Warnung – Streaming-Portale locken in Abo-Falle

Abofalle

Eine neue fiese Masche haben Anbieter verschiedener Streaming-Portale für sich entdeckt. Kunden möchten sich auf den Webseiten Filme ansehen, müssen sich jedoch zuvor registrieren. Bei der kostenlosen Anmeldung ist ein Hinweis auf die folgenden Kosten. Nach fünf Gratistagen beläuft sich jedoch die Gebühr auf zum Beispiel 29,90 Euro im Monat, die der jeweilige Betreiber aggressiv einfordert. Auf diese Abo-Falle macht die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz laut Augsburger Allgemeine aufmerksam. Offenbar vermutet deren Marktwächterteam einen größer angelegten Versuch, solche Abo-Fallen zu installieren. Denn die Masche ist auf mehreren Seiten zu finden, die sich alle im Wesentlichen nur durch das Logo und den Betreibernamen unterscheiden. Das Problem: Es gibt offenbar gar keine Filme zu sehen.

So funktioniert die Abo-Falle der Streaming-Portale

Die Masche wird laut Verbraucherzentrale auf Portalen wie zum Beispiel bigostream.de, cinemaxx24.com, kinowelt24.com, kinozeit.net und wowflix.de eingesetzt. Insgesamt scheint es über 40 solcher Streaming-Angebote zu geben. Die Betreiber sprechen mit gezielter Werbung über zum Beispiel Popup-Fenster meist jüngere Nutzer an. Diese gelangen so auf die Seite eines Streaming-Portals und sehen eine große Auswahl von angesagten Filmen. Bevor sich die Interessierten einen Film ansehen können, müssen sie sich registrieren. Auf der entsprechenden Seite ist dann zu lesen, dass das Portal fünf Tage gratis ist. Etwas kleiner machen die Betreiber auf die Kosten von monatlich 29,90 Euro (ggf. abweichende Beträge) aufmerksam, die nach der kostenlosen Testdauer fällig werden.

Junge Nutzer können Kosten nicht abschätzen

Das Problem: Da es sich häufig um jüngere Nutzer handelt, können diese die Kosten nicht richtig einschätzen. Sie haben die Gesamtkosten von jährlich knapp 360 Euro nicht im Blick und vergessen, dass Sie den mit der Anmeldung verbundenen Vertrag rechtzeitig kündigen bzw. widerrufen müssen. Geschieht beides nicht, kommt eine Rechnung ins Haus, die bei Nichtzahlen in aggressive Forderungen mündet.

Abo-Falle ohne Streaming: Keine Filme zu sehen!?

Nach Erfahrungen von Betroffenen halten die Betreiber dennoch nicht ihr Versprechen. Denn die registrierten Nutzer können auf der Plattform weder Filme noch Serien streamen. Offenbar dient die Anmeldung nur dazu, Rechnungen zu verschicken und persönliche Daten wie Adresse und Telefonnummer zu sammeln.

Hinzu kommen zwei Aspekte, die auf bewusste Täuschung hindeuten könnten. Zum einen: Obwohl die Betreiber der Streaming-Portale unabhängig voneinander zu sein scheinen, vermutet die Verbraucherzentrale ein Netzwerk dahinter. Denn die Portale wirken alle ähnlich aufgebaut. Zum anderen: Es gibt auf YouTube sogar Videos, bei denen angebliche Anwälte erklären, dass die Rechnungsforderung berechtigt ist und die Betroffenen unbedingt zahlen müssten, um weitere Konsequenzen zu vermeiden. Genau diese Aussage ist aber nach Ansicht der Verbraucherschützer falsch. Betroffene sollten sich an eine Beratungsstelle wenden, wo sie Hilfe erhalten. Noch besser ist es, nur auf bekannte Portale wie Amazon, Netflix, Apple TV usw. zuzugreifen.

Die bisherigen Rechercheerkenntnisse haben die Experten inzwischen den Ermittlungsbehörden übergeben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, können die Abo-Fallen für die Anbieter der Streaming-Portale zu einem rechtlichen Bumerang werden.

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