Bitcoins – Hannover hat den längsten Kryptoboulevard

Hannover hat den Längsten! Im Szene-Stadtteil Linden, in dem auch der telespiegel zu Hause ist, entsteht derzeit der bisher längste Kryptoboulevard. Das ist eine Ansammlung von Geschäften, in denen Kunden zukünftig mit Bitcoins bezahlen können. Die virtuelle Tauschwährung gilt trotz harter Kritik für viele internetaffine Menschen als Ersatz für ein von den Notenbanken gesteuertes Geldsystem. Bisher sind es erst zwölf Geschäfte, die Bitcoins akzeptieren, aber weitere Händler haben ihre Bereitschaft signalisiert.

So funktioniert die Zahlung

Bitcoins haben einen Wechselkurs zu anderen Währungen. Derzeit ist beispielsweise ein Bitcoin knapp 269 Euro wert. Über sogenannte Bitcoin Broker und Exchanges können Bitcoins gehandelt werden. Dabei wird letztlich nur Zentralbankgeld, also das „normale“ Geld, zum jeweils aktuellen Kurs in Bitcoins gewechselt oder andersherum. Um Bitcoins zu verwalten, wird ein Wallet benötigt. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Konto speziell für Kryptowährungen. Bisher wurden Bitcoins in erster Linie zum Spekulieren verwendet, mit dem Ziel, das eigene Vermögen durch die Investition in Kryptowährungen zu vermehren. Die Möglichkeit beim alltäglichen Einkauf oder auf Shoppingtour mit Bitcoins zu bezahlen ist noch relativ neu.

Die Händler passen ihre Preise so an, dass sie in beiden Währungen bezahlt werden können. Dies geschieht über einen besonderen „Cryptoterminal„. Dieser wird von einem neuen Start-up hergestellt, indem unter anderem Halterungen per 3D-Drucker erstellt werden. Auch an rechtliche Aspekte haben die Initiatoren gedacht. So besprechen sie derzeit mit dem BAFIN (Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die rechtlichen Grundlagen für den Kryptoboulevard.

In den Geschäften hat sich nicht viel geändert. Auf dem an der Kasse installierten Cryptoterminal läuft die App des Transaktionsabwicklers Bitpay. Diese App funkt per Beacon/Bluetooth die Smartphones der Kunden an. Beim Bezahlen bestätigen diese die Transaktion in ihrer Wallet der kostenlos downloadbaren PEY-App. Die Zahlung selbst wird über Bitpay abgewickelt, wobei die Transaktionsgebühren vom Kunden getragen werden. Diese beläuft sich derzeit auf 1/10.000 Bitcoin, was nicht einmal drei Cent entspricht. Problem ist aktuell noch, dass die PEY-App nur für Apple-Geräte verfügbar ist. Eine Android-Version ist jedoch in Vorbereitung.

Bitcoin-Zahlungen: zwischen Marketing und Risiko

Die beteiligten Händler in Hannover-Linden erwarten keine größeren Umsätze durch die Bitcoins. Für sie ist es eine Art des Marketings. Sie zeigen sich auf der Höhe der Zeit. Allerdings sind Bitcoins nach wie vor umstritten. Experten sehen in der virtuellen Tauschwährung lediglich ein hoch riskantes Spekulationsobjekt, das abseits von staatlicher Kontrolle keine Rechtssicherheit bietet und langfristig deflationär wirkt. Die Nachteile und Risiken von Bitcoins sind immens, auch wenn Bitcoins gern als Alternative zu echtem Geld gesehen werden, die ohne Banken auskommt. Für die Kunden der Händler in Hannover-Linden ist der neue Kryptoboulevard dagegen einfach eine weitere interessante Möglichkeit des bargeldlosen Einkaufens. Und der Boulevard, auf dem die Händleradressen liegen, ist mit rund 2,5 Kilometern länger als die in den Metropolen wie Berlin, London oder Amsterdam. Dort gibt es zwar mehr Händler, aber die liegen dichter beisammen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


9 + 20 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
urteil

Blauer Haken in WhatsApp

Urteil: Wirksamwerden der Willenserklärung

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die zwei blauen Haken bei WhatsApp eine Willenserklärung wirksam machen. Zudem wurde erklärt, dass Vertragsparteien alle Kommunikationswege überprüfen müssen, die bisher verwendet wurden. […]

Dubioser Punkteklau - Payback-Kunden in Aufregung

Dubioser Punkteklau

Payback-Kunden in Aufregung

Die Aufregung unter Payback-Kunden ist groß. „Abzocke“, „Betrug“ und „Punkteklau“ lauten die Vorwürfe, die derzeit die Verbraucherzentrale NRW, Facebook und Bewertungsportale erreichen. Denn bei vielen Kunden sind plötzlich die Guthabenpunkte, oftmals im Wert von 50 oder 100 Euro, teilweise sogar weit darüber verschwunden. […]

Bundesgerichtshof verbietet überhöhte Pauschale für Inkassokosten

Bundesgerichtshof

Verbot überhöhter Pauschale für Inkassokosten

Energieversorger dürfen keine überhöhten Inkassokosten verlangen, wenn sie Zahlungen bei säumigen Kunden eintreiben lassen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die SWM Versorgungs GmbH entschieden. […]

BGH-Urteil – ist der Radiorecorder-Dienst ZeeZee urheberrechtswidrig?

BGH-Urteil

Ist der Radiorecorder-Dienst ZeeZee urheberrechtswidrig?

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat in einem Urteil klargestellt, dass der Internet-Radiorecorder ZeeZee nicht als Hersteller urheberrechtwidriger Vervielfältigungen anzusehen ist. Ein Plattenlabel hatte gegen ZeeZee auf Unterlassung geklagt. Nun muss erneut das Oberlandgericht über die Angelegenheit entscheiden. […]

Corona-Krise – Berufliche Weiterbildung Zuhause am eigenen Computer

Corona-Krise

Berufliche Weiterbildung Zuhause am eigenen Computer

Während der Corona-Krise finden viele Veranstaltungen nicht statt. Doch für eine berufliche Weiterbildung wird nicht mehr als ein PC und eine stabile Internetverbindung benötigt. Zahlreiche Weiterbildungsträger bieten mittlerweile ein breit gefächertes Programm verschiedener Online-Seminare an. […]

„Letzte Meile“ – Bundesnetzagentur legt Mustervertrag für Zugang fest

„Letzte Meile“

Bundesnetzagentur legt Mustervertrag für Zugang fest

Die Bundesnetzagentur hat der Telekom einen neuen Mustervertrag für den Zugang zur sogenannten „letzten Meile“ vorgelegt. Zuvor war es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Wettbewerbern und der Telekom gekommen. Das vorgelegte Standardangebot ist bis Ende 2025 gültig. […]