Stromvergleich – Strompreise berechnen und Tarife vergleichen

Stromvergleich

Strom ist ein wesentlicher Kostenfaktor für jeden Haushalt. Dennoch können viele Stromkunden erheblich sparen – durch einen Wechsel des Stromanbieters. Schon kleine Unterschiede beim Preis summieren sich im Jahr zu erstaunlichen Beträgen. Das Einsparpotenzial ist je nach bisherigem Versorger und eigenem Verbrauch erheblich und kann im dreistelligen Bereich liegen. Der folgende Tarifrechner ermöglicht einen einfachen und übersichtlichen Vergleich. So erkennen Sie auf einen Blick das Einsparpotenzial beim Wechsel des Stromanbieters.

So funktioniert der Stromvergleichsrechner

Für einen Strompreisvergleich werden zunächst nur wenige Angaben benötigt. Entscheidend sind die Postleitzahl und der jährliche Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh). Mit diesen Informationen kann der Tarifrechner die am jeweiligen Wohnort verfügbaren Stromangebote ermitteln.

Wer den bisherigen Stromanbieter und den aktuellen Tarif kennt, kann die möglichen Einsparungen genauer berechnen.

Der Stromvergleich erfolgt in drei Schritten:

  1. Postleitzahl eingeben: Die Strompreise unterscheiden sich regional, unter anderem aufgrund verschiedener Netzentgelte.
  2. Jahresverbrauch angeben: Der Stromverbrauch steht auf der letzten Jahresabrechnung. Alternativ können Richtwerte verwendet werden.
  3. Stromtarife vergleichen: Der Rechner zeigt die verfügbaren Angebote und deren voraussichtliche Jahreskosten. Vertragsbedingungen und mögliche Bonuszahlungen sollten anschließend geprüft werden.

Ein Vergleich der Strompreise ist unverbindlich. Erst wenn ausdrücklich ein neuer Vertrag abgeschlossen wird, erfolgt ein Stromanbieterwechsel.

Stromverbrauch ermitteln – wie viel Strom benötigt ein Haushalt?

Für einen möglichst genauen Stromkostenvergleich sollte der tatsächliche Jahresverbrauch verwendet werden. Dieser steht auf der letzten Stromrechnung und wird in Kilowattstunden angegeben.

Ist der Verbrauch nicht bekannt, können folgende ungefähre Richtwerte für Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung als Orientierung dienen:

HaushaltsgrößeStromverbrauch pro Jahr
1 Person1.500 kWh
2 Personen2.500 kWh
3 Personen3.000 kWh
4 Personen4.000 kWh
5 Personen4.500 kWh
Die tatsächlichen Werte können deutlich abweichen. Eine elektrische Warmwasserbereitung, eine Wärmepumpe, ältere Elektrogeräte oder das regelmäßige Laden eines Elektroautos erhöhen den Strombedarf teilweise erheblich.

Für den Stromvergleich empfiehlt sich deshalb grundsätzlich die Verwendung des tatsächlichen Jahresverbrauchs.

Stromkosten berechnen – Arbeitspreis und Grundpreis beachten

Ein günstiger Strompreis pro Kilowattstunde bedeutet nicht automatisch, dass auch der gesamte Stromtarif günstig ist. Die Stromrechnung setzt sich bei klassischen Tarifen hauptsächlich aus zwei Preisbestandteilen zusammen:

  • Arbeitspreis: Der Betrag, der für jede verbrauchte Kilowattstunde Strom berechnet wird.
  • Grundpreis: Ein fester Betrag, der unabhängig vom Verbrauch anfällt und häufig monatlich oder jährlich angegeben wird.

Die jährlichen Stromkosten lassen sich mit einer einfachen Formel berechnen:

Jahresverbrauch × Arbeitspreis + jährlicher Grundpreis = jährliche Stromkosten

Beispiel: Ein Haushalt verbraucht 3.000 kWh Strom im Jahr. Der Arbeitspreis beträgt 30 Cent pro Kilowattstunde, der jährliche Grundpreis 150 Euro.

3.000 kWh × 0,30 Euro + 150 Euro = 1.050 Euro Stromkosten pro Jahr

Bei identischem Verbrauch und einem anderen Tarif mit 27 Cent Arbeitspreis und 120 Euro Grundpreis würden die Jahreskosten nur 930 Euro betragen. Die rechnerische Ersparnis läge somit bei 120 Euro pro Jahr.

Bei diesem Beispiel handelt es sich um fiktive Tarifpreise, nicht um aktuelle Marktangebote. Ein Stromvergleichsrechner ermöglicht die Berechnung mit den jeweils angebotenen Tarifen.

Stromtarife vergleichen – worauf kommt es an?

Beim Strompreisvergleich ist der günstigste angezeigte Tarif nicht zwangsläufig die beste Wahl. Niedrige Preise können beispielsweise durch einmalige Neukundenboni entstehen, die im folgenden Vertragsjahr entfallen.

Für einen aussagekräftigen Stromkostenvergleich sollten insbesondere diese Punkte berücksichtigt werden:

Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist

Eine Vertragslaufzeit von etwa zwölf Monaten bietet häufig einen sinnvollen Kompromiss zwischen Planungssicherheit und Flexibilität. Kürzere Laufzeiten können vorteilhaft sein, wenn mit sinkenden Strompreisen gerechnet wird oder ein erneuter Wechsel geplant ist.

Die Kündigungsfrist sollte möglichst kurz ausfallen. Nach Ablauf der ursprünglichen Vertragslaufzeit sind neuere Verbraucherverträge in der Regel monatlich kündbar.

Preisgarantie beim Stromtarif

Eine Preisgarantie soll vor unerwarteten Preissteigerungen schützen. Allerdings unterscheiden sich die Garantien erheblich.

Bei eingeschränkten Preisgarantien können etwa Änderungen von Steuern, Abgaben oder Netzentgelten weiterhin zu höheren Stromkosten führen. Entscheidend ist deshalb, welche Preisbestandteile tatsächlich abgesichert sind.

Stromtarife mit Bonus

Viele Stromanbieter werben mit einem Sofortbonus oder Neukundenbonus. Solche Vergünstigungen können den Strompreis im ersten Vertragsjahr deutlich reduzieren. Allerdings gelten häufig bestimmte Bedingungen. Außerdem entfällt ein einmaliger Bonus im zweiten Vertragsjahr.

Wer einen Stromtarif länger nutzen möchte, sollte die jährlichen Kosten deshalb auch ohne Bonuszahlungen vergleichen.

Vorauszahlungen und Strompakete

Tarife mit hohen Vorauszahlungen oder fest vereinbarten Strommengen bergen zusätzliche Risiken. Wird weniger Strom verbraucht als vereinbart, kann ein Teil der bereits gezahlten Kosten verloren gehen. Bei einem höheren Verbrauch drohen dagegen teure Nachzahlungen.

Übliche Stromtarife mit monatlichen Abschlagszahlungen und verbrauchsabhängiger Abrechnung sind meist übersichtlicher.

Ökostrom vergleichen

Auch bei Ökostromtarifen bestehen erhebliche Preisunterschiede. Allerdings bedeutet die Bezeichnung Ökostrom nicht automatisch, dass durch den Tarif zusätzliche Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien entstehen.

Wer neben dem Strompreis auch auf den ökologischen Nutzen achtet, sollte anerkannte Ökostrom-Gütesiegel und die Herkunft des Stroms berücksichtigen.

Stromanbieter wechseln – wie funktioniert das?

Nach dem Strompreisvergleich kann ein passender Tarif ausgewählt und der Anbieterwechsel beantragt werden. Der neue Stromanbieter benötigt dafür gewöhnlich persönliche Kontaktdaten, die Lieferadresse sowie weitere Angaben zum bisherigen Stromvertrag. Je nach Wechselverfahren können auch die Zählernummer und die Marktlokations-ID erforderlich sein.

Der technische Stromanschluss bleibt beim Anbieterwechsel unverändert. Auch der Stromzähler muss normalerweise nicht ausgetauscht werden.

Eine Unterbrechung der Stromversorgung ist durch einen regulären Anbieterwechsel nicht zu erwarten. Die Stromversorgung wird unabhängig vom gewählten Lieferanten über das bestehende Netz sichergestellt.

Bei einem regulären Wechsel kann der neue Anbieter die Kündigung des bisherigen Vertrags übernehmen. Bei Sonderkündigungen wegen einer Preiserhöhung oder bei knapp bemessenen Kündigungsfristen kann es sinnvoll sein, selbst zu kündigen.

Stromtarife mit HT- und NT-Zähler vergleichen

Einige Haushalte verwenden einen Stromzähler mit zwei unterschiedlichen Verbrauchswerten. Dabei wird zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) unterschieden. Der Hochtarif gilt typischerweise für Strom, der tagsüber verbraucht wird. Der Niedertarif wird häufig in bestimmten Nachtstunden angewendet. Die tatsächlichen Tarifzeiten hängen vom jeweiligen Netzgebiet und Tarif ab.

Bei einem Stromvergleich für HT/NT-Tarife müssen beide Verbrauchsmengen getrennt berücksichtigt werden:

  • HT-Verbrauch in kWh pro Jahr
  • NT-Verbrauch in kWh pro Jahr

Die jährlichen Stromkosten ergeben sich aus beiden Verbrauchsmengen, den jeweiligen Arbeitspreisen und dem Grundpreis.

Nicht jeder Stromtarif unterstützt eine getrennte HT/NT-Abrechnung. Deshalb muss geprüft werden, ob der ausgewählte Stromvergleichsrechner entsprechende Tarife anbietet.

Häufige Fragen zum Stromvergleich

Wo kann ich Stromanbieter vergleichen?

Stromanbieter lassen sich über Online-Vergleichsrechner gegenüberstellen. Benötigt werden in der Regel nur die Postleitzahl und der Jahresverbrauch. Wichtig ist, neben den angezeigten Preisen auch die Vertragsbedingungen sowie die tatsächlichen Jahreskosten zu vergleichen.

Wie finde ich einen günstigen Stromtarif ohne versteckte Kosten?

Entscheidend ist der Vergleich des gesamten Jahrespreises einschließlich Grundpreis und Arbeitspreis. Bonuszahlungen sollten gesondert betrachtet werden. Auch Vertragslaufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist und mögliche Vorauszahlungen spielen eine wichtige Rolle.

Wie häufig sollte ein Stromvergleich durchgeführt werden?

Ein Stromvergleich empfiehlt sich insbesondere vor dem Ende einer Preisgarantie, bei angekündigten Preiserhöhungen und vor einer Vertragsverlängerung. Auch ohne konkreten Anlass kann ein regelmäßiger Preisvergleich sinnvoll sein.

Welche Angaben benötigt ein Stromvergleichsrechner?

Für einen ersten Vergleich reichen normalerweise die Postleitzahl und der jährliche Stromverbrauch. Wer seine aktuelle Stromrechnung zur Hand hat, kann außerdem den bisherigen Tarif als Vergleichsgrundlage verwenden.

Kann ich durch einen Stromanbieterwechsel Geld sparen?

Ob und wie viel sich bei einem Energiepreisvergleich einsparen lässt, hängt vom bisherigen Tarif, dem Jahresverbrauch und den verfügbaren Angeboten ab. Besonders bei älteren oder vergleichsweise teuren Tarifen können erhebliche Preisunterschiede bestehen. Eine pauschale Ersparnis lässt sich nicht seriös angeben.

Ist der Stromvergleich kostenlos?

Die Nutzung vieler Stromvergleichsrechner ist kostenlos. Vergleichsportale finanzieren sich teilweise über Vermittlungsprovisionen der Energieanbieter. Daher kann sich die Auswahl der angezeigten Tarife unterscheiden. Ein zusätzlicher Vergleich mit den Angeboten der Versorger ist empfehlenswert.