Musikrevolution aus Erlangen – MP3-Format feiert seinen 25. Geburtstag

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Ohne die Entwicklung des MP3-Formats wäre das mobile Hören von Podcasts sowie das Musikstreaming, wie wir es heute kennen, nicht möglich. Vor 38 Jahren begannen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltung in Erlangen und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem nordamerikanischen Telekommunikationskonzern AT&T Bell Labs und dem Konzern Thomson das MP3-Format zu entwickeln.

Die Geschichte des MP3-Formats

Die Entwicklungsarbeit des Teams rund um Karlheinz Brandenburg unter der Leitung von Hans-Georg Musmann sollte sowohl die Rundfunktechnik als auch die gesamte Musikindustrie revolutionieren. Das angestrebte Ziel der Forscher war es, die Musikdateien so klein zu machen, dass sie in einer anständigen Qualität über eine digitale Telefonleitung (ISDN) übertragen werden können. Das EU-Projekt „Eureka“ finanzierte das Forschungsprojekt hauptsächlich. Karlheinz Brandenburg machte die Verkleinerung von Musikdateien zu dem Thema seiner Doktorarbeit. Heute vor genau 25 Jahren – am 14. Juli 1995 – einigten sich die Forschergruppe darauf, die Dateinamenserweiterung „.mp3“ für den neuen Datei-Standard zu nutzen. Im Jahr 1998 erschien der erste tragbare MP3-Player im Handel. Das neue Dateiformat ermöglichte zudem die Erschaffung des ersten iPods. Diesen pries Steve Jobs im Jahr 2001 mit dem Slogan „1000 songs in your pocket“ an.

Was steckt hinter dem MP3-Format?

MP3 ist die Kurzform von MPEG 1 / Layer III. Das Format ermöglicht, dass Musik so gespeichert werden kann, dass sie lediglich noch ein Zehntel des ursprünglichen Speicherplatzes wie auf einer Audio-CD benötigt. Dies ist möglich, da beim Umwandeln eines Liedes in das datenreduzierte MP3-Format Akustik-Signale, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind, einfach ausgeblendet werden.

Warum wurde das neue Format zu einer Revolution der Musikindustrie?

Musik über das Internet weltweit auszutauschen, wurde mit der Erfindung des Dateiformats plötzlich möglich. Zu der MP3-Revolution hat insbesondere ein krimineller Hack eines Studenten beigetragen. Die Forscher rund um Brandenburg stellten einen „Referenzcoder“ ins Netz, welcher die Fertigkeiten des Dateiformats demonstrieren sollte. Der „Referenzcoder“ encodierte nur eine Minute Musik, dem Studenten gelang es allerdings die Spielzeitbeschränkung zu durchbrechen. Er stellte die geknackte Version anschließend ins Netz, wodurch eine regelrechte MP3-Welle ausgelöst wurde. In der Plattform Napster erreichte diese Welle ihren ersten Höhepunkt.

Die Kritik am MP3-Format

Obwohl die Kompressionsverfahren über die Jahre hinweg ständig verbessert wurden, gibt es immer noch Kritiker des Dateiformats. Dabei immer wieder der Vorwurf: es handele sich lediglich um ein Abbild dessen, was analoge Musik einst sein konnte. Obwohl Brandenburg die Kritik am Original-MP3 teilweise noch verstehen kann, ist er davon überzeugt, dass die neuen Codes bei höheren Datenraten so gut seien, dass vom menschlichen Ohr nicht unterschieden werden könne, ob es sich um eine analoge Soundübertragung oder um eine MP3-Übertragung handele.

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