Handyfernsehen per DVB-H – Das vorläufig gescheiterte Projekt

Handyfernsehen per DVB-H - Das vorläufig gescheiterte Projekt

In einigen Ländern gehört es zum Alltag, in Deutschland ist es ein Sorgenkind, das Handy-TV. Bereits vor etwa zwei Jahren hatten die Landesmedienanstalten den Betrieb des DVB-H nicht an die vier interessierten Mobilfunknetzbetreiber, sondern an das Konsortium Mobile 3.0 vergeben, das aus einigen großen Medienkonzernen hervorgegangen war. DVB-H sollte auch in Deutschland der Standard für das mobile Fernsehen mit dem Handy werden (telespiegel-News vom 17.03.2008), sah sich aber diversen anderen Techniken gegenüber.

Zwar technisch nicht so geeignet, dafür aber schon jetzt nahezu flächendeckend und kostenlos verfügbar ist DVB-T. Bei der DVB-T Technik können heute schon Smartphones über eine zusätzliche Antenne das TV-Signal empfangen. Die Übertragungstechnik bietet deshalb ebenfalls Vorteile und wurde von einigen neu erschienen Handys unterstützt. (telespiegel-News vom 30.05.2006) Wirklich durchgesetzt hat sich das Handy-TV aber nicht (telespiegel-News vom 18.02.2008) und dass auch der Start eines auf DVB-H basierenden Angebots zumindest vorerst gescheitert ist, erklärte offiziell die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK). Die ZAK setzt sich aus den gesetzlichen Vertretern, den Direktoren und Präsidenten der 14 Landesmedienanstalten zusammen.

Das aktuelle Versuchsprojekt DVB-H sehe die Kommission als beendet an, teilte sie mit. Das Konsortium Mobile 3.0 habe das Gesamtkonzept nicht umgesetzt und auch keine Verträge über den Netzbetrieb oder mit Vertriebs- und Marketingpartnern vorlegen können. Zudem habe das Konsortium deutlich gemacht, dass es die Rahmenbedingungen als inzwischen unzureichend einschätzt. Auch der eventuelle Einstieg neuer Investoren würde an der Gesamtsituation nicht verbessern. Aus diesen Gründen werde der Pilotversuch beendet.

Bis Ende Oktober erwarte die Kommission die DVB-H Lizenz zurück, teilte sie mit. Sollte die Lizenz nicht zurück gegeben werden, müsse ein Widerrufsverfahren eingeleitet werden. Die Rückgabe der Lizenzen solle möglichst schnell erfolgen, damit der Weg frei für einen möglichen Neustart von DVB-H unter veränderten Rahmenbedingungen und gemäss den veränderten technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sei. „Wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, um gemeinsam mit den Marktteilnehmern den Schatz DVB-H doch noch zu heben„, sagte der Vorsitzende der Kommission, Thomas Langheinrich.

Mehr Informationen

Handyvertrag – Vergleich
Prepaid Tarife Vergleich

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
„Vinted“-Falle endet vor Gericht – Versicherung muss nicht zahlen

„Vinted“-Falle endet vor Gericht

Versicherung muss nicht zahlen

Eine Verkäuferin hat durch eine raffinierte Betrugsmasche auf „Vinted“ mehr als 1 900 Euro verloren. Sie forderte Ersatz von ihrer Versicherung. Ein Gericht hat jetzt allerdings entschieden, dass die Versicherung nicht für den entstandenen Schaden aufkommen muss. […]

Internetnutzung sinkt deutlich - Warum Menschen bewusster online sind

Internetnutzung sinkt erstmals deutlich

Warum viele Menschen bewusster online sind

Weniger Smartphone, weniger Social Media, weniger Zeit im Netz: Eine aktuelle Studie zeigt einen überraschenden Trend. Immer mehr Menschen reduzieren ihre Internetnutzung bewusst – und suchen nach mehr Konzentration, Ruhe und digitaler Balance im Alltag. […]

Neue Strom-Regeln ab Juni – Nachbarn dürfen ihre Energie teilen

Neue Strom-Regeln ab Juni

Nachbarn dürfen ihre Energie teilen

Eine Gesetzesänderung macht Energy Sharing in Deutschland möglich. Haushalte, Vereine und Unternehmen dürfen selbst erzeugten Strom künftig lokal teilen. Doch trotz großer Chancen gibt es noch offene Fragen bei der Umsetzung. […]

Messenger-Betrug 2026: KI macht WhatsApp- und SMS-Betrug gefährlicher

Messenger-Betrug 2026

KI macht WhatsApp- und SMS-Betrug gefährlicher

Eine aktuelle Kaspersky-Studie zeigt: Betrüger verlagern ihre Angriffe immer stärker auf WhatsApp, Telegram und andere Messenger. Künstliche Intelligenz macht die Nachrichten dabei täuschend echt – mit teils erheblichen finanziellen Folgen für die Opfer. […]

Silent Calls

Silent Calls

Warum stumme Anrufe ein Warnsignal sein können

Das Telefon klingelt, doch am anderen Ende meldet sich niemand. Was wie ein harmloser Fehlanruf wirkt, kann Teil einer professionellen Betrugsmasche sein. Kriminelle nutzen sogenannte Silent Calls, um aktive Telefonnummern zu identifizieren und gezielt für spätere Betrugsversuche auszuwählen. […]