Neues Vorgehen – Musikindustrie legt BitTorrent-Tracker lahm

Datenfluss

Unerlaubtes Filesharing ist in den letzten Jahren immer wieder zum Problem geworden. Mal mahnten Anwälte von Film- und Musikindustrie einzelne Nutzer ab, mal gingen sie gegen die Anbieter von Tauschplattformen wie zum Beispiel Megaupload vor. Jetzt hat die Musikindustrie einen neuen Weg eingeschlagen: Sie hat die Hoster von BitTorrent-Trackern dazu gebracht, den Server der Betreiber abzuschalten.

Was ist BitTorrent?

BitTorrent ist eine Technik, über die Daten weiterverbreitet werden. Anders als bei Protokollen FTP nutzt BitTorrent dabei die Upload-Bandbreite der Nutzer aus. Vereinfacht gesagt lädt ein Nutzer eine Datei herunter. Dabei liegt diese aber nicht nur auf einem zentralen Server, sondern sie wird über weitere, angeschlossene Nutzer verbreitet, indem bestimmte Datenteile zwischen den Rechnern der beteiligten Nutzer ausgetauscht werden. Um diese Verbindungen zwischen den Nutzern zu erstellen, sind sogenannte BitTorrent-Tracker erforderlich. Erst dieser macht aus einer Filesharing-Plattform ein Peer-to-peer-Netzwerk, bei dem Dateien sich rasend schnell verbreiten können. Diese Technik ist sehr vorteilhaft, um große Mengen von Daten zu verteilen. Allerdings nutzen einige Filesharing-Plattformen sowie deren Nutzer diese Technik aus, um urheberrechtlich geschütztes Material unerlaubt zu verbreiten.

Musikindustrie lässt drei BitTorrent-Tracker sperren

Vor diesem Hintergrund hat die Musikindustrie in Gestalt des Bundesverbandes Musikindustrie zu einem harten Schlag gegen verbotenes Filesharing ausgeholt. Dabei hat sie die Plattformen OpenBitTorrent, PublicBittorrent und Istole.it. angeschrieben, damit diese gegen das über ihren Tracker nachgewiesene Verbreiten uhrheberrechtlich geschützten Materials vorgehen. Als diese keine Reaktion zeigten, wendete sich der Bundesverband an die Hoster der Tracker-Anbieter. Dieser setzte seinen Kunden ergebnislos eine Frist. Daraufhin haben die Hoster die Server ihrer Kunden gesperrt. Zusätzlich hat der Bundesverband Musikindustrie vor dem Landgericht Hamburg einen Entschluss erwirkt, mit dem die Hoster die Daten der Betreiber der BitTorrent-Tracker herausgeben müssen. Diesen droht nun eine Klage.

Musikindustrie möchte illegale Angebote verhindern

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, erklärt zu dem Vorgehen: „Unser neuer, etwas erweiterter Fokus bezieht nun auch weitere Beteiligte des BitTorrent-Netzwerks ein, namentlich die Betreiber der BitTorrent-Tracker. Ohne die Tracker, die Anbieter und Suchende überhaupt erst miteinander verbinden, sind illegal angebotene Inhalte erheblich schwerer zu finden, entsprechend werden nach diesem Erfolg nun Urheberrechtsverletzungen im Digitalen Raum weiter erschwert.“

Mehr Informationen

Gerichtsurteile zu Filesharing

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