Xiaomi – Chinesischer Smartphone-Hersteller spioniert Benutzer aus

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Dass viele Benutzer von Smartphones des chinesischen Herstellers Xiaomi ausspioniert werden, wurde nun von zwei IT-Sicherheitsexperten aufgedeckt. Insbesondere die Nutzung des Xiaomi-Browser ist heikel, denn die Daten, die beim Surfen im Web entstehen, werden aufgezeichnet und auf eigene Server des Unternehmens übertragen.

Was werfen die Spezialisten dem Smartphone-Hersteller vor?

Gabriel Cîrlig besitzt ein Redmi Note 8 von Xiaomi. Der IT-Sicherheitsspezialist wirft dem Hersteller vor, dass bei der Verwendung des Standard-Browsers sowohl jede Webseite als auch die Eingabe in eine Suchmaschine wie beispielsweise Google oder Duck Duck Go aufgezeichnet wird. Anschließend werden die Daten an einen Server in China übertragen, den der Hersteller beim Internetkonzern Alibaba gehostet hat. Der Cybersecurity-Forscher deckte darüber hinaus auf, dass diese Daten sogar dann übermittelt werden, wenn der Browser im Inkognito-Modus verwendet wird. Dieser Modus soll eigentlich eine maximale Privatsphäre ermöglichen. Cîrlig wirft Xiaomi darüber hinaus vor, dass auch Angaben zum Smartphone, der Android-Version sowie eine stets gleichbleibende Nutzerkennung übertragen werden. Der Sicherheitsexperte befürchtet, dass durch diese Angaben eine eindeutige Identifizierung der Benutzer möglich ist. Er fand zudem heraus, dass an den Hersteller übermittelt wird, welche Apps oder Ordner geöffnet und welche Einstellungen gesetzt werden. Der IT-Sicherheitsexperte Andrew Tierney, der von dem Wirtschaftsmagazin Forbes beauftragt wurde, weitere Untersuchungen anzustellen, fand heraus, dass die Browser-Apps Mint Browser und Mi Browser Pro, welche über den Google Play angeboten werden, ein vergleichbares Verhalten aufweisen.

Welche Modelle des Herstellers sind betroffen?

Cîrlig geht davon aus, dass nicht nur das von ihm verwendete Redmi Note 8 von dieser Spionage betroffen ist, sondern noch viele weitere Modelle des chinesischen Herstellers. Betroffen sein könnten ebenfalls die Modelle Mi 10, Redmi K20 sowie Mi MIX 30, da sie den gleichen Browsercode enthalten. Sollte dies der Fall sein, sind Millionen Nutzer auf der ganzen Welt von der Spionage betroffen.

Was sagt Xiaomi zu den Vorwürfen?

Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Forbes äußerte der chinesische Hersteller, dass dem Unternehmen die Privatsphäre der Nutzer sehr wichtig sei. Ebenso halte man sich an die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes. Allerdings gab gleichzeitig ein Sprecher des Unternehmens preis, dass die Daten gesammelt würden. Dies geschehe jedoch anonym, wodurch die einzelnen Benutzer nicht identifiziert werden könnten. Die Nutzer der Smartphones hätten darüber hinaus zuvor der Datensammlung zugestimmt. Das Sammeln der Daten diene dazu, um langsame Webseiten zu identifizieren. Dem Vorwurf, dass auch im Inkognito-Modus Daten gesammelt werden, widerspricht Xiaomi hingegen vehement, obwohl von den beiden IT-Sicherheitsexperten Beweise in Bild- und Videoform erbracht wurden. Der Browser im Inkognito-Modus soll nun einen Schalter bekommen, mit welchem sich das Aufzeichnen der Daten ausschalten lässt.

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