Mobile Geräte in der Öffentlichkeit – Mitmenschen mehr genervter als Nutzer denken

Handy am Steuer

Zu Beginn des Booms der mobilen Telefone war es ungewöhnlich, wenn in der U-Bahn ein Handy klingelte. Die meisten Fahrgäste sahen sich um, suchten den Ursprung des Tons. Genervt, sogar manchmal erbost wurden dann die Besitzer angesehen, wenn sie das Gespräch entgegen nahmen. Manche Angerufenen störte das wohl nicht, anderen war es sichtlich peinlich. Inzwischen ist es keine Besonderheit mehr, wenn jemand in der Öffentlichkeit telefoniert. Mobiltelefone sind allgegenwärtig. Obwohl ein korrekter Umgang mit dem Mobiltelefon sieht anders aus. Auch Laptops und andere mobile Endgeräte gehören zum alltäglichen Leben und kaum jemand nimmt noch Notiz davon, wenn Menschen mit einer Freisprecheinrichtung am Ohr durch die Straßen gehen, als würden sie mit sich selbst diskutieren oder im Café am Laptop arbeiten, während sie einen Latte macchiato genießen.

Wie sehr oder wie wenig ein solches Verhalten von den Mitmenschen akzeptiert wird, wollte der weltgrößte Chiphersteller Intel wissen. Er beauftragte eine Studie, in deren Rahmen 12.000 Personen in 16 europäischen Ländern, in Südafrika und im Nahen Osten befragt wurden. Auf die Frage, was sie an der Nutzung der mobilen Endgeräte im Alltag am meisten stört, nannten 57 Prozent der Deutschen die Klingeltöne und die lauten Handytelefonate ihrer Mitmenschen. Aber nur ein Prozent der Deutschen waren der Meinung, andere mit ihrer Nutzung der mobilen Endgeräte zu stören. Ähnlich sehen es die Einwohner anderer Länder.

Auch ein weiteres Ergebnis der Studie stimmt nachdenklich. Etwa neun Prozent der Befragten erklärten, dass sie eher eine Woche vollkommen auf ihren Lebenspartner als auf ihr mobiles Gerät verzichten würden. Weniger alarmierend ist, dass 52 Prozent für ihr Gerät auf Süßigkeiten verzichten würden. Aber immerhin etwa ein Drittel der Befragten nehmen ihr Mobiltelefon, Laptop oder ihren Tablet-PC mit in das Bett. Nur beim Essen, da sind sich die meisten einig, stört das mobile Endgerät. Ein gesellschaftlicher Konsens, wie mit mobilen Geräten umzugehen sei, müsse sich erst noch entwickeln, sagte ein Intel-Manager in Bezug auf die Studie. Dem ist wohl nichts hinzu zu fügen.

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