Telefonieren über das Internet – Chef der Regulierungsbehörde äußerte sich über mögliche Bedingungen

RegTP

Es gibt bereits zahlreiche Anbieter von Internettelefonie (VoIP) mit stetig steigenden Kundenzahlen. Aber solange ein Internetanschluss an den Telefonanschluss gebunden ist, lohnt sich die Internettelephonie für Privatanwender nicht wirklich. Der Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP), Matthias Kurth, stellte den Verbrauchern eine mögliche Verbesserung der Situation in Aussicht.

Gegenüber der Wirtschaftswoche äußerte sich der Chef der Bonner Behörde folgendermaßen: „Es ist unbestreitbar, dass der Markt vor einer gewaltigen Veränderung steht. Mittelfristig kann die Internettelefonie Innovationen anstoßen, dem Verbraucher weitere Kosten sparen und dem Wettbewerb neue Impulse geben.„ Er erwarte einen Boom der Internettelefonie und Preissenkungen für die Verbraucher durch die bevorstehende Regelung des Telefonierens per Internet und konkretisierte erstmals die möglichen Bedingungen, nach denen Internettelephonie zu einem Massenprodukt werden soll.

Künftig sollen Unternehmen auf der Basis eines DSL-Anschlusses Telefonate und Internetnutzung ermöglichen können, ohne dass ein klassischer Telefonanschluss in dem Produkt enthalten ist. Bisher müssen Internet-Nutzer über einen Telefonanschluss verfügen und dafür Grundgebühr zahlen, wenn sie im Internet surfen möchten, auch wenn sie den Telefonanschluss eigentlich nicht benötigen. Denn der Anschluss, zum Beispiel von Telekom Telefonanschluss, ist die Basis für den Internetanschluss.

Kunden, die über das Internet telefonieren möchten, werden ihre bestehenden Festnetz-Rufnummern zukünftig bei einem Wechsel zu der Internettelephonie mitnehmen können. Das ist eine entscheidende Erleichterung, wenn die Entscheidung auf die Verwendung des DSL-Anschlusses statt des Telefonanschlusses fällt, denn Kontaktpersonen müssen nicht über neue Rufnummern informiert werden und können erkennen, aus welchem Ortsnetz sie angerufen werden.
Die Vergabe einer Rufnummer aus einem fremden Ortsnetz hat die Regulierungsbehörde bereits unterbunden. „Die zum Teil schon begonnene Unsitte, an einen Münchner eine Hamburger Rufnummer zu vergeben, dulden wir nicht„, sagte Kurth.
Zusätzlich werde es vermutlich Telefonnummern geben, die keinen geografischen Bezug haben. Die Anbieter können dann an ihre Kunden Nummern vergeben, die mit der Vorwahl 032 beginnen und somit, ähnlich wie die Rufnummern im Mobilfunk-Bereich, vom Wohnort unabhängig sind.

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