
Wer ein R-Gespräch führen möchte, sucht häufig nach einer aktuellen R-Gespräch-Nummer oder einem Anbieter wie R-Call oder R-Talk. Doch gibt es diese Möglichkeit 2026 überhaupt noch? In Deutschland werden klassische R-Gespräche derzeit nicht mehr regulär angeboten. Der letzte Anbieter stellte seinen Dienst zum 1. Dezember 2024 ein. Das geht aus der Begründung eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung von 2026 hervor.
Bei einem R-Gespräch bezahlt nicht der Anrufer, sondern der Angerufene die Gesprächskosten. Der Angerufene muss der Kostenübernahme ausdrücklich zustimmen. Früher konnte man auf diese Weise beispielsweise ohne Guthaben auf dem Handy telefonieren.
Gibt es 2026 noch R-Gespräche in Deutschland?
Nein, nach den vorliegenden Informationen gibt es 2026 in Deutschland keinen regulär verfügbaren Anbieter für klassische R-Gespräche mehr. Auch eine aktuell nutzbare R-Gespräch-Nummer lässt sich deshalb nicht nennen.
Die Deutsche Telekom stellte ihren Dienst für R-Gespräche aus dem Inland zum 31. Dezember 2020 ein. Bereits Ende 2019 endete das Angebot für entsprechende Gespräche aus dem Ausland. Andere Anbieter verschwanden ebenfalls vom Markt. Der letzte verbliebene Anbieter beendete seinen Dienst schließlich zum 1. Dezember 2024.
Rechtlich sind R-Gespräche allerdings nicht grundsätzlich verboten. Sie sind im Telekommunikationsgesetz geregelt. Ob künftig erneut entsprechende Dienste angeboten werden, ist offen.
R-Gespräch-Nummern: Welche Vorwahlen gab es?
Früher nutzten R-Gespräch-Anbieter kostenlose 0800-Rufnummern. Über diese Einwahlnummern konnten Anrufer eine Verbindung herstellen lassen, deren Kosten der Angerufene übernahm. Die folgende Übersicht zeigt bekannte frühere R-Gespräch-Nummern. Sie sind keine aktuell nutzbaren Einwahlnummern für diesen Dienst.
| Anbieter | R-Gespräch-Nummer | Status 2026 |
|---|---|---|
| Deutsche Telekom | 0800 0800108 | Zum 31.12.2020 eingestellt |
| R-Call-by-Call | 0800 5522 | Eingestellt |
| Yoo R-Call | 0800 1723 | Eingestellt |
Auch unter Bezeichnungen wie R-Talk, R-Call oder R-Calls wurden solche Dienste angeboten oder beworben. Eine zuverlässig bestätigte, weiterhin funktionierende R-Talk- oder R-Call-Nummer gibt es derzeit nicht.
Wichtig: Wer im Internet ältere Telefonnummern wie 0800 0800108 findet, sollte nicht davon ausgehen, dass diese noch als R-Gespräch-Dienst funktionieren.
Was ist ein R-Gespräch und was bedeutet das R?
Ein R-Gespräch ist ein Telefonat mit umgekehrter Kostenübernahme. Das R steht für den englischen Begriff „Reverse Charge“. Während normalerweise der Anrufer für eine kostenpflichtige Telefonverbindung bezahlt, übernimmt beim R-Gespräch der Angerufene die Gebühren.
Der Dienst wurde früher häufig als Möglichkeit zum kostenlosen Telefonieren beworben. Tatsächlich war das Gespräch jedoch nur für den Anrufer kostenlos. Der Angerufene musste teilweise erheblich höhere Minutenpreise bezahlen als bei einem gewöhnlichen Telefongespräch.
R-Gespräche waren insbesondere für Menschen interessant, die kein ausreichendes Telefonguthaben hatten oder aus einer Telefonzelle beziehungsweise aus dem Ausland eine Verbindung herstellen wollten.
Wie funktionierte ein R-Gespräch?
Der Verbindungsaufbau erfolgte bei den früheren R-Gespräch-Diensten üblicherweise in mehreren Schritten:
- Der Anrufer wählte eine kostenlose 0800-Einwahlnummer des R-Gespräch-Anbieters.
- Eine automatische Ansage forderte ihn auf, die Telefonnummer des gewünschten Gesprächspartners einzugeben und gegebenenfalls seinen Namen zu nennen.
- Der Anbieter rief die gewünschte Telefonnummer an und kündigte ein R-Gespräch an.
- Der Angerufene erhielt Informationen über die entstehenden Gesprächskosten und konnte das Gespräch annehmen oder ablehnen.
- Erst nach Zustimmung wurde die Verbindung hergestellt und das Gespräch auf Kosten des Angerufenen geführt.
Lehnte der Angerufene die Kostenübernahme ab, wurde keine Gesprächsverbindung hergestellt.
Was kostete ein R-Gespräch?
Die Kosten waren vom jeweiligen Anbieter abhängig. Während für den Anrufer bei Nutzung einer kostenlosen Einwahlnummer keine Gesprächsgebühren anfielen, zahlte der Angerufene häufig deutlich mehr als für einen normalen Anruf.
Historisch wurden R-Gespräche teilweise mit Minutenpreisen von bis zu 99 Cent angeboten. Bei einem zehnminütigen Telefonat konnten dadurch beispielsweise 9,90 Euro anfallen.
Diese Beträge sind historische Beispiele und keine aktuellen Tarife. Da die früheren Dienste eingestellt wurden, gibt es keinen allgemeinen R-Gespräch-Tarif für 2026.
Wer heute günstiger telefonieren möchte, findet Informationen zu Alternativen zum Call-by-Call und zum Telefonieren über WLAN (WiFi-Calling).
R-Gespräch vom Handy: Ist das ohne Guthaben möglich?
Früher konnten manche R-Gespräch-Dienste auch vom Handy aus genutzt werden. Das war vor allem für Besitzer von Prepaid-Karten interessant, deren Guthaben aufgebraucht war.
Heute steht diese Möglichkeit in Deutschland mangels regulär verfügbarer R-Gespräch-Anbieter nicht mehr zur Verfügung. Wer ohne Guthaben telefonieren möchte, kann gegebenenfalls auf einen Messenger-Anruf über WLAN ausweichen. Voraussetzung sind eine Internetverbindung und ein geeigneter Dienst bei beiden Gesprächspartnern.
Auch WiFi-Calling kann bei fehlendem Mobilfunkempfang helfen. Dabei gelten allerdings die Tarifbedingungen des Mobilfunkanbieters. WiFi-Calling ist deshalb nicht automatisch kostenlos und ersetzt auch kein fehlendes Prepaid-Guthaben.
Weitere Möglichkeiten erläutert der telespiegel im Mobilfunk-Ratgeber.
R-Gespräche sperren: Schutz vor unerwünschten Kosten
R-Gespräche waren nicht nur mit hohen Kosten verbunden, sondern wurden in der Vergangenheit auch für betrügerische Zwecke missbraucht. Deshalb sieht § 119 Telekommunikationsgesetz (TKG) eine Sperrliste für eingehende R-Gespräche vor.
Telefonkunden können ihren Telekommunikationsanbieter beauftragen, ihre Rufnummer kostenlos in diese Sperrliste aufnehmen zu lassen. Die Bundesnetzagentur verwaltet die entsprechende Datenbank.
Im Jahr 2026 wurde im Rahmen einer geplanten Änderung des Telekommunikationsgesetzes vorgeschlagen, die bisherige Sperrliste durch ein Zustimmungsverfahren zu ersetzen. Hintergrund ist, dass derzeit keine R-Gespräch-Dienste mehr angeboten werden. Für die geltende Rechtslage ist der aktuelle Gesetzesstand entscheidend.
Weitere Informationen finden sich bei der Bundesnetzagentur zu R-Gesprächen sowie im § 119 TKG.
Betrug mit angeblichen R-Gesprächen
In der Vergangenheit wurden Verbraucher mit automatischen Telefonansagen kontaktiert, die ein angebliches R-Gespräch ankündigten. Teilweise sollten die Angerufenen eine Taste drücken, um das Gespräch anzunehmen oder abzulehnen.
Bei solchen Anrufen konnte es sich um Betrugsversuche handeln. Die angezeigten Rufnummern waren mitunter gefälscht. Diese Manipulation wird als Call-ID-Spoofing bezeichnet.
Der telespiegel berichtete über mehrere Fälle:
- Verbraucherzentrale warnt vor Betrug mit angeblichen R-Gesprächen
- Bundesnetzagentur: Keine Zahlungspflicht für betrügerische R-Gespräche
Wer eine unerwartete Ansage über ein kostenpflichtiges R-Gespräch erhält, sollte vorsichtig sein, keine unbekannten Zahlungsforderungen akzeptieren und im Zweifel auflegen. Werden fragwürdige Beträge auf der Rechnung ausgewiesen, hilft der Ratgeber Fehlerhafte Telefonrechnung – so reagieren Verbraucher richtig.
Gerichtsurteile zu R-Gesprächen
R-Gespräche haben sich auch in der Rechtsprechung niedergeschlagen. Dabei ging es insbesondere um die Zustimmung zur Kostenübernahme, den Nachweis kostenpflichtiger Verbindungen und die Verantwortung für die Nutzung durch Minderjährige.
- BGH: Eltern haften nicht automatisch für R-Gespräche ihrer Kinder
- R-Gespräche: Anbieter trägt die Nachweispflicht
- Bundesnetzagentur untersagt das Inkasso betrügerischer R-Gespräche
Auch wenn diese Entscheidungen teilweise viele Jahre zurückliegen, zeigen sie, welche Probleme durch die Abrechnung von R-Gesprächen entstehen konnten.
Häufige Fragen zum R-Gespräch
Welche R-Gespräch-Nummer funktioniert 2026?
Nach den vorliegenden Informationen gibt es 2026 keine regulär nutzbare R-Gespräch-Nummer in Deutschland. Frühere Einwahlnummern wie 0800 0800108, 0800 5522 und 0800 1723 gehören zu eingestellten Angeboten.
Gibt es R-Call oder R-Talk noch?
Für R-Call und R-Talk lässt sich 2026 kein aktiver regulärer R-Gespräch-Dienst bestätigen. Die früher bekannten Angebote sind eingestellt worden.
Kann ich ein R-Gespräch vom Handy führen?
Früher war das bei bestimmten Anbietern möglich. Heute fehlt in Deutschland ein regulär verfügbarer Anbieter, über den sich ein solches Gespräch herstellen ließe.
Ist ein R-Gespräch kostenlos?
Nur für den Anrufer war das Gespräch bei Nutzung einer kostenlosen Einwahlnummer gebührenfrei. Der Angerufene übernahm nach seiner Zustimmung die Gesprächskosten.
Kann ich ein R-Gespräch ablehnen?
Ja. Beim klassischen R-Gespräch musste der Angerufene der Kostenübernahme zustimmen. Ohne diese Zustimmung kam keine kostenpflichtige Gesprächsverbindung zustande.
Ist die R-Taste am Telefon für R-Gespräche zuständig?
Nein. Die R-Taste am Telefon dient üblicherweise der Rückfrage und Vermittlung von Telefonaten, etwa beim Makeln zwischen zwei Gesprächspartnern. Mit kostenpflichtigen R-Gesprächen hat sie nichts zu tun. Mehr dazu unter Halten, Rückfragen und Makeln.
Fazit: R-Gespräche sind in Deutschland Geschichte
Das R-Gespräch war eine Möglichkeit, jemanden auf dessen Kosten anzurufen. Besonders in Zeiten von Telefonzellen und teuren Mobilfunktarifen konnte das sinnvoll sein. Mit günstigen Telefonflatrates, Prepaid-Tarifen und internetbasierten Anrufen verlor der Dienst jedoch zunehmend an Bedeutung.
2026 gibt es in Deutschland nach den vorliegenden Informationen keinen regulären Anbieter mehr. Wer nach einer R-Gespräch-Nummer sucht, findet deshalb vor allem historische Einwahlnummern. Eine Wiederaufnahme solcher Dienste ist rechtlich nicht grundsätzlich ausgeschlossen, derzeit aber nicht absehbar.