Zyklus-Apps – Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Zyklus-Apps – Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Zyklus-App erfreuen sich großer Beliebtheit und drehen sich rund um die Themen Verhütung, Periode und Eisprung. Hierzu tragen die Nutzerinnen meist sehr intime Daten in die Apps ein. Bereits 2018 wurde durch die NGO Privacy International aufgedeckt, dass zahlreiche Apps diese Daten beispielsweise an Facebook weitergegeben haben. Eine neue Analyse zeigt, dass weiterhin zahlreiche sensible Daten an Dritte weitergegeben werden.

Was sind Zyklus-Apps?

Hunderte Millionen Frauen auf der Welt nutzen die Anwendungen, um beispielsweise eine Schwangerschaft zu planen oder die nächste Periode zu prognostizieren. Hierfür müssen die Userinnen zahlreiche Fragen rund um ihr Befinden und ihre Gesundheit angeben. Häufig werden folgende Angaben abgefragt:

  • sexuelle Aktivität
  • Stimmungslage
  • Körpertemperatur
  • medizinische Vorerkrankungen
  • Häufigkeit von Orgasmen

Was wurde bei der Analyse untersucht?

Regelmäßig werden somit sehr persönliche Informationen in der Zyklus-App eingetragen, die einen besonderen Schutz benötigen. In zahlreichen Fällen werden die Daten jedoch ohne das Wissen der Nutzerinnen weitergegeben.

„Die Daten, die hier gesammelt werden, machen einen sehr verletzlich und werden nicht ausreichend geschützt“ so Teresa Almeida, Associate Professor am Department of Informatics der Umeå University.

Die Forscher der Newcastle University und der Umeå University nahmen 30 der beliebtesten Anwendungen in diesem Bereich, die kostenfrei zum Download bereitstehen, genau unter die Lupe. Die Apps wurden im Hinblick auf die Einhaltung geltender Datenschutzbestimmungen sowie auf ihren allgemeinen Umgang mit den Nutzerdaten untersucht.

Das Ergebnis: Daten werden nicht ausreichend geschützt

Bei der Analyse fanden die Forscher heraus, dass nahezu jede Anwendung die gesammelten Daten an Dritte weitergibt, ohne, dass hierfür zuvor eine ausdrückliche Zustimmung der Nutzerinnen eingeholt wurde. Daher verstoßen die meisten Zyklus-App gegen die Datenschutzgrundverordnung der EU. Im Durchschnitt 3,8 Tracker wurden direkt nach dem ersten Öffnen der Anwendungen aktiviert. Da die Nutzerinnen hierüber nicht informiert werden, können sie auch nicht darauf reagieren. Die gesammelten Daten können von Dritten dann für Werbezwecke eingesetzt werden. So kann mit dem Wissen beispielsweise passende Werbung für Babykleidung und Babynahrung für werdende Mütter geschaltet werden. Die Forscher kritisieren daher, dass die Privatsphäre der Userinnen nicht ausreichend geschützt wird.

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