei Komponenten ergeben im Zusammenspiel die Webseite.

HTML (Hypertext Markup Language) ist eine Auszeichnungssprache, die vorgibt, welche Art von Informationen wo auf der Seite erscheinen. CSS (Cascading Style Sheets) sind eine Stilauszeichnung. Sie legen fest, wie Elemente auf der Seite aussehen. Die eigentlichen Inhalte bestehen aus Text, Bildern sowie anderen Datenformen und ist entweder fest in die Seite eingebaut oder wird beim Aufruf der Seite über Programmiersprachen aus einer Datenbank in den vorgegebenen Bereich der Seite geladen. Hinzu kommen ggf. Skripte, die Inhalte oder Funktionen bereitstellen.

Um eine Webseite in ihrer Gesamtheit ansehen zu können, ist ein Webbrowser erforderlich. Diese Software liest die Webseite aus, wandelt die Befehle und Auszeichnungen um und stellt diese optisch dar. Ohne den Webbrowser wäre jede Internetseite nur für Experten lesbarer Code. Der Webbrowser stellt diese jedoch grafisch dar, setzt an den richtigen Stellen Bilder und Dateilinks ein, zeichnet den Textstil aus usw. Auch Dateien wie pdf-Dokumente oder Office-Dateien zeigen die Browser in der Regel an.

Schon früh stellten Browser jedoch auch über eingegebene Adressdateien und Zugangsdaten Verbindungen ins Internet (über den jeweiligen Anschluss) her. Die Daten werden unter den Einstellungen hinterlegt. Heute ist dies seltener der Fall. Stattdessen speichern Browser Zugangsdaten zu Login-Bereichen, Bookmarks und bieten viele zusätzliche Plugins in app-ähnlicher Form. Auch der Zugriff auf andere Protokolle als http (ungesicherte Webseiten) und https (verschlüsselte Webseiten) ist möglich. Unter anderem können Browser ftp-Adressen (File Transfer Protocol) ansteuern und so bei entsprechender Berechtigung eine Dateiliste auf einem Speicherort im Internet abrufen und öffnen. Auch das Navigieren durch das Dateisystem des eigenen Computers ist möglich.

Inkompatibilitäten und Darstellungsprobleme

Um Webseiten korrekt anzeigen zu können, muss jeder Webbrowser die angebotenen Inhalte verstehen und möglichst exakt darstellen. Dazu gibt es von der Organisation W3C Standards für HTML und CSS. Allerdings setzt nicht jeder Browser diese Standards fehlerfrei und vollständig um. So kommt es je nach Browser und handwerklicher Qualität der Webseite ggf. zu Darstellungsproblemen. Diese waren jedoch in den Anfangstagen häufiger als bei den modernen Browsern. Dennoch gibt es teilweise noch heute deutlich erkennbare Unterschiede in Details der Seitendarstellungen.

Woher stammt der Begriff Browser?

Die Bezeichnung Browser stammt vom englischen Verb „browse“ (übersetzt: durchstöbern) ab. Diese Tätigkeit bezeichnet das Schmökern im Netz mit Vor- und Zurück-Buttons, den Klicks auf Links und nicht zuletzt das Navigieren über Verzeichnisse und Suchmaschinen. Das jeweilige Programm hierzu erhielt früh den Namen „Browser“ als Instrument zum Stöbern. Denn in den Anfangstagen des Internets mussten die Nutzer teilweise ohne große Navigationselemente auskommen. Die Alternative war das Vor und Zurück sowie der Klick auf Dateien und Links – das Durchhangeln über wenige Elemente.

Geschichte der Browser: Seit wann gibt es Webbrowser?

Der erste Webbrowser entstand am CERN in Genf. 1989 entwickelte Tim Berners-Lee eine Software, mit der er in einem geschlossenen System Dateien ansteuern und darstellen konnte. Der Funktionsumfang war jedoch extrem reduziert und beschränkte sich auf wenige Stildarstellungen und Text. Dateien wie Bilder mussten einzeln geöffnet werden. Die wesentlichen Voraussetzungen zu einer Weiterentwicklung waren jedoch gegeben. Kurz danach kommunizierte der vorerst WordlWideWeb genannte Browser mit dem ersten echten Webserver (Gerät, das Inhalte für das Internet bereitstellt).

Vater aller Browser: Mosaic

Danach entwickelte sich daraus der Mosaic-Browser. Dieser war wegweisend für die nächsten Browsergenerationen. Denn sowohl Apple als auch Microsoft portierten die Software auf ihre Systeme. Außerdem setzte die Entwicklung des um die Jahrtausendwende beliebten Netscape Navigators darauf auf. Daher kann Mosaic als Vater des Internet Explorers und des Netscape Navigators und somit aller Webbrowser gelten.

Welche Webbrowser gibt es?

Mosaic war nur in den Anfangszeiten des Internets verbreitet. Der Netscape Navigator löste diesen ab. Spätestens 1995, also bereits kurz bevor die meisten Nutzer das Internet für sich entdeckten, gelang Microsoft der Coup. Das Unternehmen lieferte den Internet Explorer als festen Bestandteil von Windows 95 aus und verdrängte innerhalb weniger Jahre den Platzhirsch. Es folgten Opera, Safari, Firefox, Chrome und Edge (Ersatz des Internet Explorers) als wesentliche Browser.

  • Netscape Navigator: Der Netscape Navigator war in vielen Bereichen die logische Weiterentwicklung der Ideen des Mosaic-Browsers. Netscape gelang es, unter den Programmen ein Quasi-Monopol zu erreichen. 1998 kaufte AOL das Unternehmen, schaffte es jedoch nicht, den Browser an der Spitze zu behaupten. 2008 endete die Entwicklung des ehemaligen Top-Browsers endgültig.
  • Internet Explorer: Der viel gescholtene Webbrowser von Microsoft machte es vor allem Entwicklern schwer. Denn die Software zeigte Webseiten nicht immer korrekt an. Um die Jahrtausendwende war der Internet Explorer dennoch klarer Marktführer. Die Dominanz allein durch die Standardimplementierung in Windows führte jedoch 2009 dazu, dass die EU vorschrieb, dass Microsoft den Kunden die Wahl lassen musste. Netscape war zu der Zeit bereits fast unbedeutend. Es profitierten der noch junge Firefox und mit Abstrichen Opera. Heute ist der Browser durch Microsoft Edge abgelöst.
  • Opera: Der Browser einer norwegischen Entwicklerfirma erschien 1996 erstmals. Obwohl das Programm viele moderne Features wie „Tabbed Browsing“ (mehrere Seiten über Reiter in einem Fenster nebeneinander abrufbar) und einen Popup-Blocker beinhaltete sowie durch Geschwindigkeit bestach, erreichte der Browser nie eine große Bedeutung. Dennoch gilt er als innovativ und war einer der ersten Webbrowser, die plattformunabhängig für verschiedene Betriebssysteme bereitstehen. Heute ist der Marktanteil von Opera verschwindend gering.
  • Safari: Apple implementierte 2003 erstmals den Browser Safari auf seinen Geräten. Das Unternehmen entwickelte das Programm selbst, um damit den bis zu dem Zeitpunkt genutzten Internet Explorer ersetzen zu können. Zwischenzeitlich gab es Versionen, die auch für Windows-Geräte veröffentlicht wurden. Noch heute ist Safari der Standardbrowser für Apple-Geräte, ist aber wieder auf diese beschränkt.
  • Firefox: Aus dem Netscape Navigator entstand von Netscape selbst anfangs gesteuert ein Open-Source-Projekt, das bis heute erfolgreich am Markt ist: der Firefox von Mozilla. Der Browser erschien 2004 und setzte sich nach und nach durch. Am Ende des ersten Jahrzehnts in den 2000er-Jahren war der Firefox extrem beliebt. Er stand für schnelles Surfen, modulare Plugins und einen großen Sicherheitsstandard. Das Programm hat deutlich an Marktanteilen verloren, gehört jedoch noch immer zu den beliebtesten Webbrowsern. 2017 veröffentlichte Mozilla eine komplette Neuentwicklung, die deutlich mehr Sicherheit, Nutzerschutz und eine verbesserte Geschwindigkeit durch einen modular programmierten Code beinhaltet.
  • Chrome: Google wollte ebenfalls am Browsermarkt Anteil haben. 2008 veröffentlichte der Internetriese seinen Browser Chrome. Die einfache Verfügbarkeit, das anfangs schlanke Design und schnelle Ladezeiten machten den Browser innerhalb weniger Jahren zum Marktführer. Chrome ist für alle großen Betriebssysteme erhältlich. Speziell die einfache Synchronisation mit Smartphones macht den Browser interessant für Nutzer vieler Geräte.
  • Edge: Mit Einführung von Windows 10 begrub Microsoft seinen Internet Explorer. Der Nachfolger heißt Edge und ist spürbar schneller. Die Funktionen entsprechen jedoch weitgehend denen des Internet Explorers.
  • Barrierefreie Textbrowser für Sehbehinderte: Zusätzlich zu den grafischen Webbrowsern sind sogenannte textbasierte Browser verbreitet. Diese zeigen in erster Linie nur den Text an und blenden grafische Details der Webseiten aus. Besonders Blinde und Sehbehinderte nutzen solche Browser wie Lynx, um sich die Ergebnisse dann mit einem Screenreader vorlesen zu lassen.
  • Browser für mobiles Surfen: Die meisten Browser gibt es zusätzlich für die großen mobilen Betriebssysteme Android, iOS und Windows. Zusätzlich steht mobilen Nutzern noch ein Systembrowser zur Verfügung, der ohne Browser-App Internetseiten aufrufen kann. Ein Wechsel auf eine App ist jedoch ratsam, da Systembrowser nicht immer den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und auf das absolut Notwendigste reduziert sind.