Ausgedient – Notrufsäulen werden abgebaut

notrufsäule

Praktisch jeder hat sie schon gesehen und viele auch benutzt: die orangefarbenen Notrufsäulen an deutschen Straßen. Abseits der Autobahnen haben sie aber nun ausgedient und werden schrittweise abgebaut. Die meisten funktionieren bereits nicht mehr. Lediglich die Notrufsäulen an den Autobahnen werden zumindest vorübergehend weiter in Betrieb bleiben.

Eingeführt wurden die Notrufsäulen Anfang der 1970er-Jahre. Das deutliche Plus an Sicherheit hat lange dazu geführt, dass bei Unfällen und Pannen schnell Hilfe am richtigen Ort angekommen ist. Denn über die Notrufsäulen konnten die Standorte der Anrufe ermittelt werden. Das Problem ist nur: Es gibt keine Ersatzteile mehr für die 40 Jahre alte Technik.

Heute verdrängen Handys und Smartphones immer mehr die Notrufsäulen. Da fast jeder ein solches Gerät hat und die Handynetze in Deutschland gut ausgebaut sind, nutzt dieses bei Unfällen und Pannen auch fast jeder. Die Notrufsäule ist deshalb fast verwaist. Allerdings können nur wenige Anrufer ihren Standort so genau angeben, wie dies mit der Notrufsäule möglich war. Das Problem für die Einsatzkräfte: Sie könnten über Handyortung den Standort ermitteln, dürfen es aber aus Datenschutzgründen nicht.

Anders an Autobahnen: Hier werden die Notrufsäulen jedes Jahr ca. 70.000-mal genutzt. Daher bleiben die dortigen, etwas moderneren Geräte vorerst erhalten. Allerdings ist damit zu rechnen, dass dies nur von kurzer Dauer ist. Denn die EU hat die Einführung des Systems E-Call in Neuwagen beschlossen. Dieses beinhaltet bei Unfällen automatische Hilferufe mit Standortangabe. Damit wäre die Notrufsäule in einigen Jahren endgültig überflüssig. Widerstand gab es bis zuletzt von französischen Automobilherstellern, die ein anderes System nutzen, sowie von Datenschützern, die Missbrauch mit den Daten befürchten.

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