Spritz – schneller lesen mit neuer Technik

Spritz

Auf dem Mobile World Congress, der letzte Woche in Barcelona stattfand, hat das amerikanische Start-up Spritz auf sich aufmerksam gemacht. Dem Unternehmen ist es gelungen, eine Technik zu entwickeln, die das Lesen von Texten auf Displays deutlich verschnellert. Die Macher gehen von einer Vervierfachung der Lesegeschwindigkeit aus. Eingesetzt wird Spritz bereits auf der Samsung Gear 2 Smartwatch und auf dem Samsung Galaxy S5.
Die Entwickler von Spritz gehen von einem Lesefluss aus, bei dem der Leser normalerweise rund 250 Wörter pro Minute erfassen kann. Mit Spritz lassen sich ohne Training mühelos rund 350 Wörter lesen, mit Training schnell bis zu 1.000 Wörter. Das wäre eine Vervierfachung der Leseleistung. Basis ist ORP. Die Abkürzung steht für Optimal Recognition Point (ORP). Das ist ein Fixpunkt beim Lesen, bei dem das Auge die Wörter am besten erfassen kann (Optimal Recognition Point). Bei längeren Wörtern liegt dieser etwa am Ende des ersten Drittels des Wortes. Der ORP bleibt beim schnellen Lesen mit der Spritztechnik bei allen Wörtern an der gleichen Stelle. Genau das ist das Geheimnis des schnellen Lesens. Denn beim normalen Abtasten der Zeilen geht viel Aufmerksamkeit verloren, da das Auge immer wieder die Zeilen und Wörter erfassen muss. Anders bei Spritz. Hier ruht das Auge allein auf dem ORP. Die Wörter werden dann nacheinander so eingeblendet, dass sie mit diesem Fixpunkt sofort erfasst und verstanden werden. Während beim normalen Lesen also Zeilen gelesen werden müssen, blendet Spritz die Wörter exakt auf den ORP ausgerichtet nacheinander ein. Ein Selbsttest ist auf der Webseite des Start-ups möglich: https://www.spritz.com/.

Mit Spritz könnte die digitale Welt ein Stück benutzerfreundlicher werden. Denn die Technik kann im Prinzip auf jedem Display eingesetzt werden. Dadurch lassen sich nicht nur lange Texte schneller lesen, sondern es sind innovative Ansätze verfolgbar. So könnten E-Books zukünftig sogar von einer Smartwatch aus gelesen werden oder eine lange Webseite ist auf einem Handy mit Spritz schnell erfassbar. Das Start-up lädt Entwickler und Webseitenbetreiber ein, an neuen Implementierungen teilzuhaben und eigene Tools auf Basis von Spritz zu programmieren.

Update 30.05.2014

Spritz gibt es jetzt als Browser-Plugin und funktioniert super!

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