Shiftphone – Modulare Bauweise gegen das riesige Smartphone-Müllproblem

Shiftphone – modulare Bauweise gegen das riesige Smartphone-Müllproblem

Mittlerweile ist bereits das 8. Smartphone der Shift GmbH aus Hessen auf dem Markt. Das Shiftphone 8 steht dabei genau wie seine Vorgänger für Recycling und Nachhaltigkeit. Denn von den jährlich rund zwei Milliarden neu produzierten Handys weltweit, landen die meisten nach einer Nutzungsdauer von weniger als zwei Jahren auf dem Müll.

Warum sind Smartphones ein wachsendes Problem für die Umwelt?

Die meisten Menschen auf der ganzen Welt besitzen ein Handy. Für viele ist das Gerät aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und zum ständigen Begleiter geworden. Da sich kaputte Smartphones entweder gar nicht oder nur sehr aufmerksam reparieren lassen, landen die meisten Geräte nach nicht allzu langer Zeit in einer Schublade oder auf dem Müll. Für viele Verbraucher ist es zudem wichtig, stets die neuste Technologie zur Verfügung zu haben, weshalb immer das neuste Modell gekauft wird. Insgesamt werden weltweit jedes Jahr 1,3 Milliarden Smartphones verkauft – allein Apple verkauft jährlich 237 Millionen seiner iPhones. Es gibt deutlich mehr Smartphones auf der Erde als Menschen. Für die Produktion der Geräte werden immer wieder neue Rohstoffe benötigt, wodurch die Umwelt enorm belastet wird. Nur die wenigsten Handys werden recycelt. Um diesem massiven Wegwerf-Problem entgegenzuwirken, werden ab nächstem Jahr Schritt für Schritt neue EU-Vorschriften eingeführt. Mit der neuen Batterierichtlinie, soll es den Verbrauchern künftig wenigstens möglich sein, den Smartphone-Akku selbst austauschen zu können. Genau auf dieses Prinzip der Austauschbarkeit setzt auch der hessische Smartphone-Hersteller Shiftphone.

Was ist das Besondere am Shiftphone?

Die Geräte besitzen die meisten austauschbaren Komponenten auf dem gesamten Smartphone-Markt. Alle 13 Komponenten können von den Nutzern selbst ausgetauscht werden. Dies ist möglich, da das Gerät modular aufgebaut ist. Die Einzelteile, die zu Modulen zusammengefasst sind, werden nicht miteinander verklebt. Stattdessen sind die Komponenten zusammengesteckt, was wiederum eine Reparatur vieler Teile ermöglicht. Nutzer, die ihr Shiftphone dennoch nicht selbst reparieren wollen, haben auch die Möglichkeit dieses einzuschicken. Durch die modulare Bauweise will Shiftphone dem Müllproblem, das durch Smartphones verursacht wird, entgegenwirken und den Handy-Markt revolutionieren. Hergestellt werden die Handys in einer eigenen Manufaktur in China. Die Gründer nennen die kurzen Wege als Grund hierfür, da bereits 90 Prozent des Mülls bei der Smartphone-Produktion anfalle. Grundsätzlich werden jedoch keine völlig anderen Komponenten in den nachhaltigen Smartphones verbaut als in Geräten von Apple, Samsung und Co. Dennoch will sich das Unternehmen der Nachhaltigkeit vollständig widmen und hat es sich zum Ziel gemacht, alle Shiftphones zu recyclen. Mit einem Umweltpfand in Höhe von 22 Euro sollen Nutzer zusätzlich dazu angeregt werden, das Smartphone wieder an den Hersteller zurückzusenden. Bisher wurden jedoch erst 70 000 Shiftphones verkauft.

Bieten die großen Hersteller auch eine modulare Bauweise an?

Würden alle Hersteller auf eine entsprechende Bauweise setzen, könnten jährlich 40 % an Emissionen und natürlichen Ressourcen eingespart werden – dies entspricht dem CO2-Ausstoß von 13 Millionen Mittelstreckenflügen. Es stellt sich demnach die Frage, weshalb die großen Hersteller nicht auch eine modulare Bauweise anbieten. Natürlich ist der Profit für die Unternehmen wesentlich höher, wenn Verbraucher häufiger neue Smartphones kaufen. Dennoch hat Apple angekündigt, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen. Hierfür wurde der Recycling-Roboter namens Daisy gebaut, der pro Stunde bis zu 200 iPhones in ihre einzelnen Teile zerlegen kann. Bisher werden jedoch lediglich 1,3 Prozent der Geräte recycelt.

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