Supercomputer – Jülichs „Juwels“ wird durch Upgrade noch leistungsfähiger

Supercomputer – Jülichs „Juwels“ wird durch Upgrade noch leistungsfähiger

Das bessere Verstehen von Krankheiten, die beschleunigte Entwicklung von Medikamenten und Therapien sowie das Verstehen des Einflusses der Luftverschmutzung auf das Klima – all das ist mit so genannten Supercomputern möglich. Einer der schnellsten und leistungsfähigsten Computer „Juwels“ hat nun ein Upgrade erhalten, wodurch er zum schnellsten Supercomputer Europas aufsteigt.

Was ist ein Supercomputer?

Bei einem Supercomputer handelt es sich um einen besonders schnellen Rechner, der vielseitig eingesetzt werden kann. Die typischsten Merkmale sind die besonders große Anzahl an Prozessoren sowie das riesige Gedächtnis des Supercomputers – der Speicher. Mit Hilfe der Hochleistungscomputer können Aufgaben berechnet werden, die das menschliche Gehirn gar nicht bewältigen kann. Mittlerweile sind die Superrechner neben Experiment und Theorie zum dritten Standbein in der Forschung und Entwicklung geworden. Die Computer kommen in vielen unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Hierzu zählen sowohl die Chemie und Klimaforschung als auch das Ingenieurwesen oder die Lebenswissenschaft.

„Juwels“ hat einen Booster bekommen

Der Hochleistungsrechner des Forschungszentrums Jülich schaffte bisher 9,9 Petaflops. In sogenannten Petaflops wird die Verarbeitungsgeschwindigkeit eines Computers angegeben. Der Supercomputer „Juwels“ schafft pro Sekunde 9,9 Billiarden Rechenoperationen. Nun hat er einen Booster erhalten, wodurch unglaubliche 85 Petaflops pro Sekunde möglich sind. Der Booster wurde gemeinsam mit dem US-Hersteller NVIDIA von dem Forschungszentrum Jülich, dem deutsch-französischen Unternehmen Atos sowie dem Münchner Supercomputer-Spezialisten ParTec entwickelt. „Juwels“ ist damit einer der ersten Hochleistungsrechner, welche mit dem „NVIDIA A100 Tensor Core“-Grafikprozessor ausgestattet sind. Damit steigert er in der Weltrangliste von Platz 38 auf Platz 7. Während er in Europa bisher auf Platz 3 lag, befindet er sich nun an der Spitze.

Für was soll der Supercomputer eingesetzt werden?

Da mit dem Jülicher Rechner Prozesse sehr realitätsnah simuliert werden können, soll er unter anderem die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen. Mit Hilfe des Hochleistungsrechners können Krankheiten und deren Ausbreitung zudem besser verstanden werden. „Ein in der derzeitigen COVID-19-Krise sehr aktuelles Beispiel liefert die Unterstützung der Medikamentenentwicklung am Computer“, betont Prof. Thomas Lippert, Leiter des Jülich Supercomputer Centre. Aber auch die detaillierte Simulation von Oberflächen ist mit dem Supercomputer möglich. So können beispielsweise Grundwasserströme oder Erdbewegungen nachgeahmt werden, wodurch verheerende Schlammlawinen vorhergesagt werden können. Die neue hohe Rechenleistung ist auch für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz wichtig. Durch den Booster können die Grenzen von Simulationen erheblich ausgeweitet werden.

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