Nutzung steigt stetig – Gesundheits-Apps auf Rezept

Nutzung steigt stetig - Gesundheits-Apps auf Rezept

Eine aktuelle Studie zeigt, dass digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, in Deutschland immer häufiger genutzt werden. Hierbei handelt es sich um Apps, die ärztliche verordnet werden und für den Patienten völlig kostenfrei sind. In diesem Jahr ist die Nutzung dieser Form der medizinischen Grundversorgung enorm angestiegen.

Was sind Gesundheits-Apps?

Die speziellen Apps sollen Patienten bei unterschiedlichsten Erkrankungen und Verletzungen bei der Linderung, Überwachung oder Behandlung unterstützen. Die Gesundheits-Apps sind als Medizinprodukt zugelassen und können von Ärzten und Psychotherapeuten verschrieben werden. Patienten können darüber hinaus auch direkt bei ihrer Krankenkasse einen Antrag für die digitalen Gesundheitsanwendungen stellen. Die Voraussetzung ist, dass ein entsprechendes Krankheitsbild eingetragen wurde. Genutzt werden können die DiGA mit mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets sowie als webbasierte Anwendung. Die Gesundheits-Apps können aus dem jeweiligen App-Store einfach heruntergeladen werden. Für die kostenlose Nutzung ist dann ein Freischaltcode erforderlich, den der Patient von seiner Krankenkasse erhält. In Deutschland übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die DiGA – bei den privaten Krankenkassen gibt es bisher noch keine einheitliche Regelung. Privatpatienten sollten sich daher am besten direkt an ihre Krankenkasse wenden und nachfragen.

Die Nutzung der Gesundheits-Apps steigt

Bereits die Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt 2020/2“ der Stiftung Gesundheit im Jahr 2020 zeigte, dass die Beliebtheit solche digitalen Gesundheitsanwendungen zunimmt. Die Akzeptanz der Ärzte steigt und bereits vor zwei Jahren hielten 72,3 Prozent der befragten Ärzte entsprechende Apps bei gezieltem Einsatz für hilfreich. Mit rund 125 000 DiGA-Verordnungen in diesem Jahr, stieg die Nutzung noch einmal enorm zum Vorjahr an, in welchem es 44 000 DiGA-Verordnungen deutschlandweit gab. Aus den Zahlen geht hervor, dass zum einen die Bekanntheit unter Patienten steigt und die Erfahrungen überwiegend positiv sind und zum anderen, dass die Ärzte immer weniger Vorbehalt gegenüber dieser zeitgemäßen Form der medizinischen Grundversorgung haben. Zahlreiche Studien belegen zudem den gesundheitlichen Nutzen der digitalen Anwendungen. Die aktuellen Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens McKinsey und zeigen, dass die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen voranschreitet.

Welche Gesundheits-Apps gibt es?

Momentan gibt es insgesamt 33 Apps, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgelistet sind. Es gibt digitale Gesundheitsanwendungen für folgende Bereiche:

  • Muskeln, Knochen & Gelenke: 2 DiGA
  • Stoffwechsel: 4 DiGA
  • Psyche: 12 DiGA
  • Nervensystem: 2 DiGA
  • Ohren: 2 DiGA
  • Urogenitalsystem: 2 DiGA
  • Krebs: 3 DiGA
  • Verdauung: 1 DiGA
  • Sonstige: 2 DiGA

Beispiele für zugelassene Gesundheits-Apps sind:

  • Die „Care Care für Reizdarm“-App
  • Die „NichtraucherHelden“-App gegen die Abhängigkeit vom Rauchen
  • Die „Deprexis“-App bei Depressionen
  • Die „Mindable“-App gegen Panikstörungen
  • Die „Mein Tinnitus App“
  • Die „Invirto“-App bei Panikstörungen und sozialer Phobie
  • Die „HelloBetter“-App für Gesundheitstraining
  • Die „Vivira“-App bei Knie-, Hüft- und Rückenschmerzen
  • Die „Optimune“-App bei Brustkrebs

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