Duden – 5.000 neue Wörter aufgenommen

Duden

Er gilt als das Standardwerk der deutschen Sprache: der Duden. Das Buch erscheint in gedruckter und elektronischer Form und ist das einzige in der Breite akzeptierte Werk für die korrekte deutsche Rechtschreibung. Derzeit kommt die neue Auflage in den Handel. Diese enthält 5.000 neue Begriffe. Darunter viel Streitbares. Eine Erkenntnis lässt sich jedoch nicht mehr wegwischen: Die deutsche Sprache ist nun auch offiziell im Internetzeitalter angekommen.

Korrekte Rechtschreibung für 5.000 neue Begriffe

Der Einfluss des Internets auf die Sprache zeigt sich bei den Neuaufnahmen ganz deutlich. Zwar gehört der Großteil der Begriffe in andere Lebensbereiche, aber die „Online-Sprache“ erstürmt regelrecht das deutsche Sprachleitmedium. Einige Beispiele: Neu im Duden finden sich Begriffe wie

  • tindern,
  • liken,
  • Emoji,
  • Social Bot,
  • Darknet,
  • Klickzahl,
  • Datenbrille,
  • Filterblase,
  • entfreunden,
  • Selfie und
  • Tablet.

Das sind alles Begriffe, die vor allem die jüngeren Menschen mit einer Selbstverständlichkeit nutzen, dass die Duden-Redaktion sich einer Aufnahme in das Werk nicht verweigern wollte. Eigentlich ist es erstaunlich, dass Begriffe wie Selfie oder Tablet erst jetzt offiziell zum Nachschlagewerk gehören. Das gilt auch für andere Bereiche, denn im Duden sind nun auch Begriffe wie Undercut, rumeiern, Veggie, Jumpsuit, Flüchtlingskrise und Lügenpresse enthalten.

Duden: weitere Änderungen

Neben den 5.000 Begriffen bringt der neue Duden noch einige weitere Änderungen. So hat das deutsche Schreibalphabet mit dem großen Eszett (ß) einen neuen Buchstaben. Diesen gab es vorher nicht, da er durch ein großes Doppel-S ersetzt wurde. Aber auch ehemalige Eindeutschungen wie Ketschup und Majönäse wurden korrigiert. Es heißt wieder alleinig korrekt Ketchup und Majonaise. Ein alter Streitfall wurde mit der Neuauflage ebenfalls gelöst. Erlaubt sind nun auch groß geschriebene Adjektive in Begriffskombinationen wie Goldene Hochzeit oder Neues Jahr. Bisher wurden diese Adjektive ausschließlich klein geschrieben.

Duden: der Wächter der sich entwickelnden Sprache

Sprache ist etwas Fließendes. Durch Änderungen im Gebrauch entstehen neue Ausdrücke, die zum Wortschatz einer Sprache gehören. Der Duden ist kein amtliches Mitteilungsblatt der Bundesregierung, sondern ein privates Werk, dessen Rechtsschreibvorgaben allgemein als offiziell gelten und zum Beispiel in Schulen und Redaktionen als verbindlich gelten. Durch die ständige Neuaufnahme von Begriffen und das stetige Anpassen der Rechtschreibung an die tatsächliche Sprachentwicklung hat der Duden seit Jahrzehnten eine unumstößliche Bedeutung für das korrekte Deutsch. Mit den aktuellen 5.000 neuen Begriffen bleibt der Duden auf der Höhe der Zeit. Die einen werden sich vielleicht darüber ärgern. Die meisten anderen können nun aber im Buch, auf DVD oder im Internet die korrekte Schreibweise dieser Wörter prüfen – natürlich auch per App!

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