BeReal – Experten warnen vor Sicherheitsrisiken der neuen Foto-App

BeReal

Die neue Foto-App BeReal erlebt aktuell einen Boom und stellt für manche eine willkommene Alternative zu Instagram dar. Denn Instagram steht aktuell in der Kritik, nicht mehr dem ursprünglichen Zweck als Foto-App zu dienen, sondern stattdessen immer mehr der Video-App TikTok nachzueifern. Vor der Nutzung der BeReal-App warnen nun allerdings Sicherheitsexperten.

Was steckt hinter der Hype-App?

In den USA ist BeReal nach Angaben von Apple momentan die am meisten heruntergeladene Gratis-App auf iPhones. Und auch in Deutschland taucht sie bei Android aktuell auf Platz 7 in der Kategorie „Soziale Netzwerke“ auf. Die App, die sowohl für Android als auch für iOS zur Verfügung steht und aus Frankreich stammt, gibt es bereits seit 2020. Doch jetzt erlebt sie einen regelrechten Hype. Die Anmeldung bei BeReal erfolgt genau wie bei WhatsApp ganz einfach mit der eigenen Rufnummer. Wer sich bei der Foto-App angemeldet hat, wird täglich dazu aufgefordert, ein Foto hochzuladen. Hierfür hat der Nutzer lediglich zwei Minuten Zeit und kann das Bild zudem nur direkt in der App aufnehmen. Das Besondere: es wird gleichzeitig ein Foto mit der Rück- und der Frontkamera aufgenommen. Das Selfie erscheint anschließend in kleinem Format in der oberen Ecke des Fotos. Durch den Zeitdruck soll genau das umgesetzt werden, wofür die App bereits in ihrem Namen steht: echt sein. Denn anders als bei Instagram, gibt es keine Möglichkeit, die Fotos vor dem Posten zu bearbeiten. Es ist allerdings möglich, das Foto so oft wie gewünscht neu aufzunehmen. Nach einem Tag verschwindet das Foto dann wieder und die App fordert zu einem neuen Schnappschuss auf. Eine weitere Besonderheit von BeReal ist, dass ausschließlich die Nutzer Fotos anderer sehen können, die selbst welche posten. Zur Auswahl stehen auf der Startseite die beiden Optionen „Meine Freunde“ oder „Discovery“. Zudem kann gewählt werden, ob das eigene Bild nur mit den Freunden oder mit der ganzen Welt geteilt werden soll.

Weshalb steht BeReal bei Datenschützern in der Kritik?

Ein Team von Sicherheitsexperten der mediaTest digital GmbH, haben die gehypte Foto-App einmal genauer unter die Lupe genommen und einer umfassenden Datenschutzprüfung unterzogen. Hierbei wurde BeReal auf mögliche Sicherheitslücken untersucht, von denen auch einige gefunden wurden. Das Ergebnis des Tests zeigt, dass sowohl in der iOS-Version als auch in der Android-Version unterschiedliche Analyse-Tools und Tracker eingebunden sind. Ein weiteres Sicherheitsrisiko ist, dass die sensiblen Daten der User an US-amerikanische Server gesendet werden. Das ist deshalb problematisch, da die personenbezogenen Daten somit an ein Land übertragen werden, in welchem nicht die DSGVO gilt. Laut den Sicherheitsexperten ist daher ein sicherer Umgang mit den Kontaktdaten der Nutzer nicht garantiert. Die Experten der mediaTest GmbH konnten bei der iOS-Version zudem eine erfolgreiche Man-in-the-Middle-Attacke durchführen. Das bedeutet, dass es möglich ist, dass unbefugte Dritte die sensiblen Daten mitlesen können. Obwohl beide Versionen der umfangreichen Datenschutzprüfung nicht standhalten konnten, weist insbesondere die iOS-Version viele Sicherheitsrisiken auf. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Datenschutzerklärung der App ausschließlich in Englisch und Französisch verfügbar ist. Die Sicherheitsexperten raten daher von der Nutzung von BeReal ab.

BeReal – eine ernsthafte Konkurrenz für Instagram?

Instagram hat seinen Fokus in letzter Zeit vermehrt auf Videos gelegt. Dies stieß bei zahlreichen Nutzern auf Kritik und es wurde sogar eine Petition mit dem Namen „Make Instagram Instagram again“ gestartet. Das Unternehmen gab dem Druck nun nach und gab bekannt, wieder einen Schritt zurückzumachen. Für viele könnte BeReal aufgrund der aktuellen Entwicklung von Instagram daher eine gute Alternative darstellen. Allerdings unterscheidet sich BeReal zu sehr von Instagram, um wirklich eine Konkurrenz darzustellen. Denn auf Instagram befinden sich sehr viele „stille Nutzer“, die selbst gar nichts posten. Dies ist bei der neuen Foto-App aus Frankreich allerdings gar nicht möglich.

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