Aufgepasst! – Aufschläge für Telefonate mit Anschlüssen alternativer Festnetz-Anbieter

Aufgepasst! - Aufschläge für Telefonate mit Anschlüssen alternativer Festnetz-Anbieter

Auf einheitliche Preise für Telefonate mit jedem Telefonanschluss können sich Kunden jetzt nicht mehr verlassen. Für die Weiterleitung eines Gesprächs in das Telefonnetz eines alternativen Festnetz-Anbieters werden sogenannte Interconnect-Gebühren fällig. Diese Aufschläge werden von dem Anbieter, dessen Kunde in ein fremdes Netz telefoniert für das Routing an den Betreiber des Fremdnetzes gezahlt und sind nun von einigen Unternehmen erhöht worden. Die Unternehmen geben diese Kosten an ihre Kunden weiter. Manche berechnen allerdings wesentlich mehr als die tatsächlichen Kosten, die laut Genehmigung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) faktisch um 0,17 Cent pro Minute gestiegen sind.

So kommt es, dass alle Kunden der Deutschen Telekom nun zusätzlich 0,2 Cent pro Gesprächsminute zahlen, wenn sie mit einem Teilnehmer telefonieren, der einen Festnetz-Anschluss von einem Stadtnetz-Betreiber (City-Carrier) oder den Anbietern Ventelo, Colt oder BT Germany, also auch o2, benutzt. Der Anbieter Arcor hat bisher keine Erhöhung der Interconnection-Gebühr beantragt und berechnet auch keinen Aufschlag, somit bleibt bei ihm alles beim alten. Teurer ist ein Telefonat mit einem Kunden von htp, HanseNet und Co., wenn das Call-by-Call über die Vorwahl 01077 (Callax) oder 01071 (01071 Telecom) verwendet wird. Während Telefonate zu Anschlüssen alternativer Anbieter über die Call-by-Call-Vorwahl 01071 schon seit geraumer Zeit pauschal 3,8 Cent pro Minute kosten, berechnet jetzt auch der Anbieter Fonfux und der Provider Callax mit seiner Vorwahl 01077 pro Gesprächsminute 3,7 Cent für diese Telefonate. Es bleibt abzuwarten, ob sich weitere Anbieter anschließen.

Für den Kunden wird ist es schwer, festzustellen, von welchem Anbieter der Anschluss seines gewünschten Gesprächspartners vergeben wurde. Eine Zuordnung anhand der Rufnummer ist nicht möglich und sicherlich ist in den wenigsten Fällen bekannt, welchen Anbieter der Angerufene nutzt. Während Kunden der Deutschen Telekom einen Zuschlag von 0,2 Cent pro Minute eventuell verschmerzen können, sollte Nutzer der Call-by-Call-Vorwahlen 01077 und 01071 der Callax-Gruppe zukünftig vorsichtig sein. Der Anbieter weist in seiner Tarifansage nicht darauf hin, dass für das Telefonat mit dem Kunden eines alternativen Festnetz-Anbieters nicht günstiger by-Call telefoniert wird, sondern satte 3,7 Cent pro Minute anfallen. Das ist der Grund, aus dem diese Anbieter zukünftig nicht mehr in den Call-by-Call-Vergleichen des Telespiegel zu finden sein werden. Die Deutsche Telekom stellt seit Sonntag die Rufnummer 0800-3309576 zur Verfügung, unter der kostenlos in Erfahrung gebracht werden kann, ob für ein Telefonat mit einem bestimmten Anschluss Zuschläge anfallen.

Auf Anfrage der telespiegel-Redaktion teilte der T-Com Pressesprecher Frank Domagala mit, dass T-Com den 0,2 Cent Aufschlag erst ab voraussichtlich Mitte dieser Woche in Rechnung stellen wird. Zunächst müssen noch einige Datensätze in das System eingespielt werden und dieses kann nur zu bestimmten Zeiten durchgeführt werden.

Weitere Informationen

Anschluss und Tarife von Arcor
Call-by-Call im Festnetz

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