nachbarschaftspost.com – Über Telefon-Spam in die Internet-Abofalle

nachbarschaftspost.com - Über Telefon-Spam in die Internet-Abofalle

Es gibt unzählige Maschen, mit denen Betrüger versuchen, ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. In den meisten Fällen spekulieren sie darauf, dass sich die Opfer persönlich angesprochen fühlen, damit sie in ihre Falle tappen. Neugier, Verzweiflung oder Überraschung sind Gefühle, die häufig dafür sorgen, dass die Betroffenen nicht genau hinsehen und die Falle zuschnappen kann. Die Köder legen die Betrüger oft in Form einer Email aus, aber auch ein Anruf kann diesen Zweck erfüllen.

Vor einigen Monaten erreichten Emails die Postfächer diverser Internetnutzer, in denen Links zu der Internetseite nachbarschaft24.net enthalten waren. Jemand habe nach dem Leser gesucht, stand dort, und habe eine Nachricht hinterlassen. Wenn der Leser den Link anklicke, könne er mehr erfahren und sehen, wer sich für ihn interessiere. In dem Impressum der Internetseite ist ein Unternehmen in Dubai (Vereinigten Arabischen Emirate) angegeben mit einem Servicecenter in der Schweiz.

Nicht per Email sondern per automatisierten Anruf wird derzeit auf eine ähnliche Internetseite gelockt. Die Internetadresse nachbarschaftspost.com wird dem unfreiwillig Angerufenen genannt und auch ein Code, den er auf der Internet-Seite angeben soll. Dann, so wird ihm versprochen, könne er die Nachricht abrufen, die ihm angeblich einer seiner Nachbarn dort hinterlassen habe. Wer sich nicht ausreichend wundert, warum der Nachbar nicht mal eben rüberkommt und an der Tür klingelt, um seine Mitteilung zu hinterlassen, sondern neugierig die Seite aufruft, findet dort fast das selbe Layout wie auf nachbar24.net. Und auch hier soll er seine persönlichen Angaben hinterlassen. Im Impressum wird ein Unternehmen auf den Jungferninseln (British Virgin Islands) genannt, doch auch dieses Mal befindet sich das Servicecenter an der selben Schweizer Adresse.

Auf beiden Internetseiten wird das Ziel verfolgt, dass sich die per Email bzw. per Anruf kontaktierten potenziellen Opfer dort identifizieren. Hinterlässt der Nutzer seine Daten, erhält er später mahnende Post. Denn damit hat er sich angeblich bei der Nachbarschafts- Community angemeldet und das hat nach einer Testdauer von 14 Tagen einen Preis von 9,- € pro Monat, ganze zwei Jahre lang. Die Verbraucherzentrale NRW rät Betroffenen, der Forderung zu widersprechen und hat dafür bereits einen Musterbrief zum Download bereitgestellt. Auf keinen Fall sollen die Opfer zahlen, rät sie und sich auch von Drohungen nicht einschüchtern lassen.

Update vom 17.04.2008

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen teilte mit, dass bereits eine Strafanzeigen vorliegt. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main sei unter dem Aktz. 75 80 Js 22 55 43/07 ein Sammelverfahren anhängig.

Weitere Informationen

Spam – Unerwünschte Reklame
Phishing – Betrug mit gefälschten Emails

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


zehn + 19 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Signal-Messenger – WhatsApp-Alternative knackt 50 Millionen-User-Marke

Signal-Messenger

WhatsApp-Alternative knackt 50 Millionen-User-Marke

Immer mehr Personen greifen auf die sichere WhatsApp-Alternative Signal zurück. Nun wurde im Google-Play-Store die 50 Millionen-Nutzer-Marke geknackt. Die zunehmende Beliebtheit des Dienstes könnte unter anderem mit den geplanten neuen Datenschutzrichtlinien von WhatsApp in Zusammenhang stehen. […]

Deutscher Bundestag

E-Commerce

Neue Gesetze zur Stärkung des Verbraucherschutzes

Das Bundeskabinett hat einen neuen Gesetzentwurf beschlossen, der die Verbraucherrechte stärken soll. Beispielsweise müssen Software-Updates künftig über den „maßgeblichen Nutzungszeitraum“ bereitgestellt werden. Darüber hinaus sollen Unternehmen zu einer „wesentlichen Hinweispflicht“ verpflichtet werden. […]

Hausbesuch durch Inkassounternehmen - Schuldner kann das ablehnen

Hausbesuch durch Inkassounternehmen

Schuldner kann das ablehnen

Kann ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlen, folgt im ersten Schritt eine Mahnung. Erfolgt daraufhin ebenfalls keine Zahlung können Unternehmen ein Inkassounternehmen mit dem Forderungseinzug beauftragen. Jedoch gibt es für anfallenden Kosten klare Grenzen. […]