Erpressung – wenn auf Facebook die Traumfrau lockt

Abofalle

Das Prinzip ist nicht neu und doch: Es passiert immer wieder. Regelmäßig melden sich Männer bei der Polizei, die erpresst werden. Der ganze Ablauf klingt fast schon kurios. Für die Betroffenen ist es jedoch ein Spießroutenlauf zwischen Angst, Erpressung und Scham. Es geht um Videos mit anzüglichen und sexuellen Inhalten, die Männer von sich preisgeben. Ausgangspunkt des Übels: Facebook.

Das heiße Mädel von Facebook meldet sich

Der Ablauf ist immer wieder gleich: Bei Männern melden sich über Facebook Frauen, die auf ihrem Profil äußerst reizvolle Fotos von sich veröffentlichen. Sie versuchen meistens erst eine Freundschaftsanfrage und anschließend schreiben sie die Männer direkt an. Dabei gehen sie sehr schnell in den Flirtmodus über und bauen Intimität auf.

Aus dem Kontakt wird ein Videochat

Bis zu dieser Stelle steigen bereits viele Männer aus. Wer das nicht schafft, sondern weiter neugierig auf die meistens in leichter Bekleidung dargestellten Frauen ist, geht einen Schritt weiter. Denn manchmal kommt ein Oben-ohne-Foto, manchmal ein anderes erotisches Detail. Ein Appell an den Unterbauchraum.

Schließlich werden die Männer jedoch immer aufgefordert, einen Videochat zu starten. Meistens verlagert sich das Geschehen dann auf Skype. Die Dame ist kaum bekleidet und zeigt sich einem heißen Video-Flirt aufgeschlossen. Die Männer reagieren natürlich erfreut. Nun kommt der entscheidende Punkt: Die erotische Videopartnerin fordert nun den Mann auf, sich ebenfalls freizumachen und an sich herumzuspielen. Wer diesem Vorschlag nachkommt, erlebt wenig später eine Wende.

Erpressung: Geld oder Videoveröffentlichung

Denn nach Ende des Chats kommt es zu einem bösen Erwachen. Der Mann bekommt eine Erpressernachricht. Wenn er nicht eine bestimmte Summe Geld bezahlt, wird das Video zu seinem Schaden veröffentlicht. Meistens handelt es sich um halbwegs finanzierbare Summen, die über Western Union oder ähnliche Dienste anzuweisen sind.

Aus Scham und Angst kommen dieser Erpressung immer wieder einige Männer nach. Das Resultat ist aber keinesfalls, dass die Videos nicht veröffentlicht werden. Teilweise geschieht dies dennoch, teilweise sollen die Männer weitere Videos von sich zulassen oder eine weitere Summe zahlen. Bis die Betroffenen zur Polizei gehen, ist es häufig viel zu spät.

Polizei warnt und empfiehlt ausdrücklich eine Anzeige

Die Polizei hat immer wieder – unter anderem auf Facebook – vor dieser perfiden Erpressermasche gewarnt. Betroffene haben nur eine einzige Chance: Anzeige erstatten. Denn nur so besteht überhaupt die Möglichkeit, die Drahtzieher zu bekommen.

Darüber hinaus sollte jeder Nutzer von Social-Media-Plattformen bei neuen Kontakten sehr vorsichtig sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem neuen Zufallskontakt mit einer scheinbaren Traumfrau wirklich ein echter Flirt wird, tendiert gegen Null. Spätestens bei der Nachfrage nach einem Videochat offenbart sich die wahre Natur der Anfrage. So knisternd das sein mag: Finger weg!

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