Klick! – Computermaus wird 50 Jahre alt

Computermaus

Es ist ein überraschender Geburtstag. Am 9. Dezember 2018 feiert eine Errungenschaft Jubiläum, deren Alter man ihr nicht ansieht: Die Computermaus wird bereits 50 Jahre alt. Ohne dieses optische Eingabegerät wäre der Siegeszug der Computer vermutlich nicht möglich gewesen.

Douglas Engelbart ist Erfinder der PC-Maus

Es war eine Sensation, als der amerikanische Computerspezialist Douglas Engelbart der Öffentlichkeit vor 50 Jahren erstmal seine Erfindung vorstellte. Bislang war es so, dass die damals sehr schwerfälligen und großen Computer komplett über die Tastatur bedient wurden. Engelbart versuchte bereits seit Anfang der 1960er-Jahre ein System zu entwickeln, mit dem er eine Markierung auf dem Bildschirm über eine alternative Eingabe bewegen konnte. Anfangs sah seine Maus wie ein schwerfälliger Klotz aus. Es handelte sich im Prinzip um ein Stück Holz mit einer Rolle und einem Mechanismus zum Klicken. Bei der Vorstellung am 9. Dezember 1968 war die Maus bereits mit zwei Tasten ausgerüstet. Da es aber damals noch keine optische Benutzeroberfläche gab, sondern nur Computercode, nahm die breite Öffentlichkeit das Eingabegerät kaum zur Kenntnis. Dennoch war die Erfindung wegweisend für heutige Computersysteme.

„Maus“: Deutsche Erfindung war erfolglos

Allerdings ist die Geschichte etwas ungenau. Denn im gleichen Jahr brachte der deutsche Computerhersteller Telefunken mit seinem Großrechner TR 440 bereits ein Eingabegerät in den Handel, das als „Rollkugel-Steuerung RKS 100-86“ bezeichnet wurde. Die Funktionalität war bereits sehr ähnlich zur Computermaus, wurde aber nie so bezeichnet. Daher ist das deutsche System sogar das ältere Gerät. Allerdings erhielt das Gerät von Reinber Mellebrein trotz Anmeldung keinen Eintrag in das Patentregister. Für die weitere Entwicklung war Engelbarts Eingabesystem die Grundlage. Er erhielt im November 1970 in den USA das Patent auf diese Entwicklung.

Computermaus: unverzichtbares Präzisionsgerät

Für den klassischen PC, der noch immer von 60 Prozent der Deutschen beruflich oder privat benutzt wird, ist die Maus ein wesentlicher Bestandteil des Systems. Sie erleichtert die Arbeit durch gezielte Klicks auf bestimmte Bildschirmbereiche. Doch das war anfangs gar nicht abzusehen. Erst mit dem Apple Macintosh und dem Betriebssystem Windows wurde die Maus als Eingabegerät zur Massenware.

Aus dem „X-Y-Positionsanzeiger“ von Engelbart entstand in mehreren Schritten die Kugelmaus, die heute weitgehend per Infrarotsensoren funktioniert und häufig über ein zusätzliches Rollrad oder drei Tasten verfügt. Die Evolution brachte außerdem Verbesserungen beim Anschluss bis hin zur kabellosen Eingabe via Bluetooth. Es gab jedoch auch ungewöhnliche Modelle wie das nur aus einem Ball bestehende Modell EasyBall oder die gewöhnungsbedürftigen TrackingBall-Geräte. Heute sind per Infrarot gesteuerte Computermäuse extrem präzise und für viele Anwendungen vom Schreiben eines Briefes bis zum actiongeladenen PC-Game unverzichtbar.

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