Monopol für den Ex-Monoplisten Dt. Telekom – Neues V-DSL-Netz bleibt vorerst unreguliert

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Drei Milliarden Euro will die Deutsche Telekom in das neue Netz investieren, das noch schnellere Datenübertragungen möglich macht. Dabei handelt ist sich um ein Netz für die DSL-Technik V-DSL (Very High Data Rate Digital Subscriber Line), bei der es sich ebenso wie bei dem gewohnten A-DSL um eine digitale Übertragungsart mit asymmetrischer Kanalaufteilung handelt. Der Download geht schneller vonstatten als der Upload, weil dafür mehr Frequenzbereiche zur Verfügung stehen. Die Datenübertragung mit V-DSL kann bis zu der Vermittlungsstelle über eine optische Anschlussleitung, also ein Glasfaserkabel erfolgen, für die letzten Meter bis zum Kunden wird ein Kupferkabel verwendet. So sind in Empfangsrichtung Geschwindigkeiten zwischen 13 MBit/s und 52 MBit/s und in Senderichtung 1,5 MBit/s bis 2,3 MBit/s möglich. V-DSL bietet also eine wesentlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit als A-DSL und auch Telefondienste wie ISDN können über das Netz abgewickelt werden.

Die Deutsche Telekom hat diese Technik bereits getestet und möchte das Netz nun ausbauen. Vorerst soll V-DSL in zehn Städten möglich gemacht werden, später sollen viele weitere hinzu kommen. Bis zum Jahr 2007 soll das Hybridnetz in 50 Städten verfügbar sein. Als Gegenleistung für die große finanzielle Investition fordert der Ex-Monopolist bereits seit einiger Zeit die alleinigen Nutzungs- und Vermarktungsrechte für das neue Netz, zumindest für die ersten Jahre, um Planungssicherheit zu schaffen. Andernfalls, so warnte der Konzern, würde er nicht investieren, der Wirtschaftsstandort Deutschland dadurch einen wichtigen Pluspunkt verlieren und drohte auch mit zusätzlichem Stellenabbau.

Die große Koalition aus CDU/CSU und der SPD erteilte der Deutschen Telekom nun eine Sondergenehmigung. Eigentlich unterliegt der Telekommunikationsmarkt der Regulierung durch die Bundesnetzagentur, in diesem Fall muss die Deutsche Telekom ihr neues Netz nun jedoch nicht für die Konkurrenz öffnen. Das neue Glasfasernetz wird vorerst unreguliert bleiben, vermutlich für die ersten zwei bis drei Jahre, genaueres wird im nächsten Jahr entschieden. Diese Sonderregelung rief bei den Mitbewerbung Entrüstung hervor. So sagte zum Beispiel Peer Knauer, der Präsident des Verbandes der alternativen Netzbetreiber (BREKO), dem auch Unternehmen wie Arcor angehören: „Wir sind entsetzt, dass die große Koalition vor der Scheckbuchdiplomatie der Deutschen Telekom eingeknickt ist.„ und weiter „Wir sind damit im deutschen Breitbandmarkt auf dem direkten Weg zu einem 2-Klassen-Wettbewerb, in dem das marktbeherrschende Unternehmen auf längst abgeschriebene, aus Monopolzeiten stammende Infrastruktur unbehelligt neueste Technologie aufsetzen darf und für den Wettbewerb nur zweitrangige Übertragungsgeschwindigkeiten übrig bleiben„. Damit dürfte er vielen Betroffenen und Beobachtern aus tiefstem Herzen gesprochen haben.

Update vom 24.12.2005:

Die EU-Kommission in Brüssel hat entschieden, dass die Deutsche Telekom ihren Mitbewerbern auch zu ihrem neuen DSL-Netz Zugang gewähren muss. Sie genehmigte die entsprechende Regelung der Bundesnetzagentur (ehemals Regulierungsbehörde). Aus den Plänen des Ex-Monopolisten, V-DSL vorerst alleine zu vermarkten, wird also nichts.

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