R-Gespräche – Anbieter trägt Nachweispflicht

R-Gespräche - Anbieter trägt Nachweispflicht

Seit etwa einem halben Jahr drängen Anbieter auf den Markt, die kostenloses Telefonieren versprechen. Diese Gespräche sind allerdings nur für den Anrufer kostenlos, denn der Angerufene erhält dafür die Rechnung. Es handelt sich um R-Gespräche. Der Anrufer stellt die Verbindung in der Regel über eine kostenfreie 0800-Rufnummer her, der gewünschte Gesprächspartner kann nun entscheiden, ob er das R-Gespräch kostenpflichtig (!) führen möchte. Mit diesen Diensten wird viel Unfug getrieben, aber auch vor allem Jugendliche nehmen den Werbeslogan „kostenlos telefonieren„ ernst, und verursachen damit auf der Rechnung von Freunden erhebliche Kosten.

Harald Dörr von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat sich zu diesem Thema in einem Interview geäußert. Darin stellt er fest, dass eine spezielle Meldepflicht für Anbieter von R-Gesprächen bei der Regulierungsbehörde nicht besteht. Außerdem seien diese Dienste nicht von dem kürzlich verabschiedeten Gesetz gegen den Missbrauch von 0190/0900-Mehrwertdiensten (Telespiegel berichtete) betroffen. Der Rückruf selbst darf nämlich nicht über eine teure 0190 oder 0900-Nummer erfolgen.

Da der Rechnungsempfänger durch den Rückrufdienst angerufen wurde und nicht seinerseits angerufen hat, ist bei der Abrechnung des Rückrufs kein Bezug zu einer Rufnummer möglich. Die Kosten müssen daher in der Telefonrechnung ausgewiesen werden. Herr Dörr erklärt weiter, dass der Anbieter eines Rückrufdienstes zum Nachweis der Verbindung auf Grundlage der Verbindungsdaten verpflichtet ist. Die Sicherstellung der Speicherung ist Sache des Anbieters des Rückrufdienstes.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025

Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

Der diesjährige 39C3 zeigte speziell, wie kritisch Europas digitale Abhängigkeit ist. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit neu gedacht werden müssen. Dafür wurden konkrete Auswege aufgezeigt. […]

Social-Media-Ausstieg – viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Social-Media-Ausstieg

Viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Jugendliche nutzen Social Media kritischer und erkennen die Risiken. Daher wenden sich viele bewusst ab. Einzelne Plattformen wie Instagram oder YouTube sind dennoch weiterhin für junge Menschen von hoher Bedeutung. Das zeigt die aktuelle „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank. […]