Lizenz für Antiviren-Programm – Weltweit 775.000 Schwarzkopien und zwei davon im Vatikan

Virus

Wohl jedes Unternehmen wünscht sich, dass seine Kunden seine Produkte oder Dienstleistungen an Freunde und Bekannte weiterempfehlen. So hat der Software-Entwickler Avast sich das jedoch nicht vorgestellt. Er hatte Ende Juni 2010 eine Lizenz für die Kaufversion seines Antivirenprogrammes avast! Pro Antivirus an eine kleine Firma in Tuscon in Arizona ausgegeben. Die Lizenz gilt nur für 14 Nutzer, wird aber bereits von weit mehr User in aller Welt verwendet.

Der Lizenzcode verbreitete sich schnell über sogenannte warez-Internetseiten. Das sind Websites, über die auch illegale Kopien von Filmen und Software angeboten werden. Über den gesamten Globus verteilt tauchte der Code auf diesen Seiten auf und er wird derzeit von 774.651 Nutzern aktiv als Lizenz für das kostenpflichtige Programm genutzt. Bis auf die 14 Lizenznehmer, auf die die Lizenz ausgestellt wurde, verwenden alle Nutzer Raubkopien. Die illegale Lizenzkopie wird in über 200 Ländern verwendet, unter anderem auf zwei Computern in dem Vatikan.

Vince Steckler, der Geschäftsführer von AVAST Software merkte an, wie paradox es sei, dass die Nutzer das Risiko einer Internetseite mit hohem Schadsoftware-Aufkommen in Kauf nahmen, um ausgerechnet eine geknackte Antivirensoftware zu erhalten. Das Unternehmen sendet den identifizierten Raubkopie-Nutzern nun eine Nachricht, in der sie darüber informiert werden, dass sie eine Raubkopie verwenden und sie von nun an keine Updates mehr erhalten werden. Die Nutzer sollen damit dazu bewegt werden, eine Lizenz zu kaufen oder die kostenlose Version der Software zu verwenden.

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