Beste Routerleistung – Telekom setzt künftig auf Open-Source-Software

Beste Routerleistung – Telekom setzt künftig auf Open-Source-Software

Um stets beste Routerleistung gewährleisten zu können, will die Telekom in Zukunft bei der Router-Entwicklung auf eine Open-Source-Software setzen. Dies kündigte das Bonner Unternehmen auf dem Mobile World Congress in Barcelona an. Die Reference Design Kit-Broadband-Software, kurz RDK-B, soll auch für Kunden zahlreiche Vorteile mit sich bringen.

Was ist RDK-B?

Hinter RDK-B steckt eine Open-Source-Initiative, bei der Software-Entwickler aus der ganzen Welt zusammen an einem standardisierten Baukasten arbeiten. Durch diese Softwaremodule, die für alle Anbieter verfügbar sind, sollen die Funktionen von WLAN-Routern und Verstärkern sowie allen verbundenen Geräten vereinheitlicht werden. Im Mittelpunkt der weltweiten Community steht das US-amerikanische Unternehmen Comcast. Für Unternehmen wie die Telekom ergeben sich aus der quelloffenen Firmwareentwicklung zahlreiche Vorzüge. Denn die bereits fertigen Software-Bauteile sind vielseitig einsetzbar und können zudem sofort übernommen werden. Hierdurch bleibt wiederum mehr Kapazität, um eigene Dienste für die Router zu entwickeln.

Weshalb setzt die Telekom in Zukunft auf dieses Routerkonzept?

„Wir entwickeln viel mehr Software selbst und testen alles selbst. Dazu lösen wir uns von Herstellern, die uns bislang Soft- und Hardware im Fertigpaket lieferten. (…) Unsere Teams arbeiten nun gemeinsam mit anderen an Standardfunktionen wie Firewall, Telefonie und WLAN – und alle teilen sich Arbeit: ein Geben und Nehmen, und viel schneller, als wenn jeder für sich allein werkeln würde“, erklärt Sophie Ingram, die gemeinsam mit ihrem Team für die Qualität der künftigen Routersoftware zuständig ist.

Während in den USA bereits über 50 Millionen Kabel-Kunden von der quelloffenen Firmwareentwicklung profitieren, kommt mit der Telekom jetzt erstmals ein DSL- und Glasfaseranbieter hinzu. So können beide Übertragungstechnologien bedient werden. Ob eine Glasfaseranbindung vorhanden ist oder ein DSL-Tarif ausreicht, hängt von den Standortgegebenheiten ab. Im vergangenen Herbst hat das Unternehmen in Polen bereits den ersten Router mit einer eigenen Software herausgebracht. Durch RDK-B-basierte Router erlangt der Konzern deutlich mehr Kontrolle über die Softwareentwicklung und kann die Entwicklungszyklen darüber hinaus beschleunigen. Durch das Teilen der Firmware werden zudem auch Kosten gespart. Die Open-Source-Initiative steht daher auch unter dem Motto „Geben und Nehmen“. Durch die künftige Trennung von Hard- und Software kontrolliert das Bonner Unternehmen die Funktionalität von Diensten und Anwendungen stärker selbst. Der Schritt zu dem neuen Routerkonzept bedeutet eine Unabhängigkeit von bisherigen Anbietern, welche der Telekom Soft- und Hardware in einem Paket lieferten.

Welche Vorteile ergeben sich für Kunden?

Durch die Open-Source-Software widmet sich das Unternehmen künftig weiterer exklusiver Magenta-Dienste. Insbesondere eine bessere Verknüpfung des Routers und der Telekom-App soll zahlreiche Vorteile bieten. Hierzu zählt unter anderem ein besserer technischer Support, da Verbindungsfehler innerhalb von wenigen Sekunden durch echtzeitbasierte Funktionen lokalisiert werden können. Überdies werden die Funktionen der App vereinfacht – während die Router-Dienste auch weiterhin noch über die Telekom-App gesteuert werden können. Dies ist möglich, da die Entwicklung der App in Zukunft eng verknüpft mit der Router-Entwicklung ist. Telekom-Kunden können sich zudem auf eine bessere Cloud-Nutzung sowie auf neue Dienste für einen besseren Kinder- und Jugendschutz freuen. Da die Software-Updates bei den RDK-B-basierten Routern keinen Umweg über einen Hersteller nehmen müssen, sondern direkt von der Telekom kommen, wird auch die Router-Sicherheit erhöht.  Das neue Routerkonzept bietet stets die beste Leistung, denn sämtliche Vorgänge wie erforderliche Neustarts oder Funkkanalwechsel laufen vollautomatisch ab. Dank des Wi-Fi-Managements ist stets die bestmögliche Verbindung aller Geräte in einem Haushalt gewährleistet. Als Erstes soll die Open-Source-Software ein Bestandteil von neuen Routern sein – doch auch ein Retrofit-Update zur Nachrüstung für bereits erhältliche Geräte ist im Gespräch.

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