Umfrage – Schnell-Lieferdienste werden immer häufiger genutzt

Umfrage - Schnell-Lieferdienste

In unserer schnelllebigen Zeit sind Schnell-Lieferdienste hauptsächlich in größeren Städten zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. Sie kommen zum Einsatz, wenn am Morgen die Marmelade fehlt, der Kühlschrank bei einer Party leer ist oder ein Ladekabel kurz vor einem wichtigen Meeting den Geist aufgibt. Diese Dienste liefern nicht nur Lebensmittel, sondern auch eine Vielzahl anderer Alltagsprodukte – oft in nur 10 bis 20 Minuten direkt an die Haustür.

Steigende Nutzung und Beliebtheit in Deutschland

Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt einen deutlichen Anstieg der Nutzung von Schnell-Lieferdiensten in Deutschland. Während 2021 erst 10 Prozent der Internetnutzer diese Dienste in Anspruch nahmen, sind es aktuell 16 Prozent. Ferner kann sich ein Drittel der Befragten vorstellen, in Zukunft solche Dienste zu nutzen.

Vor allem junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren nutzen diese Dienste häufig. In dieser Altersgruppe haben bereits 26 Prozent der Befragten Erfahrungen mit Schnell-Lieferdiensten gemacht. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 22 Prozent, während bei den über 50-Jährigen nur 7 Prozent solche Dienste nutzen.

Bequemlichkeit und Effizienz

Bianka Kokott vom Bitkom betont, dass die einfache und schnelle Verfügbarkeit dieser Dienste vor allem bei jüngeren Generationen beliebt ist. Bestellungen und Zahlungen laufen unkompliziert über Apps, und oft ist eine Echtzeitverfolgung der Lieferung möglich.

86 Prozent der Nutzer sind mit der Geschwindigkeit der Schnell-Lieferdienste zufrieden. 59 Prozent schätzen die Zeitersparnis, während 49 Prozent die bequeme Lieferung an die Tür bevorzugen. 39 Prozent haben die Dienste aus Neugier ausprobiert, und 37 Prozent nutzen sie bei Krankheit. Zusätzlich sind erweiterte Öffnungszeiten und Rabatte im Vergleich zu traditionellen Geschäften für einige Nutzer attraktiv.

Einfluss auf den traditionellen Handel

43 Prozent der Befragten sehen in Schnell-Lieferdiensten eine ernsthafte Konkurrenz für den herkömmlichen Lebensmittelhandel. 36 Prozent gehen aufgrund dieser Dienste seltener in Geschäfte. Jedoch bevorzugen 53 Prozent der Nichtnutzer den traditionellen Gang zum Supermarkt. Ein Drittel hält Schnell-Lieferdienste für überflüssig, und für viele sind die Lieferkosten oder höheren Produktpreise ein Hindernis. Das begrenzte Angebot in bestimmten Regionen, öffentliche Kritik an Arbeitsbedingungen und ein eingeschränktes Produktsortiment sind weitere Gründe gegen die Nutzung.
Zukünftige Aussichten

Kokott weist darauf hin, dass diese Dienste bisher vorwiegend in größeren Städten verfügbar sind. 42 Prozent der Internetnutzer erwarten jedoch eine Ausweitung des Angebots, auch auf Dienstleistungen wie Handwerker oder medizinische Versorgung.

Zusammenfassung und Ausblick

Mit der zunehmenden Digitalisierung und Urbanisierung könnte sich der Trend hin zu noch schnelleren und umfassenderen Lieferdiensten weiter verstärken. Dies deutet auf eine sich wandelnde Landschaft im Einzelhandel und Dienstleistungssektor hin, in der Schnelligkeit und Bequemlichkeit als entscheidende Faktoren für das Verbraucherverhalten immer wichtiger werden. Die Zukunft der Schnell-Lieferdienste sieht vielversprechend aus, doch sie steht auch vor Herausforderungen. Die Nachhaltigkeit dieser Dienste, die Arbeitsbedingungen für Lieferanten und die Auswirkungen auf lokale Geschäfte sind Aspekte, die weiterhin Beachtung erfordern. Während Schnell-Lieferdienste eine bequeme Lösung für viele Alltagsprobleme bieten, bleibt abzuwarten, wie sie sich in Bezug auf ökologische und soziale Verantwortung weiterentwickeln werden.

Schnell-Lieferdienste in Deutschland repräsentieren einen wachsenden Sektor, der die Art und Weise, wie wir einkaufen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, revolutioniert. Sie bieten nicht nur Bequemlichkeit und Zeitersparnis, sondern reflektieren auch den Wandel in den Verbraucherpräferenzen und die Dynamik der digitalen Wirtschaft. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung und dem steigenden Bedarf an schneller und effizienter Lieferung könnten diese Dienste eine immer wichtigere Rolle im täglichen Leben spielen.

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die der Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.123 Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland ab 16 Jahren online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 40 bis KW 41 2023 statt. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ. Folgende Fragestellungen wurden gestellt:

  • „Haben Sie schon einmal einen Schnell-Lieferdienst genutzt? Nicht gemeint sind hier Restaurantlieferungen.“
  • „Warum haben Sie bisher keine Schnell-Lieferdienste genutzt?“
  • „Warum nutzen Sie Schnell-Lieferdienste?“
  • „Inwieweit treffen die folgenden Aussagen zu Schnell-Lieferdiensten auf Sie bzw. Ihrer Meinung nach zu?“

1 Kommentar

  1. dann brauchen sich solche Kunden aber nicht beschweren wegen der Datenflut, die ja wegen der Lieferungen immer personenbezogene Daten fordern.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Umzug mit DSL-Vertrag? – warum 1&1 jetzt massiv in der Kritik steht

Umzug mit DSL-Vertrag?

Warum 1&1 jetzt massiv in der Kritik steht

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat 1&1 abgemahnt. Kunden sollen bei einem Umzug häufig zu neuen DSL-Verträgen gedrängt worden sein. Zudem stehen irreführende Angaben zur Sonderkündigung und zu Verbraucherrechten in der Kritik. […]

Digitale Welt – Simulierte Gerichtsfälle zeigen Schattenseiten

Digitale Welt

Simulierte Gerichtsfälle zeigen Schattenseiten

Kinderfotos im Internet und riskante Sicherheitsprüfungen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Simulationsgerichts. Die fiktiven Fälle zeigen, welche rechtlichen Folgen Datenschutzverstöße und Fehler in der Cybersicherheitsforschung haben können. […]

Versteckte Windows-Datenbank speichert Verlauf – so wird sie gelöscht

Versteckte Windows-Datenbank speichert Verlauf

So wird sie gelöscht

Das Löschen des Browserverlaufs reicht oft nicht aus. Windows führt zusätzlich eine versteckte Liste besuchter Webseiten im DNS-Cache. Mit wenigen Befehlen lässt sich die Datenbank anzeigen und vollständig leeren. […]

Achtung: Neue Phishing-Falle – selbst 2FA-Nutzer sind jetzt gefährdet

Achtung: Neue Phishing-Falle

Selbst 2FA-Nutzer sind jetzt gefährdet

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Generation von Phishing-Angriffen. Kriminelle stehlen keine Passwörter mehr, sondern bringen User dazu, Zugriffe selbst zu autorisieren. Dadurch können sogar Konten mit Zwei-Faktoren-Authentifizierung kompromittiert werden. […]