Durch Regulierungsbehörde genehmigt – 12 Cent-Tarif „enjoy“ von T-Com

RegTP

Die Telekom bietet Anschlussinhabern neben dem analogen oder ISDN-Standardtarif unterschiedliche Optionstarife. Für ein zusätzliches Entgelt erhalten die Kunden mehr Leistungen, wie zum Beispiel 120 Freiminuten für nationale Telefonate (calltime) oder deutschlandweit kostenlos telefonieren an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen (xxl weekend).

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) beaufsichtigt den Telefonmarkt und muss von Fall zu Fall darüber entscheiden, ob beabsichtigte Tarife den Wettbewerb schädigen würden. Sie erteilt die Genehmigung zur Bereitstellung des Angebots und verlängert diese Genehmigungen gegebenenfalls. So verlängerte die RegTP ihre Einwilligung zu dem Optionstarif „xxl weekend„, der im letzten Oktober den „alten„ xxl-Tarif „xxl sunday„ ablöste, um ein weiteres Jahr. Der Tarif „xxl sunday„ kann seit Oktober 2003 nur noch von Bestandskunden genutzt werden kann und ermöglicht im Gegensatz zu der neuen Tarifversion „xxl weekend„ auch kostenlos im Internet surfen. Die Genehmigung des Optionstarifs ist bis September diesen Jahres befristet und es ist fraglich, ob die Telekom für dieses Tarifmodell eine Verlängerung beantragt.

Den vor Kurzem von der Telekom beantragten sogenannten „10 Cent-Tarif„ hatte die Behörde am 27. Mai abgelehnt. Telekom wollte nationale Festnetz-Telefonate im Stundentakt zu 10 Cent je Stunde anbieten, in einem Optionstarif, der sich vor allem für Langtelefonierer lohnen würde. Das Angebot sei nicht genehmigungsfähig, weil die monatliche Gebühr von 4,22 € nicht die Kosten der Leistung decke. Für Wettbewerber sei der Tarif also nicht nachbildbar und deshalb wettbewerbswidrig, teilte die RegTP damals mit.

Kurze Zeit nach Bekanntgabe dieser Entscheidung kündigte Telekom an, der Regulierungsbehörde einen neuen Antrag vorzulegen. Die Tarifstruktur des „10 Cent-Tarifs„ wurde beibehalten und lediglich das monatliche Entgelt und die Stundenpreise der Telefonate angehoben. So entstand der „enjoy Tarif“, den die Regulierungsbehörde zum Missfallen des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) am 25. Juni genehmigte. Ab dem nächsten Monat können Festnetz-Kunden der Telekom für monatlich 4,68 € im deutschen Festnetz für 12 Cent je Stunde telefonieren, wenn sie den Optionstarif „enjoy“ hinzu gebucht haben.

Die Regulierungsbehörde hat der Telekom jedoch zur Auflage gemacht, die RegTP über die Entwicklung der Kundenzahlen und des Nutzungsverhaltens zu informieren. Mithilfe dieser Berichtspflicht soll gewährleistet und überwacht werden, dass der Wettbewerb nicht beeinträchtigt wird. Matthias Kurth, der Präsident der Regulierungsbehörde, rät allen Telefonkunden bei der Wahl eines Optionstarifs vor allem das Kleingedruckte der Anzeige sorgfältig zu lesen.

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