Erpressung – Lösegeld für Notebooks und Smartphones

Abofalle

Nokia hat es getan, ein DAX-Konzern soll es getan haben und über einen Telekommunikationsanbieter gab es Gerüchte. Die Rede ist von Bezahlen eines Lösegeldes, um Cyberangriffe zu verhindern. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn immer mehr Kriminelle gehen offenbar dazu über, Smartphones und Laptops zu stehlen, um Besitzer damit zu erpressen. Dabei geht es um die Rückgabe der Geräte inklusive der Daten – unabhängig davon, um welche Daten es sich handelt. Denn häufig geben diese weitere Ansatzpunkte für ein Cyber-Verbrechen. Ziele sind aber nicht nur Manager von Unternehmen, sondern auch ganz normale Nutzer.

Auf Diebstahl folgt Erpressung

Das Bundeskriminalamt warnte bereits in der Vergangenheit davor, dass Cyberkriminalität zunimmt. Bisher bezogen sich Erpressungsversuche mit Lösegeld immer auf Programme wie den sogenannten Bundestrojanervirus, der Geräte sperrt. Inzwischen greifen die Täter einfach zu. Sie entwenden Notebooks und Smartphones. Das fällt ihnen überraschend leicht. Denn bei Veranstaltungen bleiben diese Geräte in den Pausen einfach liegen, aber auch in Cafés liegen diese mitunter minutenlang unbewacht auf den Tischen. Bei gezielten Angriffen entwenden die Täter die Geräte auch aus Taschen.

Was dann kommt, ist für Unternehmen wie normale Nutzer ein Albtraum. Die Verbrecher fordern Lösegeld für die Daten- und Geräterückgabe. Wird nicht gezahlt, gehen aber nicht nur die Geräte mit ihren zum Teil sehr persönlichen Daten dahin. Denn die Kriminellen können bei den meist schwach gesicherten Geräten Zugangscodes in Firmen- oder Heimnetzwerke finden – ein Einfallstor für weitere Angriffe. Daher sind speziell viele Unternehmen und Manager bereit, auf diesen Weg ihre Daten zu retten.

Effektiver Schutz: Verschlüsselung und sicheres Passwort

Nutzer können sich jedoch schützen. Zum einen sind Erpressungsversuchen grundsätzlich auch bei sensiblen und kompromittierenden Daten der Polizei zu melden. Zum anderen hilft eine Absicherung des Geräts. Es beginnt bei einem sicheren Passwort bzw. Sperrcode, was zumindest den Zugriff auf das Gerät erschwert. Einen sicheren Schutz bietet aber auch das nicht, da der Speicher auf anderen Wegen auslesbar ist. Effektiv wirkt hingegen eine sichere Verschlüsselung der Festplatte. Damit sind zumindest Zugangscodes nicht abrufbar und der Schaden begrenzt. Bei Smartphones gibt es zudem eine Reihe von Apps, mit denen die Daten per Fernlöschen entfernt oder der Zugang gesperrt werden können. Der wirksamste Schutz ist aber mehr Wachsamkeit. Denn wer seine Geräte ungesperrt und unbeaufsichtigt lässt oder diese nicht sicher in Taschen verstaut, handelt grob fahrlässig.

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