Verlust der Anonymität – Gesichtsdatenbank PimEyes steht unter Kritik

Verlust der Anonymität – Gesichtsdatenbank PimEyes steht unter Kritik

Die Gesichtsdatenbank PimEyes eines polnischen Start-Up Unternehmens umfasst rund 900 Millionen Gesichter. Über eine Rückwärts-Suchmaschine können mit dem Bild einer Person sämtliche Bilder dieser Person im Netz gefunden werden. Eine strenge Regulierung der Datenbank wird nun vom Bundestag gefordert.

Was steckt hinter PimEyes?

Netzpolitik.org hat recherchiert, dass die Suchmaschine des polnischen Unternehmens im Internet massenhaft Gesichter nach individuellen Merkmalen analysiert. Die biometrischen Daten der Personen werden dann abgespeichert. So ist es beispielsweise möglich, dass Nutzer und Nutzerinnen von PimEyes eine Person mit dem Profilfoto von Karrierenetzwerken wie Xing und Co. auf sämtlichen Party-Fotos, die sich im Netz befinden, identifiziert kann.

Die Kritik an der Gesichtsdatenbank

Die Recherche von Netzpolitik.org hat ergeben, dass es sich bei der polnischen Suchmaschine um einen umfassenden Angriff auf die Anonymität handelt. Darüber hinaus ist die Datenbank möglicherweise rechtswidrig, denn mit einem einzigen Schnappschuss einer fremden Person lässt sich diese im Handumdrehen identifizieren. Nach der Recherche von Netzpolitik.org haben sich zahlreiche Politiker zu Wort gemeldet. So äußerte beispielsweise der digitalpolitische Sprecher der Union im Bundestag Tankred Schipanski gegenüber der Deutschen Presse Agentur folgendes: „Wenn (eine Regulierung) auf Ebene der EU nicht zeitnah gelingen sollte, müssen wir hier als nationaler Gesetzgeber tätig werden“. Auch der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Jens Zimmermann sowie die netzpolitische Sprecherin der Linken Anke Domscheit-Berg stehen der polnischen Suchmaschine äußerst kritisch gegenüber und sehen Handlungsbedarf.

Ein Verstoß gegen die DSGVO?

Die Suche nach den Gesichtern fremder Personen könnte gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen. Denn ist festgelegt, dass die Verbreitung von biometrischen Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person untersagt ist. Sowohl Politiker und Politikerinnen von der Regierung als auch von der Opposition fordern daher eine strenge Regulierung. Und auch die riesigen US-Unternehmen Google und Facebook haben sich eingeschaltet. Sie wollen gegen die Gesichtsdatenbank juristisch vorgehen, da diese auch immer wieder Bildmaterial aus Instagram oder YouTube abgreift.

Eine biometrische Suche für jedermann

Erst vor Kurzem sorgte das US-amerikanische Unternehmen Clearview AI für Aufsehen, da sich die Gesichtsdatenbank des Unternehmens immer wieder öffentlich zugänglicher Bilder bei Plattformen wie Facebook oder YouTube bediente. Mittlerweile laufen zahlreiche privatrechtliche Klagen sowie Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden. PimEyes geht jedoch noch einen Schritt weiter und stellt die biometrische suche nicht nur den Behörden, sondern jedermann zur Verfügung.

PimEyes hat Änderungen vorgenommen

Netzpolitik.org gibt an, dass PimEyes plötzlich zahlreiche Änderungen auf der Website vorgenommen hat. Es wird nun angegeben, dass die Gesichtsdatenbank zum Schutz der eigenen Privatsphäre dient. Denn es gehe nicht um die Identifizierung von Personen, sondern darum, dass Nutzer und Nutzerinnen ihr eigenes Gesicht hochladen können, um zu sehen, welche Fotos sich im Netz befinden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


neunzehn − eins =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Gratis-Prepaidkarte – O2 bietet den passenden Prepaid-Tarif

Gratis-Prepaidkarte

O2 bietet den passenden Prepaid-Tarif

O2 bietet bei seinen flexiblen Prepaid-Tarifen einen Wechselbonus bei Rufnummermitnahme von 25 Euro sowie eine gratis SIM-Karte. Sowohl Wenig- als auch Vielnutzer finden dank der verschiedenen flexiblen Tarife genau das passende Angebot. […]

Cyberkriminalität – Bankkunden erhalten Phishing-Mails mit QR-Code

Cyberkriminalität

Bankkunden erhalten Phishing-Mails mit QR-Code

Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken eG. sollten aktuell besonders vorsichtig sein. Denn betrügerische Mails sind im Umlauf, bei denen ein QR-Code dazu eingesetzt wird, um an die sensiblen Bankdaten der Betroffenen zu gelangen. Hinter den Phishing-Mails stecken Cyberkriminelle. […]

820 Standorte ausgebaut – Telekom treibt Mobilfunknetz-Ausbau voran

820 Standorte ausgebaut

Telekom treibt Mobilfunknetz-Ausbau voran

Die Telekom hat in den letzten Wochen insgesamt 820 Standorte ausgebaut. Bundesweit wurden beispielsweise an 296 Standorten 5G-Kapazitäten aufgebaut. Der Netzbetreiber hat zudem angekündigt, den Netzausbau weiterhin massiv voranzutreiben. […]