Urteil – Countdown-Auktion kann verbotenes Glücksspiel sein

Urteil zu Countdown-Auktion kann verbotenes Gluecksspiel sein

Sogenannte Countdown-Auktionen, auch 1-Cent-Auktionen oder Amerikanische Auktionen genannt, unterscheiden sich ein wenig von den Auktionen, die beispielsweise auf der Online-Plattform eBay erfolgen. Der Anbieter, der in dem folgend beschrieben Prozess klagte, betrieb eine Internetseite, auf der Countdown-Auktionen insbesondere für elektronischer Ware angeboten wurden. Dabei lief ein Countdown zur Versteigerung der Ware. Bieter kauften zuvor eine bestimmte Anzahl Gebotspunkte mit einem Wert zwischen 60 und 75 Cent. Diese Gebotspunkte setzten die Bieter vor Ablauf des Countdowns. Dadurch stieg der Preis je Gebotspunkt um einen Cent und die Zeit des Countdowns wurde um 20 Sekunden verlängert. Der Teilnehmer mit dem letzten Gebot vor Ablauf der Auktion erhielt den Zuschlag. Er konnte den Artikel zu dem letzten Gebotspreis kaufen. Die unterlegenen Bieter erhielten die Kosten ihrer eingesetzten Gebotspunkte jedoch nicht zurück.

Das Verwaltungsgericht Mannheim stufte diese Aktionen als verbotenes Glücksspiel ein. In der Begründung hieß es unter anderem, für den Erwerb einer Gewinnchance werde ein Entgelt verlangt und die Entscheidung über den Gewinn hänge von dem Zufall ab. Das seien Voraussetzungen eines Glücksspiels. Dennoch hob das Gericht die gegen den Kläger gerichtete glücksspielrechtliche Untersagungsverfügung des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 14.11.2011, gegen die er vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe bereits erfolglos geklagt hatte, mit Wirkung für die Zukunft auf. (Aktz. 3 K 3316/11). In dem Urteil heißt es nämlich auch:

Beim Erlass von glücksspielrechtlichen Untersagungsverfügungen muss die zuständige Behörde in gleichgelagerten Fällen eine einheitliche Verwaltungspraxis an den Tag legen und darf nicht unterschiedlich, systemwidrig oder planlos vorgehen. Soweit sie anlassbezogen einschreitet und sich auf die Regelung von Einzelfällen beschränkt, muss sie hierfür sachliche Gründe angeben.

Dies sah das Verwaltungsgericht Baden-Württemberg als nicht gegeben. Eine Revision wurde zugelassen.

Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Aktz: 6 S 88/13 vom 23.05.2013

Weitere Informationen

Gerichtsurteile Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


zwanzig − 16 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Bundesnetzagentur – Vertriebsverbot für einen WLAN-Repeater

Bundesnetzagentur

Vertriebsverbot für einen WLAN-Repeater

Im aktuellen Amtsblatt hat die BNetzA eine Allgemeinverfügung bezüglich eines Vertriebsverbots für einen WLAN-Repeater veröffentlicht. Auch eine Rücknahme wurde mittels dieser ausgesprochen. Der Hersteller kann nun Widerspruch einlegen. […]

Mikrokredite – Was steckt eigentlich hinter den Klein-Darlehen?

Mikrokredite

Was steckt eigentlich hinter den Klein-Darlehen?

Mikrokredite erfreuen sich nicht nur bei jungen Unternehmern, sondern auch bei Privatpersonen großer Beliebtheit. Mit den Kleinstkrediten, die häufig von spezialisierten Kreditinstituten angeboten werden, können beispielsweise finanzielle Engpässe überbrückt werden. […]

Mobilfunktarif – LTE Kids Tarife mit Smartwatch oder Smartphone bei 1&1

Mobilfunktarif

Kids Tarife mit Smartwatch oder Smartphone bei 1&1

Nun gibt es bei 1&1 auch spezielle LTE-Kids-Tarife, die eine gute Kostenkontrolle bieten sollen. Wahlweise kann der Tarif ohne Hardware, mit Smartphone oder mit Smartwatch gebucht werden. Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass die Kosten für den Tarif nach einiger Zeit steigen. […]

Elektrogeräte – Ab dem 1. März gibt es ein neues Energielabel

Elektrogeräte

Ab dem 1. März gibt es ein neues Energielabel

Die EU hat die Kriterien für das Energielabel verschärft. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche Geräte, die bisher zur Bestklasse zählen, in eine schlechtere Energieeffizienzklasse fallen. Ab dem 1. März müssen Händler ihre Geräte mit den neuen Labels ausweisen. […]

Unerlaubte Telefonwerbung - Hohes Bußgeld gegen ein Call-Center

Unerlaubte Telefonwerbung

Hohes Bußgeld gegen ein Call-Center

Immer wieder wurden Verbraucher durch Mitarbeiters dieses Call-Centers belästigst. Jetzt hat die Bundesnetzagentur gegen das Call-Center KiKxxl GmbH wegen unerlaubter Werbeanrufe eine Geldbuße in Höhe von 260.000 Euro verhängt. […]