Kostenfalle Branding-Handy – Verbraucherzentrale warnt vor voreingestellten Geräten der Netzbetreiber

verbraucherzentrale sachsen

Zahlreiche Handys (Branding Handy) sind momentan in Verbindung mit einem Kartenvertrag bei den Mobilfunk-Netzbetreibern sehr günstig zu erhalten. Und auch bei einer Vertragsverlängerung bieten Mobilfunk-Betreiber ihren Kunden vergünstigte Handys. Zum Beispiel bei Vodafone kann statt nach zwei Jahren schon ein halbes Jahr eher ein subventioniertes Endgerät in Verbindung mit einer Vertragsverlängerung bestellt werden. In diesem Fall handelt es sich um Vodafone live!-Geräte, zu erkennen an dem Vodafone-Logo, das auf dem Handycover prangt.

Vodafone und auch die anderen Netzbetreiber T-Mobile, E-Plus und O2 bieten diese sogenannten Branding-Handys an. Sie sind auf bestimmte Dienste des Netzbetreibers fest voreingestellt und die Menüführung entspricht nicht mehr der originalen der Hersteller. Durch die veränderte Tastenbelegung kann es durchaus passieren, dass sich der Kunde unvermutet in den kostenpflichtigen Diensten des Netzbetreibers wiederfindet.
Die von dem Netzbetreibern programmierten Tasten der Mobiltelefone, sogenannte Softkeys, führen die Mobilfunk-Kunden zum Beispiel direkt zu dem WAP-Portal des Anbieters, von dem Klingeltöne, Logos und Spiele heruntergeladen werden können. Auch im Hauptmenü der Geräte finden sich Links, die ohne Nachfrage oder Hinweis auf die Folgekosten direkt auf das WAP-Portal führen. Kennt sich der Nutzer mit der veränderten Menüführung nicht aus oder wird der Softkey versehentlich gedrückt, wählt sich das Telefon unerwünscht in die kostenpflichtigen Datendienste des Netzbetreibers ein und belastet damit die Mobilfunk-Rechnung.

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt Eltern vor dem Kauf solcher Handys für ihre Kinder. Doch auch erfahrene Mobilfunkkunden haben manchmal Probleme, die Menüführung der den Geschäftsmodellen der Netzbetreiber angepassten Branding-Handys zu durchschauen und hohe Folgekosten zu umgehen.
Da das Branding-Handy über ein den Produkten des Netzbetreibers angepasstes Betriebssystem (Software) verfügt, könnte die veränderte Menüführung und Tastenfunktion durch Entfernen der Software und Aufspielen der Originalsoftware des Herstellers entfernt werden. Doch Vorsicht: Solche Eingriffe sind mit einem Garantieverlust verbunden und sollten gegebenenfalls nur von Profis vorgenommen werden!

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