Fragwürdig – Vodafone lockt mit Tarif ohne Roamingkosten

Vodafone

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihren Schatten voraus. Spätestens am 15. Juni 2017 fallen innerhalb der EU die Roamingkosten weg. Das bedeutet, die Mobilfunkanbieter müssen bis dahin eine neue, rechtskonforme Tarifgestaltung finden oder die Kosten einfach entfallen lassen. Vor diesem Hintergrund sind alle drei großen Mobilfunkanbieter – Telekom, Vodafone und Telefonica (O2 und E-Plus) – derzeit sehr umtriebig. Alle bieten in diesen Tagen neue Tarifoptionen, die Roaminggebühren entfallen lassen, dabei aber durch geschickte Änderungen der Tarifbestandteile die Preise erhöhen. Vodafone lockt beispielsweise ab 14. April 2016 mit Wegfall der Roamingkosten. Allerdings ist das Unternehmen anders als die Telekom dabei alles andere als konsequent.

Wegfall der Roamingkosten – das ändert sich bei Vodafone

Eigentlich ist es eine große Mogelpackung, die Vodafone ankündigt. Denn der Wegfall der Roamingkosten betrifft nur einen Teil der Tarife und nicht alle Kunden. So fallen die Zusatzkosten für die Handy- und Smartphone-Nutzung im Ausland in den RED-Tarifen weg sowie im Tarif Smart L. Für die Prepaid-Callya-Tarife gelten die neuen Regelungen erst ab 30. April 2016.

Soweit klingt das alles vorteilhaft. Allerdings steckt der Teufel im Detail. Denn die Tarife gelten ausschließlich für Neukunden und nur nach aktiver Bitte der Kunden auch bei Vertragsverlängerungen. Außerdem werden alle Tarife teurer. So kostet der „Sorglostarif“ RED 20 derzeit 62,49 Euro, zukünftig jedoch 99,99 Euro. Am anderen betroffenen Preisende kostet Smart L bisher 29,99 Euro, verteuert sich aber auf 34,99 Euro. Die Tarife smart S und Smart M sind sogar ausgeschlossen.

Teilweise beinhalten die Pakete bessere Datenbedingungen, jedoch verpackt Vodafone mit dem Werbespruch „Goodbye Roaming“ eine Preiserhöhung. Die möglichen Zusatzkosten durch Anrufe oder Surfen im Urlaub sind in der Summe im Normalfall nicht annähernd so hoch wie die Zusatzkosten durch die neuen Tarife. Denn allein 5 Euro Mehrkosten im Tarif Smart L summieren sich im Jahr auf 60 Euro. Da hilft es auch nicht viel, dass Vodafone zukünftig alle Kunden im LTE-Netz mit maximaler Geschwindigkeit surfen lässt.

Es gibt eine weitere Fußangel: Nach aktuellem Stand sollen die Roamingkosten nur für das Inklusive-Datenvolumen entfallen. Das heißt: Surft ein Nutzer im Urlaub mehr, muss er trotz neuem Tarif für dieses zusätzliche Datenaufkommen Roaminggebühren zahlen – zumindest bis zum gesetzlichen Wegfall im kommenden Jahr.

Mobilfunkanbieter müssen endlich umdenken

Die neuen Tarife zeigen deutlich, wie schwer Mobilfunkanbieter das rechte Maß finden. Es ist grundsätzlich verständlich, dass sie Umsätze maximieren möchten. Die angepriesenen Tarife ohne die ohnehin nächstes Jahr wegfallenden Roamingkosten sind jedoch nichts weiter als eine Preiserhöhung. Das gilt für Vodafone wie für die Telekom. Es wäre zu erwarten gewesen, dass zumindest Bestandskunden kompensationslos vom Wegfall der Roaminggebühren profitieren. Aber genau diese regelmäßig Umsatz bringende Zielgruppe ist ausgeschlossen. Aus Sicht der treuen Kunden ist das einfach nur unverständlich. Es bleibt abzuwarten, ob nächstes Jahr Kunden mit laufenden Verträgen in einen teureren Tarif wechseln müssen oder tatsächlich bei bestehenden Tarifen vom Wegfall der Roamingkosten profitieren.

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