Verseuchte Apps – immer mehr Nutzer fallen darauf herein

Handyvirus

App-Anbieter kostet es den guten Ruf, Unternehmen verlieren brisante Daten und Nutzer müssen sich ggf. ein neues Smartphone kaufen. Die Ursache ist bei allen drei Gruppen gleich: Verseuchte Apps legen das Smartphone nicht nur lahm, sondern okkupieren es regelrecht. Die in den Apps hinterlegten Trojaner und Schadprogramme nisten sich tief in das System ein, spähen Passwörter und persönliche Daten aus, schneiden die Nachrichtenkommunikation mit und finanzieren sich häufig sogar über nicht mehr abstellbare Werbeeinblendungen. Die typische Quelle solcher Apps: Downloads von Drittanbietern, also nicht aus offiziellen Shops. Auf dieses wachsende Problem macht das Sicherheitsunternehmen Lookout aufmerksam. Das Unternehmen betreibt die weltweit größte Schadsoftware-Datenbank.

App-Viren: Aus Adware wird Spähsoftware

Der Fokus der Kriminellen ändert sich. Immer häufiger sind die Apps mit Trojanern ausgestattet. Lookout hat nach eigenen Angaben rund 20.000 Apps gefunden, die gefährlich sind. Die Kriminellen gehen dabei so vor, dass sie offizielle Apps lediglich um Viren ergänzen und auf dritten oder eigenen Webseiten einstellen, von denen Nutzer sie im Irrglauben herunterladen, offizielle Apps gefunden zu haben. Diese Apps rufen Werbebanner auf dem Handy auf. Neu ist jedoch, dass zunehmen Daten ausgespäht werden und die sogenannte Adware sich tief in das System einnistet, sodass diese häufig nur von Spezialisten entfernt werden kann. Bis dahin verliert der Nutzer die Kontrolle über sein Smartphone. So rooten die meisten dieser Apps das Gerät und erhalten dabei Zugriff auf wichtige Systemfunktionen. Schlimmer noch: Sie erhalten Zugriff auf andere Apps und andere Apps können ebenfalls Root-Zugriff erlangen. Das klingt harmlos, ist aber dramatisch: Brisante Daten wie Passwörter und Nachrichtenverläufe lassen sich kinderleicht auslesen. Zusätzlich schalten die verseuchten Apps Werbeanzeigen, mit denen sich die Kriminellen ihr Verbrechen finanziell versüßen.

Verseuchte Apps: Wie können sich Nutzer schützen?

Die von Lookout beobachtete Entwicklung ist mehr als brisant. Nutzer können sich daher auf zwei Arten schützen. Zum einen gilt nach wie vor das eherne Gesetz: Keine Apps von Drittanbietern herunterladen. Diese sehen vielleicht aus wie die beliebtesten Programme und verhalten sich auch so, häufig installiert sich im Hintergrund aber der Virus. Apps sollten zwingend immer nur aus den offiziellen Stores wie Google Play, iTunes usw. heruntergeladen werden. Zum anderen gilt: Ohne Virenschutz sollte kein einziges Smartphone genutzt werden. Das gilt für das Empfangen von Nachrichten, das Öffnen von Anhängen, das Besuchen von Webseiten und eben den Download und das Nutzen von Apps.

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