App statt Augenarzt – Smartphones können Augen untersuchen

App statt Augenarzt - Smartphones können Augen untersuchen

Smartphones sind kleine Alleskönner. Von Telefonieren über Nachrichtenaustausch bis zum Fotografieren und mobilen Surfen ist damit alles möglich. Eine neue Smartphone-App verspricht nun, den Augenarzt zu ersetzen. Das Londoner Institut für Tropenmedizin hat eine App entwickelt, mit der Augenkrankheiten frühzeitig entdeckt und behandelt werden können. Der Einsatz ist für Regionen mit armer Bevölkerung in Afrika und Indien geplant.

Die Erfindung nennt sich PEEK (Portable Eye Examination Kit). Dabei handelt es sich um eine App, mit der Helfer oder die jeweilige Person selbst Augen untersuchen können. Weder ein Augenarzt noch eine große Apparatur sind erforderlich, nur ein Smartphone. Entwickelt hat die App ein Team um Dr. Andrew Bastawrous an der Londoner School of Hygiene and Tropical Medicine. Die Idee dahinter: Von 285 Millionen stark sehbehinderten Menschen sind 29 Millionen völlig erblindet und davon leben 90 Prozent der Betroffenen in sehr finanzschwachen Regionen. Häufige Ursache der Sehbehinderung sind Infektionen und Augenkrankheiten. Die Erblindung könnte in vielen Fällen verhindert werden, wenn sie frühzeitig entdeckt worden wäre. Doch die Wege in Regionen wie Afrika oder auch Indien sind weit und die Erkrankten scheuen den teuren Weg in ein Krankenhaus. Dr. Andrew Bastawrous sagte dazu gegenüber Medien: „Die Patienten, die es am ehesten müssten, werden nie in der Lage sein, ein Krankenhaus zu erreichen, weil sie weit abgelegen wohnen. Sie haben kein ausreichendes Einkommen, um die Anfahrt zu bezahlen. Daher müssen wir sie finden.„ Denn vom Augenlicht kann die Arbeitskraft und damit das Einkommen einer ganzen Familie abhängig sein. Bei Erblindung droht eine ganze Familie in schwerste Not zu geraten.

Statt teurer Geräte und die Untersuchung durch einen Mediziner kann die PEEK-App eine kostengünstige Lösung sein. Ein Helfer oder die Patienten selbst können mit dem Smartphone eine grobe Untersuchung des Auges vornehmen. Dabei wird unter anderem ein Sehtest mit einem sich verkleinernden Buchstaben vorgenommen, das Auge auf Katarakte (Hinweise auf Erkrankungen wie Grauer oder Grüner Star) untersucht und durch einen Blitz der Augenhintergrund abgelichtet. Diese Informationen werden per Email an das Krankenhaus zum Augenarzt geschickt. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse mit der App entscheidet der Mediziner, ob eine Behandlung erforderlich ist. Einzig das Problem des Transportes bleibt. Doch über GPS/Geo-Targeting ist der Wohnort des Patienten zuvor zumindest lokalisiert worden.

Mit der App PEEK werden Massenuntersuchungen in armen und abgelegenen Regionen möglich. Eine Studie in Kenia mit 5.000 Testpersonen lief überaus vielversprechend, sodass der Einsatz der App in der Praxis nur noch eine Frage der Zeit ist. Ein Helfer könnte dann durch die armen und ländlichen Gebiete der Entwicklungsländer fahren und ohne medizinische Geräte eine Vielzahl von Menschen untersuchen. Der Nutzen wäre beträchtlich, denn 80 Prozent der Erblindungen sind nach Aussagen der PEEK-Forschungsgruppe vermeidbar.

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2 Kommentare

  1. Handys können schon viel machen und jetzt auch als Augenarzt fungieren? Es ist Wahnsinn, was man mit dem Handy heutzutage machen kann. Meine Mutter muss ein Sehtest für ihren Führerschein haben. Diese App kann ja vielleicht vielen in armen Regionen helfen aber wir gehen trotzdem lieber zum Augenarzt, weil dann sie eine genau Untersuchung bekommen kann.

  2. Ich wusste nicht, dass es Apps gibt, die Augen untersuchen können. Meine Augen haben in letzter Zeit wehgetan. Ich werde weitere Nachforschungen über diese Apps anstellen, aber ich werde sicher auch einen Augenarzt aufsuchen, um mich ordnungsgemäß untersuchen zu lassen.

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