Eigene Vorwahl 032 für Internettelefonie – RegTP prüft Entkopplung von DSL- und Telefonanschlüssen

RegTP

Telefonate über das Internet sind eine kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Telefonverbindungen und die Anbieter der sogenannten Internettelephonie (Voice over IP) machen vor allem dem Marktbeherrscher Deutsche Telekom Konkurrenz. Voice over IP, kurz VoIP, steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) will die Internettelephonie fördern und bemüht sich, dafür die Rahmenbedingungen festzulegen. Experten vermuten, dass Ende dieses Jahres bereits etwa 200.000 private Nutzer über den Internetanschluss telefonieren. Die Internettelefonie könnte also zukünftig als eigenständiger, öffentlich zugänglicher Telefondienst gelten und langfristig die herkömmliche Telefontechnik ablösen.

Neben dem technischen Problem der Sicherstellung von Notruf-Funktionen beschäftigt sich die RegTP mit dem Thema der Vorwahlnummern für Internettelefonierer. Einige Voice over IP-Anbieter hatten an ihre Kunden Rufnummern aus einigen wenigen Ortsnetzen vergeben, um sich den Erwerb von Rufnummern aus jedem der etwa 5200 Ortsnetze zu sparen. Die Regulierungsbehörde hatte vor wenigen Tage diese Vorgehensweise verboten, denn so erhielt zum Beispiel ein Münchner eine Hamburger Rufnummer und konnte dadurch anhand seiner Vorwahl geografisch nicht zugeordnet werden. Außerdem befürchtete die Behörde, dass die Ortsnetzrufnummern knapp werden würden.

Mit einer einheitliche Vorwahl, der 032, sollen voraussichtlich ab Anfang des nächsten Jahres alle Internettelefonierer in Deutschland ausgestattet werden. Das teilte der Präsident der RegTP, Matthias Kurth, bei einer Fachtagung in Bonn mit. Mit dieser eigenen Vorwahl für Internet-Telefonate soll der Rufnummern-Knappheit bei den Ortsvorwahlen vorgebeugt werden, Kunden werden jedoch auch zusätzlich die Möglichkeit haben, Rufnummern aus ihrem eigenen Ortsnetz für die Internettelefonie zu nutzen. Die Regeln für die Vergabe der neuen Nummernblöcke mit der Vorwahl 032 sollen Ende November veröffentlicht werden, kündigte die RegTP an.

Eine weitere, wichtige Frage beschäftigt die Regulierungsbehörde, nämlich die Trennung des DSL-Anschlusses von dem Telefonanschluss. Momentan gibt es in Deutschland rund 5,5 Millionen DSL-Anschlüsse, deren Nutzung an einen bestehenden Telefonanschluss gekoppelt ist. Zukünftig sollen sich DSL-Kunden die monatliche Grundgebühr für den Telefonanschluss sparen können, das fordern zumindest die Anbieter der Internettelephonie. Zur Zeit prüft die Regulierungsbehörde die mögliche Entbündelung der DSL-Anschlüsse und den herkömmlichen Telefonanschlüssen. Um der neuen Technik Internettelefonie zum Durchbruch zu verhelfen, sollte es nach Meinung von Kurth jedoch grundsätzlich möglich sein, auf den Telefonanschluss zu verzichten. Für Unternehmen und private Nutzer wäre das eine hohe Kostenersparnis und für die Deutsche Telekom ein großer Verlust. Jedoch könnten die Kosten von den Verbrauchern auch künftig nicht ganz eingespart werden, weil die Teilnehmeranschlussleitung unverändert weiter benutzt werden müsse, sagte Kurth.

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