Telefonica – Kundendaten als Big Data vergolden

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Es klingt wie ein Widerspruch: Telefonica verkauft zukünftig umfangreiche Datensätze der Nutzer. Diese sollen strikt anonymisiert sein. Zugleich können die Kunden angeblich jederzeit der Verwendung ihrer Daten widersprechen und sollen Hoheit über ihre Daten haben. Wie dieser scheinbare Gegensatz in der Praxis konkret aufgelöst wird, ist offen. Zumindest hat die Bundesdatenschutzbeauftragte das Anonymisierungsverfahren nach Aussagen der Konzernmutter von O2 und E-Plus begleitet. Um aus den so gesammelten Daten Profit zu schlagen, hat Telefonica eine Tochtergesellschaft gegründet: Telefonica Next soll die Daten aufbereiten und an interessierte Abnehmer verkaufen. Zugleich ist mit Geenys eine Plattform gestartet, über die Softwareentwicklungen und Datensätze vermarktet werden sollen.

Telefonica Next – Datenhandel der nächsten Generation

Telefonica betont, dass die gesammelten Daten komplett anonymisiert sind und die Kunden jederzeit einer Datenweitergabe widersprechen können. Ein Blick auf die in der Praxis gesammelten und aufbereiteten Daten zeigt, was damit erreicht werden kann. Telefonica sammelt unter anderem Bewegungsprofile, Daten über getätigte mobile Käufe und aus dem Internet der Dinge (Internet Of Things/Smart Home).

Ziel ist es nach Aussagen des Unternehmens, zum Beispiel Bewegungsströme in Innenstädten auszuwerten, um dem Einzelhandel Informationen zu den Bedürfnissen der Passanten zu übermitteln. Aber auch das Lenken von Straßenverkehrsströmen zur Optimierung von Ampelschaltungen oder zum Reduzieren von Luftverschmutzung ist denkbar. Innerhalb von sechs Jahren erwartet Telefonica ein Umsatzwachstum im Markt der smarten Datenanalyse von 30 Prozent. Daher sieht das Unternehmen darin eine Chance, Verluste im Endkundengeschäft auszugleichen.

Die Gelegenheit zum Start eines Datenunternehmens scheint günstig. So rechnen Experten laut „Machina-Studie“ von McKinsey damit, dass bis 2020 in Deutschland die Zahl der smarten Displays um 80 Prozent auf 183 Millionen steigt. Darunter fallen neben Smartphones und Tablets auch Smart-Home-Geräte.

Dennoch bleibt die Frage, was unter anonymisierten Daten zu verstehen ist. Denn der Kunde wird mit diesem Geschäftsmodell grundsätzlich zur gläsernen Goldgrube. Wer das nicht möchte, muss der Nutzung seiner Daten aktiv widersprechen.

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