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Fragwürdige Angebote

Nicht alle Angebote im Festnetz, dem Mobilfunk und dem Internet sind das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Einige können durchaus als fragwürdig oder sogar unseriös eingestuft werden.

Kostenlos telefonieren mit R-Talk - Auf Rechnung des Angerufenen
Bräunungseffekt durch Handysoftware und Bildschirmschoner
Call-by-Call-Anbieter mit schlechter Taktung
ACN Europe - Kostenlose Telefonate mit anderen ACN-Festnetzkunden

Kostenlos telefonieren per R-Gespräch - Auf Rechnung des Angerufenen
Wir wurden einst per TV-Werbung auf den Dienst R-Talk aufmerksam gemacht, der kostenloses telefonieren verspricht. Rund um die Uhr kann der Anrufer mit dem Handy, von einem Festnetz-Telefonanschluss, einer Telefonzelle und aus dem Ausland alle deutschen Dt. Telekom-Festnetzanschlüsse gratis anrufen. Allerdings war in dieser Werbung für das ungeübte Auge erst auf den zweiten Blick ersichtlich, dass das Telefonat zwar für den Anrufer kostenlos, für den Anrufer aber erheblich teuerer als ein normales Telefonat ist. Der Minutenpreis von 48 Cent bis zu 1,50 € pro Minute für die über eine kostenlose 0800-Nummer erstellte Verbindung wurde damals in der TV-Werbung verschwiegen und ist auch heute noch auf der Internet-Seite erst nach längerem Suchen zu finden. Für die Gebühren kommt der Angerufene auf, denn es handelt sich um Verbindungen per R-Gespräch.
Bewertung vom telespiegel
In Notfällen ist es sicher von Vorteil, einen anderen per R-Gespräch erreichen zu können. Es bleibt jedoch zu wünschen, dass die Servicenummer mit Rücksicht auf den Angerufenen verwendet werden und Kinder sowie Jugendliche diese Möglichkeit nicht leichtfertig nutzen. Insgesamt hält der telespiegel den R-Talk-Dienst für ein fragwürdiges Angebot, denn der Verbraucher wird nicht ausreichend über alle Aspekte dieses Dienstes informiert. Hinzu kommt, dass die Werbung im TV, dem Videotext, auf Plakaten und auf der Homepage dem potentiellen Teilnehmer assoziiert, der Dienst sei tatsächlich völlig kostenlos.
Tipp vom telespiegel
Auf der Telefonrechnung, über die Telefonate über R-Talk abgerechnet werden, werden die fälligen Beträge als Verbindungen über die 01058 Telecom GMBH in Rechnung gestellt. Verbraucher haben aber auch die Möglichkeit, ihre Telefonnummern vorsorglich bei den R-Gespräch-Dienstleistern für deren Dienst sperren zu lassen und sich damit vor dem Erhalt unerwünschter R-Gesprächen zu schützen.

Letzte Bearbeitung: 06.08.2008, Angaben ohne Gewähr


Handysolarium und Solarium-Bildschirmschoner - Bräunen vor dem Display
Immer mal wieder werden dubiose Dienste angeboten, die oberflächlich mehr versprechen, als sie halten können. So ist es auch mit den diversen Werbungen für Handylogos, Handysoftware und Computer-Bildschirmschoner, die angeblich UV-Strahlung produzieren und dadurch einen Bräunungseffekt haben. Wer also lange genug vor dem Display sitzt und sich bestrahlen lässt, bekommt dadurch eine gebräunte Haut, wird versprochen. (siehe dazu auch telespiegel-News vom 06.08.2008)
Bewertung vom telespiegel
Diese Versprechen sind haltlos, das müssen auch die Anbieter in ihrem Kleingedruckten einräumen. Weder ein übliches Handydisplay noch ein gewöhnlicher Computerbildschirm kann UV-Strahlung produzieren, ob mit oder ohne entsprechende Software.
Tipp vom telespiegel
Setzen Sie sich lieber mit ihrem Laptop in die Sommersonne, davon können Sie mehr Bräunungseffekt erwarten.


Letzte Bearbeitung: 06.08.2008, Angaben ohne Gewähr


Call-by-Call-Anbieter mit schlechter Taktung
Vor einiger Zeit konnten sich die Anbieter im Festnetz preislich noch gegenseitig unterbieten. Inzwischen ist der Spielraum fast ausgereizt. Um günstige Minutenpreise anbieten zu können und trotzdem einen hohen Gewinn zu erzielen, versuchen einige Telefonanbieter ihre Gewinnspanne durch eine für den Verbraucher sehr schlechte Taktung zu erweitern. Die Zeitabschnitte, in denen das Gespräch abgerechnet wird, werden also verlängert, sodass auch bei kurzen Telefonaten immer ein bestimmter Mindestbetrag fällig wird.
Bewertung vom telespiegel
Eigentlich ist schon ein 60-Sekunden-Takt nicht sehr vorteilfhaft, jedoch durchaus üblich und sicherlich auch noch zu verschmerzen. Ein 4-Minuten- (oder mehr) Takt grenzt jedoch schon an Geldschneiderei. Frech ist, wenn diese Konditionen nur aus dem Kleingedruckten hervorgehen.
Tipp vom telespiegel
Solche Angebote treiben die Telefonrechnung unnötig in die Höhe. Besser ist es, ein preiswertes Call-by-Call-Angebot mit kurzer Taktung zu nutzen.

Letzte Bearbeitung: 06.08.2008, Angaben ohne Gewähr




 

ACN Europe - Kostenlose Telefonate mit anderen ACN-Festnetzkunden
Das Unternehmen ACN Europe bietet Privatkunden kostenlose Telefonate mit anderen ACN-Festnetzkunden (ACN-2-ACN-Gespräche) und lockt mit `günstigen Tarifen und herausragenden Vorteilen´. Bedingung für die Nutzung dieses Tarifs ACN Friends & Familie ist, dass der Kunde eine Pre-Selection mit ACN eingeht, also seinen Festnetzanschluss bei der Dt. Telekom behält, aber per Voreinstellung sämtliche Telefongespräche über ACN führt. Kostenlose Gespräche sind nur mit anderen `aktiven´ ACN-Kunden möglich. Als aktiver Kunde gelten Kunden, die innerhalb von 30 Tagen mindestens einen Anruf über ACN getätigt hat. ACN behält sich außerdem vor, den Kunden auf ein anderes Tarifmodell umzustellen, wenn dessen Gesprächsaufkommen erheblich über dem liegt, was ACN als überdurchschnittlich definiert. (Punkt 6.2 der AGB)
Bewertung vom telespiegel
Der Kunde kann den Vorteil des kostenlosen telefonierens nur für Verbindungen mit anderen ACN-Kunden nutzen. Die Gespräche mit Kunden des Tarifs ACN Friends & Familie anderer Festnetz-Anbieter und Handynutzern liegen in dem direkten Vergleich mit den Festnetz-Tarifen der Dt. Telekom teilweise lediglich geringfügig unter denen des ungünstigsten Dt. Telekom-Tarifs. Zu den anfallenden Gesprächsgebühren kommt eine monatliche Grundgebühr, die zusätzlich zu der Grundgebühr des zugrunde liegenden Telefonanschlusses der Dt. Telekom gezahlt werden muss.
Die kostenlosen Telefonate mit anderen ACN-Kunden sind aus vertrieblicher Sicht ein interessantes Instrument, aus Kundensicht sind sie aber lediglich als Lockmittel zu bezeichnen. Die ACN-Kunden werden angespornt, ihren Bekanntenkreis nach möglichen Neukunden abgrasen, Interessenten können Vertriebspartner werden. Diese sollen wiederum andere Partner werben. In der Kette der Vertriebspartner erhält jeder von der Telefonrechnung der geworbenen Kunden einen Teil des Umsatzes. Die ACN Europe-Vertriebspartner werden nach Zahlung einer nicht unerheblichen Einstiegsgebühr zwar in verkäuferischen Seminaren auf die zukünftige Aufgabe vorbereitet, doch Fachkenntnisse sucht man dort im Regelfall vergeblich. Wäre diese eher zweifelhafte Vertriebsstruktur ähnlich der altbekannten Art eines Schneeballsystems nicht, könnte ACN Europe weitaus bessere Minutenpreise anbieten. Der Kunde bezahlt nämlich mit seinen Telefongebühren eine ganze Kette von Mitarbeitern, also die gesamte Struktur, mit. Auch aus diesem Grund halten wir das Angebot für nicht empfehlenswert.
Außerdem liegt die Vermutung nah, dass ACN-Kunden, die die kostenlosen Telefonate im Verhältnis zu häufig nutzen, in einen ungünstigeren Tarif gewechselt werden.
Tipp vom telespiegel
Mit einem günstigen und fairen Call-by-Call-Anbieter kann insgesamt preiswerter telefoniert werden.

Letzte Bearbeitung: 06.08.2008, Angaben ohne Gewähr


Weitere Informationen
Rechte und Pflichten von Telefonkunden
Fehlerhafte Telefonrechnung
Call-by-Call Vergleich im Festnetz - Datenbank
Telefontarif - viele Anbieter im Vergleich
Telefonanschluss - Preisvergleich
Tipps und Tricks - Festnetz
Gerichtsurteile - Festnetz

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