Andere Länder, andere Regeln: So unterschiedlich sind die Gesetze in Bayern, Österreich & der Schweiz

So unterschiedlich sind die Gesetze in Bayern, Österreich & der Schweiz

Die DACH-Region umfasst die drei Länder Schweiz, Österreich und Deutschland. Von der Lebensmentalität sind sich die Bevölkerungen sehr ähnlich, allerdings gibt es bei genauerem Hinblick vor allem politisch und juristisch einige Unterschiede.

Rechtlich gesehen sind viele Dinge in der Schweiz anders als in Österreich oder Deutschland geregelt. Das hängt unter anderem mit der Tatsache zusammen, dass Deutschland und Österreich Teil der EU sind und die Schweiz deutlich unabhängiger in ihrer Gesetzgebung ist.

Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick dazu, was sich im Hinblick auf Gesundheitssystem, Rentensystem und Steuern zwischen den Ländern unterscheidet.

Das vermeintliche Steuerparadies Schweiz – was ist dran?

Für viele Deutsche gilt die Schweiz als das heimliche Steuerparadies, aber was steckt dahinter? Grundsätzlich unterliegen beide Länder der Steuerprogression. Deutschland hat den Spitzensteuersatz bei 42 % festgelegt. Dieser muss gezahlt werden, sofern das Einkommen pro Jahr 52.822 Euro oder mehr erreicht. Weniger bekannt ist den meisten Menschen die Reichensteuer für sehr hohe Einkommen. Sie hebt den Höchstsatz in Deutschland noch einmal an. Sobald das Einkommen auf mehr als 250.731 Euro steigt, müssen 45 % Steuern gezahlt werden.

Mit Blick auf die Schweiz zeigt sich, dass es hier keine einheitliche Steuerlast gibt. Einkommenssteuer werden gleich von drei Institutionen erhoben, den einzelnen Kantonen, dem Bund selbst und den jeweiligen Gemeinden. Der Spitzensteuersatz des Bundes beträgt in der Schweiz ab einem Jahreseinkommen von CHF 843.000 und mehr gerade einmal 11,5 %. Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass auch Gemeinden und Kantone noch Steuern fordern. In den vergangenen Jahren gab es hier aber Steuerreduktionen, sodass die Besteuerung in der Schweiz tatsächlich besser geregelt ist.

In Österreich gibt es ebenfalls eine progressive Steuer, wobei jedem Bürger ein Freibetrag von 11.000 Euro zur Verfügung steht. Summen zwischen 11.000 und 18.000 Euro werden pauschal mit 20 % versteuert. Zwischen 18.000 Euro und maximal 31.000 Euro liegt der Steuersatz bei 35 % und alles, was oberhalb von einer Million Euro liegt, wird mit dem Spitzensteuersatz berechnet. Er beträgt in Österreich 55 % und liegt damit 10 % höher als in Deutschland.

Glücksspiele in der DACH-Region – auch hier gibt es Abweichungen

Die rechtlichen Besonderheiten und Unterschiede im DACH-Raum betreffen dabei nicht nur steuerliche Aspekte, sondern auch den Freizeitbereich. Ein anschauliches Beispiel für das klare Auseinanderdriften der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern ist das Glücksspiel. In allen Ländern ist das Zocken im Internet inzwischen grundsätzlich gestattet. In Deutschland gibt es den Glücksspielstaatsvertrag, in Österreich das Glücksspielgesetz und in der Schweiz haben die klaren Regeln des Geldspielgesetzes und die strenge Vergabe der offiziellen Konzession der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) das Vertrauen in den Markt erhöht.

Das Vergleichsportal onlinecasinosschweiz.com listet mittlerweile Dutzende Anbieter auf, was zeigt, dass sich die Branche im Aufwind befindet. In Österreich ist man hier deutlich zurückhaltender, weil das Glücksspiel hier ein staatliches Monopol ist. In Deutschland hingegen ist die Vergabe von Lizenzen bisher noch enorm zurückhaltend. Was die Besteuerung angeht, geht Deutschland einen klaren Sonderweg. Glücksspielbetreiber müssen pauschal einen Steuersatz von 5,3 % auf alle Spieleinsätze bezahlen. Ob am Ende ein Gewinn eintritt oder nicht, spielt keine Rolle.

Ganz anders funktioniert es in der Schweiz und in Österreich. Allerdings gibt es hier auch eine klare Monopolstellung der staatlichen Spielbanken. Diese müssen ihre Steuern in Abhängigkeit von den Bruttospieleinnahmen entrichten. Das bedeutet, dass die ausgezahlten Gewinne von den eingenommenen Einsätzen abgezogen werden. Erst dann wird die Steuer berechnet.

Arbeiten in der DACH-Region – wo ist es am einträglichsten?

Wenn es um Themen wie Geld und Recht, wünscht sich jeder Bürger die bestmöglichen Lösungen für seine Probleme. Wer arbeitet, möchte Geld verdienen, leistungsgerecht und in ausreichender Höhe. Grundsätzlich ist die DACH-Region in Europa führend, wenn es um Löhne und den Arbeitsmarkt selbst geht.

In einer Statistik von 2021 zeichnet sich ab, dass in Deutschland rund 40,2 Millionen Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig waren, während in der Schweiz 4,5 Millionen Personen arbeiteten und in Österreich 4,2 Millionen. Was die Rahmenbedingungen angeht, unterscheiden sich die drei Länder in einigen Punkten stark voneinander. International gesehen ist Österreich Vorreiter, wenn es um den Arbeitnehmerschutz geht. So ist ein Urlaubsanspruch von 25 Tagen gesetzlich vorgeschrieben und im Krankheitsfall der Kinder gibt es weitere Urlaubsansprüche.

Lohnfortzahlungen werden in Österreich ähnlich wie in Deutschland gewährt, außerdem müssen ebenfalls Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden. Eine Besonderheit: Freiberufler und Selbstständige aus Österreich müssen ebenfalls in die gesetzliche Sozialversicherung einzahlen.

Während sich Österreich und Deutschland also ähneln, sieht der Arbeitsmarkt in der Schweiz etwas anders aus. Hier gilt grundsätzlich, dass für viel Arbeit auch viel Lohn bezahlt wird. Anders als in den beiden europäischen Ländern liegt die maximale Wochenarbeitszeit nicht bei 40 Stunden, sondern bei 45 Stunden. Es gibt jedoch auch Branchen, in denen sie bis zu 60 Stunden pro Woche betragen kann. Von Führungskräften wird prinzipiell in den meisten Unternehmen die Bereitschaft zu Überstunden erwartet, ohne dass diese gesondert entlohnt werden.

Mit Blick auf den Urlaubsanspruch zeigt sich die Schweiz dann von ihrer knausrigen Seite. Gerade einmal 20 Tage sind der Mindestanspruch, nur wenige Mitarbeiter haben die Chance auf eine Verlängerung. Wer langjährig im Betrieb tätig ist oder ein gewisses Alter erreicht hat, kann sich auf mehr Urlaub freuen. Jeder Schweizer muss eine Grundversicherung abschließen, unabhängig vom beruflichen Status. Wer einreist, muss den Antrag binnen der ersten drei Monate stellen.

Nach der Arbeit ist vor der Rente und auch hier gibt es Unterschiede:

  • In Österreich existiert ein generelles Pensionssystem, ähnlich dem in Deutschland. Rentner werden aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgezahlt, zusätzlich existiert ein Leistungsprimat.
  • In Deutschland basiert das Rentensystem aus der gesetzlichen Rentenversicherungsleistungen und zusätzlicher privater Altersvorsorge.
  • In der Schweiz basiert die Rente auf einem 3-Säulen-Prinzip. Einerseits wird allen Berufstätigen eine kapitalgedeckte Rente angeboten, andererseits existiert wie in Deutschland eine private Vorsorgeoption. Die dritte Möglichkeit ist die finanzierte Rente des Bundes.

Fazit zu den Unterschieden in der DACH-Region

Viele Menschen aus Bayern arbeiten in der Schweiz oder in Österreich und pendeln regelmäßig hin und her. Tatsächlich scheint bezüglich der Rente und des Steuersystems die Schweiz die besten Lebensbedingungen zu bieten.

Das Nicht-EU-Land bietet vor allem Menschen mit viel Geld und Rentnern eine sicherere Zukunft als die beiden Nachbarländer. Verglichen mit dem Rest der Welt ist das Leben in der DACH-Region aber generell äußerst fair geregelt.

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