Gesundheitsrisiko – BfS veröffentlicht Strahlenwerte von Handys

Handystrahlung

Handys und Smartphones nutzen starke elektromagnetische Felder, um Dateien und Sprache zu übertragen. Diese Strahlung wird in SAR gemessen. Die Abkürzung steht für Spezifische Absorptionsrate und wird in Watt pro Kilogramm dargestellt. Die empfohlene Strahlenhöchstmenge liegt derzeit bei 2 SAR. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nun die aktuelle Jahresliste aller SAR-Werte für Handys und Tablets aus dem Handel veröffentlicht.

SAR-Werte: Samsung schlägt Apple, misst aber anders

Bei der Liste der Premium-Smartphones schlägt Samsung Apple auf dem ersten Blick klar. So gibt Apple die SAR-Werte für das iPhone 6 (inkl. 6S und 6 Plus) zwischen 0,87 und 0,97 am Ohr und zwischen 0,97 und 0,99 SAR am Körper an. Eine Ausnahme ist das iPhone 6 mit der Modellnummer A1589, das am Ohr nur 0,38 SAR erreicht. Das Samsung Galaxy 6 ist deutlich strahlungsärmer. Es erreicht SAR-Werte von 0,22 bis 0,47 am Ohr und 0,5 bis 0,59 am Körper. Allerdings misst Apple seine Werte im Abstand von einem halben Meter, während Samsung den Abstand 1,5 Meter nutzt. So macht es auch Sony beim Xperia Z5, das SAR-Werte zwischen 0,47 (Premium) und 1,1 (Compact) am Ohr erreicht. Das Nexus 6 wird von Google/Motorola mit 0,53 SAR angegeben.

Messdaten sind relativ

Diese Daten sind grundsätzlich alle okay, allerdings zeigen sich auch mit Berücksichtigung des Messabstandes deutliche Unterschiede, die sich bei anderen Herstellern fortsetzen und zum Teil sogar innerhalb eines Modells groß sind. Nutzer sollten daher beim Kauf unbedingt die aktuellen SAR-Werte anhand der Modellnummer überprüfen und dabei den Messabstand beachten.

Laut Angaben des BfS erfüllen die Handys alle die Strahlungsnorm. Die Obergrenze von 2 SAR sei nach aktuellem Kenntnisstand ausreichend, um vor nachgewiesenen Gesundheitsrisiken zu schützen. Allerdings räumt das BfS ein, dass es Unsicherheiten in der Bewertung von Gesundheitsrisiken gibt und speziell Kinder keine Handys mit relativ hohen SAR-Werten nutzen sollten. Hinzu kommt, dass jeder Mensch anders reagiert und je nach individueller Konstitution auch bei niedrigen SAR-Werten körperliche Beeinträchtigungen und ggf. Schäden erleiden kann. Wie Nutzer bewusster mit den elektromagnetischen Strahlungen des Handys umgehen können, hat der telespiegel hier in einem Ratgeber zusammengefasst.

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