Total AV – Antivirenprogramm aus der Werbung mit Vorsicht zu genießen

Falle

Ein Virenscanner hat die Aufgabe, das Smartphone, den PC, das Laptop oder das Tablet vor bösartiger Software zu schützen. Im Internet sind zahlreiche verschiedene Angebote für Virenschutzprogramme zu finden. Doch nicht alle Programme, erfüllen ihren eigentlichen Zweck, es scheint, als seien einige nur dazu konzipiert worden, den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch das Antivirenprodukt Total AV sollte daher genau unter die Lupe genommen werden.

Auf der Suche nach dem besten Antivirenprogramm

Ein Test der Website Logithéque hat ergeben, dass zwei Websites, auf denen Virenprogramme verglichen werden, das Produkt Total AV hervorheben. Zuvor wurde bei der Google Suche nach dem besten Antivirenprogramm gesucht. Bei zwei der ersten vier Ergebnisse liegt Total AV auf dem ersten Platz und verdrängt damit bekannte Anbieter wie McAfee oder Norton. Geht man auf die offizielle Website des Produkts ist dort zu lesen, dass bereits über 25 Millionen Personen weltweit das Programm nutzen. Ein weiterer Blick auf die Website zeigt, dass das Programm scheinbar auch alles bieten, was für einen effektiven Virenschutz benötigt wird:

  • Anti-Maleware
  • Echtzeitschutz
  • Anti-Spyware
  • Anti-Adware
  • Anti-Ransomware
  • Datenlecksuche

Zu lesen ist darüber hinaus, dass es sich um ein kostenloses Antivirenprogramm handelt.

Was hat der Test von Logithéque ergeben?

Das Produkt kann ganz einfach direkt von der Website heruntergeladen werden, dort ist zu lesen „kostenlos Downloaden“. Nachdem im Rahmen des Tests ein eigenes Konto erstellt wurde, führt das Programm eine erste Analyse durch. Die Tester finden heraus, dass in der kostenlosen Version kein Echtzeitschutz aktiviert werden kann. Obwohl mehrere Probleme gefunden werden schlägt das Antivirenprogramm keine Lösung vor, um die Probleme zu korrigieren. Stattdessen erscheint ein Feld „Schützen sie sich“. Wird auf dieses geklickt, gelangt man automatisch wieder zu der offiziellen Total AV Website, auf welcher nun doch etwas bezahlt werden soll. Allerdings scheint es zunächst, als handele es sich hierbei um ein wahres Schnäppchen. Es wird angezeigt, dass anstelle von 99 Euro, lediglich 29 Euro bezahlt werden müssen und man darüber hinaus ein gratis Geschenk erhalte. Als die Tester die Seite verlassen wollen, gibt es plötzlich einen weiteren Rabatt, so dass sich der Preis auf 19 Euro senkt. Die Tester nehmen das Angebot an. Unter den Feldern, in denen die Bankverbindung eingetragen werden muss, ist folgender Text zu lesen (Übersetzung von Logithéque):

Mit dem Absenden dieser Bestellung erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen, Stornierungs- und Datenschutzrichtlinien einverstanden. Der Rabatt von 80% ist ein Einführungsangebot und gilt nur für die Anfangszeit. Total AV bietet kontinuierlichen Schutz vor Viren und verlängert Ihr Abonnement automatisch zu regulären Tarifen, bis es gekündigt wird. Der Name der Gebühr auf Ihrem Kontoauszug lautet www.totalav.com. Die Preise sind ohne Mehrwertsteuer angegeben.

Konkret bedeutet dies, dass der vermeintliche Schnäppchenpreis von 19 Euro nur für das erste Jahr gilt, anschließend wird ein Betrag von 99 Euro plus Mehrwertsteuer fällig. Damit ist der Preis viel höher als für andere Programme von anderen Antiviren-Anbietern. Problematisch ist zudem, dass sich das Abonnement automatisch verlängert.

Was steckt hinter Total AV?

Der Herausgeber des Virenscanners ist Protected.net. Diesem wird vorgeworfen, gefälschte Bewertungen und irreführende Anzeigen einzusetzen, um das Programm Total AV zu bewerben. Darüber hinaus berichten einige Nutzer von Abbuchungen, die auch noch dann durchgeführt wurden, wenn bereits gekündigt wurde. Andere berichten, dass ihnen zu viel abgebucht wurde und es zudem immer wieder Probleme mit der Qualität des Virenschutzes gibt. Es sind zahlreiche solcher Beschwerden im Internet zu finden. Alles in allem deutet darauf hin, dass es sich bei der kostenlosen Version von Total AV um ein Scan-Tool handelt, dessen Ziel es ist, die Benutzer zu einem Kauf der kostenpflichtigen Version zu bewegen. Rechtlich gesehen handelt es sich zwar nicht um einen Betrug, da im Kleingedruckten auf der Webseite auf alles hingewiesen wird. Allerdings ist davon auszugehen, dass nicht jeder Verbraucher so genau hinschaut und daher viele bereits getäuscht wurden. Auffällig ist, dass die Vergleichswebsites, auf denen das Virenprogramm als Testsieger aufgeführt wird, oftmals über kein Impressum verfügen. Generell sollten Verbraucher daher darauf achten, auch auf die Seriosität von Vergleichswebsites zu achten. Einen Überblick über gratis Antiviren-Programme im Vergleich und einen Vergleich von kostenlosen Smartphone Antiviren-Apps gibt es beispielsweise im telespiegel.

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