Böse Falle – Gewinnspiel entpuppt sich als überteuertes Zeitschriftenabonnement

Böse Falle - Gewinnspiel entpuppt sich als überteuertes Zeitschriftenabonnement

Seit Wochen schreiben entrüstete User Beiträge in Foren und auch die Medien beschäftigen sich mit dem Fall. Das Thema ist ein altbekannter, vielleicht nicht mit blütenweißer Weste bekleideter Geschäftsmann und seine Methoden. In Zusammenhang mit ihm und anderen, die ihn umgeben, stößt man auf Firmennamen wie bonus.net, quizionaer.de, AdvoBilling und TV Winner. Letzteres ist ein Unternehmen, das sogar in der Sat.1-Sendung Akte05 zu unrühmlicher Bekanntheit kam und auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich inzwischen mit den Geschäftsgebaren dieser Unternehmen.

Für die meisten Geschädigten fing es mit einem PopUp oder einem Banner an, das in großen und seriösen Internet-Portalen ihre Aufmerksamkeit erregte. Die Chance auf einen Kleinwagen namens Smart wurde dort versprochen und für die Teilnahme an dem Gewinnspiel persönliche Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, eMail-Adresse und Telefonnummer gefordert. Den Hinweis, dass sich der Teilnehmer ebenfalls zu der Abnahme eines Probeheftes der Zeitschrift TV Winner mit entsprechendem Abonnement verpflichtet, findet sich erst nach der Eingabe im Kleingedruckten. Über den Zeitraum von einem Jahr soll der so gewonnene Kunde nun die monatlich erscheinende Fernsehzeitschrift TV Winner erhalten, und zwar für fünf Euro je Ausgabe, zahlbar für ein Jahr im Voraus. Zusätzlich gibt der Teilnehmer das Einverständnis zu der weiteren Nutzung seiner Daten. Das ist für die meisten User jedoch nicht klar erkennbar und auch wenn der Vorgang abgebrochen wurde, wurden die Betroffenen als Neukunden begrüsst, berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg. Die Kundenhotline des Zeitschriftenverlages zu 12 Cent je Minute sei „ständig belegt„ und Briefe, Faxe sowie eMails würden nicht beantwortet, beschweren sich viele Geschädigte.

Tatsächlich, so erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg, komme es auf diese Weise nicht zu einem Vertragsabschluss. Also können die Zahlungsaufforderungen von TV Winner und dem Inkassounternehmen AdvoBilling getrost ignoriert werden. Um seine Forderung durchzusetzen, müsse das Unternehmen den Vertragsschluss beweisen, das sei jedoch unmöglich. Geschädigte berichten, zwar erst Rechnungen, dann Mahnungen, danach Inkassoschreiben und Post von einem Anwalt erhalten zu haben, ein gerichtlicher Mahnbescheid sei jedoch ausgeblieben. Die Verbraucherzentrale rät den Geschädigten, stur zu bleiben und nichts zu zahlen. Wegen des Wechsels der TV Winner-Firmensitzes von Hamburg nach Berlin wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Hamburg an die Amtsanwaltschaft Berlin abgegeben. Gegen den Inhaber der Internet-Firmen laufen seit Monaten Ermittlungsverfahren wegen Betrugs. Allein im Zusammenhang mit dem Rabattclub bonus.net ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Anfang des letzten Jahres in mehr als 700 Fällen. Der Geschäftsmann selbst befindet sich angeblich mit seiner Freundin auf einer Weltreise. Geschädigte können ihre Anzeige an die Amtsanwaltschaft Berlin richten.

Weitere Informationen

Sicherheit im Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


eins + siebzehn =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Die aktuellen O2-Tarif-Angebote – hier können Selbständige sparen

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote

Hier können Selbständige sparen

Aktuell sparen Selbständige bei den O2 HomeSpot-Tarifen die Anschlussgebühr in Höhe von 69,99 Euro. Zusätzlich gibt es auch bei den Mobilfunk-Tarifen aktuell attraktive Angebote für Selbständige, die bis einschließlich 6. September 2022 gültig sind. […]

Gerichtsurteil

Urteil

Rückforderungsanspruch gegen Online-Glücksspielanbieter

Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass der Rückforderungsanspruch eines Klägers gegen einen Online-Glücksspielanbieter mit Sitz in Malta gerechtfertigt ist. Der Kläger hatte zuvor mehr als 61 000 Euro in dem Online-Casino verloren. Dieses besitzt jedoch keine Lizenz für das entsprechende Bundesland. […]

Vorsicht vor hohen Roaming-Gebühren – diese Roaming-Fallen gibt es

Vorsicht vor hohen Roaming-Gebühren

Diese Roaming-Fallen gibt es

Im EU-Ausland profitieren Verbraucher von „Roam like at Home“. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen dennoch Roaming-Gebühren anfallen können. Auch außerhalb der EU, auf dem Schiff oder in einem Flugzeug kann es sehr schnell sehr teuer werden. Verbraucher sollten daher einige Roaming-Fallen kennen. […]