Eigeninitiative in Hegensdorf – Anwohner graben sich zum DSL-Anschluss

Eigeninitiative in Hegensdorf - Anwohner graben sich zum DSL-Anschluss

Eine schnelle Internetanbindung per DSL hat ihre Vorteile. Das schier endlose Warten darauf, dass ein Download komplett ausgeführt wurde, entfällt. Dienste wie die Internettelefonie oder Webradio können genutzt werden und überhaupt macht surfen mit DSL mehr Spaß. Es gibt zwar immer weniger weiße Flecken auf der DSL-Landkarte, doch manche Orte in Deutschland werden wohl nie in den Genuss der großen Bandbreite kommen. Für die Anbieter lohnt es sich einfach nicht, in die Anbindung für ein kleines Dorf mit wenigen potenziellen Kunden zu investieren.

So wie die Dt. Telekom beispielsweise angekündigt hat, den Ortsteil Göxe bei Gehrden in der Nähe von Hannover nicht mit DSL versorgen zu wollen, weil es für das Unternehmen keinen wirtschaftlichen Nutzen hätte, standen auch die Anwohner in Hegensdorf vor verschlossenen Türen. Und auch die Suche nach DSL-Alternativen konnte die Bewohner des Dorfes in Westfalen nicht zufrieden stellen. Die Suche nach Lösungen brachte die Dorfgemeinschaft aber auf eine andere Idee.

Obwohl direkt vor dem Dorf die Datenautobahn in Form des Hochgeschwindigkeitsnetzes verläuft, sollten sie eigentlich keine Auffahrt dazu bekommen. Weil das Dörfchen nämlich nur rund 1000 Einwohner groß ist, wollte die Dt. Telekom die Investitionen für die Anbindung an das praktisch vor der Tür verlaufende DSL-Netz nicht übernehmen. Etwa 40.000,- Euro hätte das gekostet, mehr als dreiviertel der Kosten wären für Erdarbeiten angefallen, zu viel für die Wirtschaftlichkeit. Die Dorfgemeinschaft nahm daraufhin ihre digitale Zukunft selbst in die Hand.

Die Hegensdorfer boten an, die rund 13.000 Meter Leerrohr selber zu verlegen. Damit entfielen die Kosten für die Erdarbeiten und die Dt. Telekom müsste nur noch die das Glasfaserkabel in das Leerrohr legen und das Ortsnetz des Dorfes an das Hochgeschwindigkeitsnetz vor dem Dorf anschließen. Danach hat das Dorf eine DSL-Anbindung und die Dt. Telekom rund 1.000 potentielle Kunden mehr. Die Dt. Telekom stimmte dem Vorschlag zu. Behörden gaben grünes Licht und es meldeten sich Helfer, die mit anpacken, unterstützen oder Geld spenden wollten.

Die Bewohner in Hegensdorf buddeln seit dem 11. August 2007 und schaffen rund 100 Meter Graben pro Tag. Darin muss das Leerrohr verlegt und der Graben mit Füllsand bestückt werden. Lediglich drei kritische Stellen muss eine Tiefbaufirma übernehmen. Anfang September wollen sie fertig sein. Wenn sie dann an das Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden sind, spätestens zu Weihnachten soll es soweit sein, kann sich das Dorf über seine schnelle DSL-Anbindung freuen und auf seine Leistung stolz sein. Von eventuellen Nachahmern wird sicherlich auch die Dt. Telekom begeistert sein, schließlich profitieren beide Seiten von einer solchen Eigeninitiative.

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