Polizei warnt – falsche Versandbestätigungen für Porno-DVDs im Umlauf

Abofalle

Dass Cyberkriminelle sich das Thema Pornografie zu Eigen machen, um damit Internetnutzer zu verunsichern und in eine Falle zu locken, ist keinesfalls neu. Bereits im vergangenen Jahr warnte die Polizei vor Erpressermails durch den angeblichen Konsum von Pornographie. Aktuell sind nun gefälschte Bestellbestätigungen von Porno-DVDs im Umlauf. Die Polizei Niedersachsen warnt vor diesen falschen Versandbestätigungen, die per E-Mail verschickt werden.

Was steht in den gefälschten Mails?

Die Masche, die sich die Kriminellen in diesem Fall zu Nutze machen wollen, ist immer dieselbe. In den Mails, die sich mit persönlicher Ansprache direkt an den Nutzer des E-Mail Accounts richten, werden verschiedene Filmtitel aufgelistet, die scheinbar bestellt wurden. Dabei handelt es sich stets um Filmtitel aus der Pornobranche. Laut der Polizei Niedersachsen ist es denkbar, dass hierbei tatsächlich existierende Titel aus dieser Branche verwendet werden. Dadurch erscheint die Bestellbestätigung auf den ersten Blick glaubwürdig. Besonders tückisch ist zudem, dass die Betrüger dabei häufig die tatsächlich stimmende postalische Anschrift des Empfängers angeben. Durch die erhaltene Mail wird der Versand der angeblich bestellten Ware bestätigt.

Vorsicht vor einer gefährlichen Schadsoftware

In dem Schreiben wird der Empfänger dazu aufgefordert einen Link zu öffnen, um sich über den aktuellen Stand der Lieferung und über die Bezahlung zu informieren. Wer diesen Link jedoch öffnet, lädt automatisch eine sehr gefährliche Schadsoftware für Windows herunter. Daher sollte in keinem Fall ein Link oder eine Datei aus einer solchen E-Mail angeklickt werden. Die Cyberkriminellen haben durch die Versendung dieser falschen Mails nur ein Ziel, nämlich, dass das Windows-System mit der Schadsoftware infiziert wird. Alle Angaben über eine versendete Bestellung sind falsch.

Hierzu rät die Polizei

Die Polizei ruft jeden Betroffenen dazu auf, eine Anzeige zu erstatten. Darüber hinaus sollte der infizierte Rechner unverzüglich aus dem Netzwerk genommen werden. Nur so kann verhindert werden, dass auch andere Computer gefährdet sind. Auf der Website der Polizei Niedersachsen wurde zudem ein Informationsblatt für Geschädigte durch Schadprogramme veröffentlicht.

Erpressermails durch angeblichen Pornokonsum

Im vergangenen Jahr warnte die Polizei bereits vor einer neuen Welle von Erpressermails durch einen angeblichen Konsum von pornografischen Darstellungen. Verschiedene E-Mails waren und sind immer noch hierzu im Umlauf. Es handelte sich dabei sowohl um deutschsprachige als auch um englischsprachige Mails. In allen Schreiben wurde den Empfängern vorgetäuscht, dass man sie beim Anschauen von Pornos erwischt und sogar gefilmt hätte. Das Filmen sei durch eine Schadsoftware möglich. Besonders perfide: die Cyberkriminellen behaupteten in der Mail, dass nun die persönlichen Daten des Empfängers bekannt seien. Damit die Videos nicht an die Öffentlichkeit oder Freunde gelangen, sollte der angebliche Pornokonsument eine Zahlung in Bitcoins leisten. Viele Empfänger dieser Mails waren insbesondere deshalb verunsichert, da oftmals persönliche Passwörter oder sogar Handynummern genannt wurden. Diese wurden allerdings vermutlich bereits durch Hacks in der Vergangenheit abgefischt. Die Polizei warnt Betroffene davor, solchen Zahlungen nachzugehen. Stattdessen sollte auch in diesem Fall unbedingt eine Anzeige bei der örtlichen Polizei und per Onlinenanzeige bei der Polizei des jeweiligen Bundeslandes gemacht werden.

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