Abgefragt – Datendiebstahl per Telefon

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Neue Techniken bieten neue Möglichkeiten, die nicht immer zu seriösen Zwecken genutzt werden. Nachdem die Internettelefonie (VoIP) bei vielen Internet-Nutzern Einzug gehalten hat, haben auch Betrüger die neue Technik für ihre Zwecke entdeckt. Sie verwenden die internetbasierte Sprachübertragung, um Bank- und Kreditkartenkunden sensible Daten zu entlocken. Denn anders als bei dem Passwort-Fischen (Phishing) per eMail, werden die Kunden angerufen. Vishing nennt sich die neue Methode, die sich gerade in den USA ausbreitet. Und wie das meistens mit Neuheiten aus den USA ist, wird es sicherlich nicht lange dauern, bis die betrügerische Masche auch hierzulande angekommen ist.

Vishing ist ein Kunstwort aus VoIP und Phishing und bezeichnet die Methode, Daten mithilfe der Internettelefonie zu ergaunern. Die Betrüger benutzen einen sogenannten War Dialer, ein Programm, das über das Internet Rufnummern aus einem Vorwahlbereich „abscannt„. Das Programm ruft die Nummern per Internettelefonie an und nimmt der Besitzer ab, hört er eine automatisierte Ansage. Diese teilt ihm zum Beispiel mit, dass seine Kreditkarte oder EC-Karte missbraucht worden sei und bittet ihn, deshalb eine bestimmte Telefonnummer anzurufen. Tut der gutgläubige Kunde, worum er gebeten wurde, erwartet ihn eine weitere Ansage, die ihn zu der Eingabe seiner sensiblen Daten (Kreditkartennummer, PIN, Kontonummer, o.ä.) auffordert, angeblich um den Account zu verifizieren.

Gibt der Kunde diese Daten tatsächlich über die Tasten seines Telefons preis, stellt er damit die Verbindung zwischen seiner Rufnummer, also seinem Namen sowie seiner Adresse, und den Bankdaten her. Damit haben die Betrüger alles bekommen, das sie benötigen und ihre Vishing-Atacke war erfolgreich. Die Betrüger kostet diese Masche fast nichts, schließlich nutzen sie die günstigen Tarife der Internettelefonie. Wie auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens sollten Bank- und Kreditkartenkunden aufmerksam sein und ihr Kreditinstitut nur über die Rufnummer, eMailadresse bzw. Website kontaktieren, die ihnen von dem Institut selbst genannt wurde. Im Zweifel ist der Gang zu der Geschäftsstelle noch immer der beste Weg.

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