3… 2… 1… nicht meins – Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 280 eBay-Käufer

3... 2... 1... nicht meins - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 280 eBay-Käufer

In dem Auktionshaus eBay geht (fast) alles über den virtuellen Ladentisch. Da kann man seine Bierdeckelsammlung erweitern, sich neu einkleiden oder dem Hund ein größeres Körbchen kaufen. Sogar Rasenmäher, Urlaubsreisen und Autos können über eBay ver- und ersteigert werden. Selbstverständlich finden auch Werkzeuge ihre Abnehmer und viele Käufer hoffen sicherlich auch hier auf ein Schnäppchen. Wirklich hochwertige und vor allem neue Artikel erzielen jedoch in der Regel Preise, die nur wenig niedriger als der reguläre Ladenpreis sind.

So erhielten auch die Werkzeuge hohe Gebote, die von den 280 Käufern ersteigert wurden, gegen die die Staatsanwaltschaft Bückeburg nun ermittelt. Die hochwertigen Werkzeuge waren neu und originalverpackt mit einem Startpreis von einem Euro eingestellt worden, ihr Endpreis lag aber wesentlich höher. Doch die Ware stammte offensichtlich aus einem Diebstahl. Ein inzwischen entlassener Mitarbeiter aus dem VW-Werk in Hannover soll auf Rechnung seines Arbeitgebers bei einem Großhändler Werkzeuge im Wert von 25.000 Euro bestellt und dann über einen Mittelsmann bei eBay angeboten haben. Der Werkzeughersteller machte die Polizei darauf aufmerksam, dass Artikel aus seiner Produktion mit einem Euro Startpreis bei eBay angeboten wurden und so flog die Sache auf. Gegen den ehemaligen VW-Angestellten ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Hannover.

Die Staatsanwaltschaft Bückeburg wirft jedoch auch den Käufern Hehlerei vor, ein Delikt, das mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet wird. Sie, so erklärte eine Staatsanwältin, hätten misstrauisch werden müssen. Denn wenn ein solch hochwertiger Artikel für einen Euro angeboten werde, müsse sich jeder fragen, woher der Artikel stamme. Dass ein Auktionsstart mit einem Startpreis von einem Euro auch für hochwertige Artikel bei eBay ein normaler Vorgang ist, scheint die Staatsanwältin nicht zu wissen. Der niedrige Startpreis lockt nämlich potenzielle Käufer und verringert die Auktionsgebühren. Im Regelfall steigt der Preis bis zum Auktionsende aber auf ein angemessenes Niveau. Und auch im Fall der Werkzeuge wurden schließlich Preise erzielt, die nur knapp unter dem Listenpreis lagen. Aber auch in Anbetracht dessen, dass Käufer somit generell davon ausgehen müssten, sich strafbar zu machen, wenn sie auf einen hochwertigen Artikel mit einem niedrigen Preis bieten, stellt sich die Frage, ob die Staatsanwaltschaft Bückeburg in diesem Fall nicht etwas zu weit geht.

Quelle: Westfalen-Blatt

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet

1 Kommentar

  1. Na das ist ja was! Ich habe mir grad neulich ein Buch über Energie auf Ebay bestellt, hoffentlich geht da alles gut!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Messenger-Betrug 2026: KI macht WhatsApp- und SMS-Betrug gefährlicher

Messenger-Betrug 2026

KI macht WhatsApp- und SMS-Betrug gefährlicher

Eine aktuelle Kaspersky-Studie zeigt: Betrüger verlagern ihre Angriffe immer stärker auf WhatsApp, Telegram und andere Messenger. Künstliche Intelligenz macht die Nachrichten dabei täuschend echt – mit teils erheblichen finanziellen Folgen für die Opfer. […]

Silent Calls

Silent Calls

Warum stumme Anrufe ein Warnsignal sein können

Das Telefon klingelt, doch am anderen Ende meldet sich niemand. Was wie ein harmloser Fehlanruf wirkt, kann Teil einer professionellen Betrugsmasche sein. Kriminelle nutzen sogenannte Silent Calls, um aktive Telefonnummern zu identifizieren und gezielt für spätere Betrugsversuche auszuwählen. […]

Kampf um Router-Freiheit – Verbraucherschützer klagen gegen Vodafone

Kampf um Router-Freiheit

Verbraucherschützer klagen gegen Vodafone

Darf Vodafone Kunden bei Glasfaseranschlüssen bestimmte Modems vorschreiben? Genau diese Frage soll nun ein Gericht klären. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht die gesetzlich verankerte Endgerätefreiheit in Gefahr und zieht vor das Oberlandesgericht Hamm. […]

De-Mail Ende

De-Mail endgültig eingestellt

Das Digitalprojekt, das zum Flop wurde

Als sichere Alternative zur E-Mail, startete der De-Mail-Dienst. Jetzt ist nach 15 Jahren allerdings Schluss. Denn das Projekt war nie wirklich erfolgreich und hatte mit Sicherheitsbedenken zu kämpfen, weshalb es nur wenige Bürger nutzten. […]

Karte nie erhalten, Konto geplündert – Bank muss Rückzahlung leisten

Karte nie erhalten, Konto geplündert

Bank muss Rückzahlung leisten

Das Oberlandesgericht Frankfurt stärkt jüngst in einem Urteil das Recht von Bankkunden. Geht eine Debitkarte auf dem Postweg verloren, haftet die Bank für missbräuchliche Abhebungen. Damit widerspricht das OLG dem Urteil der Vorinstanz. […]

Polizei-Einsatzfahrzeuge

Großrazzia gegen Darknet-Drogenhandel und Geldwäsche

Acht Festnahmen und Millionen-Ermittlungen

Bei einer bundesweiten Großrazzia gegen Darknet-Drogenhandel und internationale Geldwäsche haben Ermittler acht Personen festgenommen. Im Fokus stehen Millionenbeträge, Kryptowährungen und ein mutmaßliches Underground-Banking-Netzwerk zwischen Deutschland und Vietnam. […]