Breitbandmessung – viele Anschlüsse weiterhin zu langsam

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Die Bundesnetzagentur hat den Jahresbericht zur Breitbandmessung veröffentlicht. Darin kommt die Behörde zum Ergebnis, dass sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk weiterhin viele Leitungen zu langsam sind. Ausgewertet hat die Regulierungsstelle knapp 440.000 Messungen im Festnetz und rund 245.000 Messungen im Mobilfunknetz. Die Ergebnisse spiegeln die tatsächliche Bereitstellung gegenüber der vertraglich versprochenen Bandbreite sowie die Kundenzufriedenheit, nicht jedoch die Versorgung mit schnellem Internet wider. Die Ergebnisse basieren auf offenen Endkundenmessungen und sind statistisch nicht repräsentativ. Sie zeichnen aber eine gute Skizze der aktuellen Situation. Die Bundesnetzagentur sieht Handlungsbedarf.

Festnetz: Kaum Verbesserung der tatsächlichen Leistung

Die Ergebnisse der Kundenmessungen scheinen auf dem ersten Blick eine zufriedenstellende Leistungsbereitstellung darzustellen. So erhalten 71,6 Prozent der Kunden im Festnetz wenigstens 50 Prozent der versprochenen Bandbreite. Zwölf Prozent erhielten die vertragliche Maximalleistung oder sogar mehr. Gegenüber dem Vorjahr sind diese Werte jedoch nahezu unverändert.

Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch: Mehr als ein Viertel der Messungen liefern nicht einmal Hälfte der vertraglichen Leistung als Downloadrate. Hinzu kommt eine ungleiche Verteilung innerhalb der Bandbreiten. So ist bei Leistungen zwischen acht und 18 MBit/s die Anzahl der Kunden am kleinsten, die wirklich eine vertragliche Bandbreite erhalten.

Andererseits fallen Kabelinternetanbieter auf, deren Bandbreite zwischen 200 und 500 MBit/s liegen. Diese fallen speziell abends häufig deutlich ab. Entsprechend sind nur knapp zwei Drittel der Kunden ganz oder überwiegend zufrieden mit ihren Anbietern.

Die meisten Anschlüsse mit voller Bandbreite stellen in der Regel kleine regionale Anbieter zur Verfügung. Wahrscheinliche Ursache: Diese verfügen meistens über ein eigenes leistungsstarkes Glasfaserkabelnetz vor Ort.

Mobilfunk: Vertragliche Bandbreiten werden kaum erreicht

Bei den Mobilfunkanschlüssen gibt es eine erhebliche Diskrepanz zwischen vertraglich versprochener Maximalleistung und tatsächlich erreichten Downloadraten. Nur 18,6 Prozent der Kunden erhalten wenigstens 50 Prozent der versprochenen Leistung. Nur 1,6 Prozent erhalten 100 Prozent der vertraglich versprochenen Leistung oder gar mehr.

Besonders negativ fällt dabei die Telekom auf. Während die Discount-Tochter Congstar beispielsweise knapp 24 Prozent der Kunden wenigstens 50 Prozent der Bandbreite ermöglicht, sind es bei der Telekom nur 4,5 Prozent – möglicherweise jedoch der größeren maximalen vertraglichen Bandbreite geschuldet. Auch insgesamt schneiden die Discount-Marken relativ gut ab.

Die Tendenz ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Eine der Ursachen: Die Anbieter locken mit mehr Bandbreite, ohne dass die technischen Kapazitäten im gleichen Ausmaß erhöht wurden. Daraus resultiert eine größere Scherenentwicklung. Denn speziell die Verträge mit größeren Bandbreiten erfüllen die Erwartungen häufig nicht. Entsprechend sind nur etwas mehr als drei Viertel der Kunden mit ihrer Downloadrate zumindest überwiegend zufrieden.

Bandbreitenmessung: Mitmachen möglich

Die Bundesnetzagentur stellt eine eigene Webseite zur Breitbandmessung zur Verfügung. Dort können Interessierte Informationen und Tools bzw. Apps finden, mit denen sie im kommenden Jahr an der Datenerhebung teilnehmen können. Mit den Ergebnissen können Kunden auch den eigenen Anbieter konfrontieren. Denn zeichnen sich regelmäßig nicht erfüllte Downloadraten ab, muss dieser nachbessern.

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