Verrücktes China – erster Fußweg für Handynutzer

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China ist das Riesenreich, das für Europäer immer noch fremd ist. Nicht mehr unbekannt ist, wie schnell die chinesischen Technik-Unternehmen aufholen und zum Teil sogar schon den internationalen Markt beherrschen. Entsprechend sollte es nicht verwundern, dass etwa jedes vierte Smartphone in China verkauft wird. Die Zahl an Handynutzern ist dort riesig. Kurios hingegen mutet es an, wenn für Handynutzer ein eigener Fußweg eingerichtet wird. So geschehen in der Stadt Chongqing. Die Metropole hat einen Bürgersteig eingerichtet, auf dessen einer Seite Handynutzer gehen können, auf der anderen ist dagegen das aktive Nutzen verboten. Das schafft etwas Disziplin auf dem Gehweg.

Witzige Marketinggags dieser Art gab es bereits in der Vergangenheit. So ließ eine Marketingagentur in London vor einigen Jahren Laternenpfahle mit einem Schaumstoffkissen umhüllen. Auf diese Weise sollten Handynutzer vor Unfällen geschützt werden. Auch SIMSme, der neue Messenger der Deutschen Post, nimmt sich dieses Problems an. Über ein Vorschaufenster, das von der Smartphonekamera gespeist wird, können die Nutzer beim Tippen den Bereich vor ihnen sehen.

Obwohl solche Aktionen sehr lustig klingen, ist der Hintergrund sehr ernst. Denn Fußgänger leben gefährlich, wenn sie ständig auf das Display schauen, Nachrichten tippen oder Messenger-Meldungen lesen. Der Kopf ist gesenkt, die Augen achten nicht auf die Umgebung. Zusammenstöße und Unfälle sind fast schon an der Tagesordnung. Nach amerikanischen Studien lag das Unfallrisiko von aktiven Smartphone-Nutzern bereits vor einigen Jahren um ein Mehrfaches höher als bei normalen Fußgängern. Demnach hat sich die Zahl der in einen Unfall verwickelten Smartphone nutzenden Fußgänger in der Vergangenheit sogar mehrfach von Jahr zu Jahr verdoppelt. Dass dabei so kuriose wie bittere Fälle in den Medien auftauchen wie ein Mann, der im Gulli ertrinkt, ist eine Randerscheinung, die das Problem überdeckt. Fakt ist, dass Handynutzer nicht nur beim Autofahren abgelenkt sind und ein größeres Unfallrisiko tragen. Solange in Deutschland keine Smartphone-Gehwege eingerichtet werden, ist jeder Nutzer angehalten, das eigene Verhalten zu überprüfen. Denn am Ende gefährdet er tippend, telefonieren und lesend nicht nur sich, sondern auch andere Fußgänger und den Straßenverkehr.

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